Make or Buy bezeichnet eine grundlegende Entscheidung der Design-Phase, die im Rahmen der Herstellung eines Softwareprodukts getroffen werden muss. Der Ausgang der Entscheidung bestimmt, ob ein (Teil-)Produkt selbst entwickelt bzw. produziert wird oder von einem Dritten eingekauft werden soll. Die Entscheidung zu
Make or Buy hat weitreichende Folgen und muss nach der Bewertung von Fakten und mit Methode getroffen werden. Eine fundierte Entscheidung berücksichtigt mehrere Faktoren, dabei spielen sowohl qualitative als auch quantitative Faktoren, etwa die relativen Kosten, eine Rolle.
Die Zahlen der IT-Trends Studie
[1] [2], die von Capgemini durchgeführt wird, zeigen, dass die Eigenleistung, also die Entscheidung zum
„Make“, von Unternehmen bei der Softwareentwicklung in den nächsten fünf Jahren zurückgehen wird, von durchschnittlich 39 auf 13 Prozent. Diese Tendenz wird darauf zurückgeführt, dass die IT häufig als Mittel betrachtet wird, die Ziele der Unternehmensführung möglichst kostengünstig umzusetzen, und weniger als eigenständige Erfolgsquelle, die dem Unternehmen durch Innovationen Wettbewerbsvorteile verschaffen kann. Die logische Schlussfolgerung ist, dass sich die Rolle der IT-Abteilungen verändern muss, von der Produktionsstätte zum Koordinierungszentrum. Der zunehmende Trend zum
„Buy“ kann weitreichende Folgen auf das im eigenen Haus vorhandene Know-how haben.
In dieser
Meinungsecke beschäftigt sich der IT-Radar mit den Vor- und Nachteilen, welche die Entscheidung für
„Make“ oder
„Buy“ jeweils bringt. Wir erörtern, welche Voraussetzungen ein Unternehmen erfüllen muss und welche Ziele des Unternehmens die Entscheidung beeinflussen.