<?xml version="1.0" encoding="utf-8" ?>
<?xml-stylesheet href="/serendipity/templates/default/atom.css" type="text/css" ?>

<feed 
   xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom"
   xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#"
   xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
   xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/"
   xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
   xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/">
    <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/feeds/atom.xml" rel="self" title="IT-Radar" type="application/atom+xml" />
    <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/"                        rel="alternate"    title="IT-Radar" type="text/html" />
    <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=2.0"     rel="alternate"    title="IT-Radar" type="application/rss+xml" />
    <title type="html">IT-Radar</title>
    <subtitle type="html">...ein Service der Universitäten Duisburg-Essen &amp; Leipzig</subtitle>
    <icon>/uploads/pictures/podcast_logo_144.png</icon>
    <id>http://www.it-radar.org/serendipity/</id>
    <updated>2012-02-07T15:14:53Z</updated>
    <generator uri="http://www.s9y.org/" version="1.5.3">Serendipity 1.5.3 - http://www.s9y.org/</generator>
    <dc:language>en</dc:language>
    <admin:errorReportsTo rdf:resource="mailto:info@it-radar.org" />

    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/105-Software-Testing-in-der-Cloud.html" rel="alternate" title="Software Testing in der Cloud" />
        <author>
            <name>Michaela Trebing</name>
            <email>M.Trebing@gmx.net</email>
        </author>
    
        <published>2012-02-06T10:12:08Z</published>
        <updated>2012-02-07T15:14:53Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=105</wfw:comment>
    
        <slash:comments>0</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=105</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/1-Report" label="Report" term="Report" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/105-guid.html</id>
        <title type="html">Software Testing in der Cloud</title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <p>Cloud Computing ist seit geraumer Zeit ein Hype-Thema und es wird viel darüber geredet. Im Gegensatz zu anderen Hypes lässt sich jedoch tatsächlich eine zunehmende Nutzung und damit einhergehend ein Trend zur Verlagerung von Diensten in die Cloud verzeichnen.<br /><br />
Die Big Player der Softwareindustrie IBM, Google, Microsoft und mittlerweile auch Apple bieten cloud-basierte Dienste an. Amazon war einer der Vorreiter auf diesem Gebiet, heute sind die Cloud-Dienste der am schnellsten wachsende Geschäftsbereichs des Online-Versandhändlers. Doch nicht nur die Großen der Branche setzen auf Cloud Computing, auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen bieten zunehmend cloud-basierte Dienstleistungen an oder greifen zumindest für die Bereitstellung von Diensten auf eine Cloud-Infrastruktur zurück.<br /><br />
Das Bereitstellen von Softwarediensten in der Cloud wirft jedoch auch einige neue Fragen auf: Muss Software, die in der Cloud ausgeführt wird anders getestet werden, als Software, die auf dem Desktop ausgeführt wird? Bietet die Etablierung des Cloud Computings neue Möglichkeiten für das Testen von Software im Allgemeinen? Zu diesem Thema gibt es bislang eine übersichtliche Menge an Forschungsarbeiten, doch die Anzahl der Wissenschaftler, die sich diesem Thema widmen und somit auch die Anzahl der entsprechenden Arbeiten, steigt stetig an.<br /><br />
Der IT-Radar geht diesen Fragen nach und gibt im IT-Radar <a href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/37-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html"title="Report">Report</a> einen Überblick über den Stand der Forschung sowie Forschungsfragen, die noch bearbeitet werden müssen.<br /><br />
<!-- s9ymdb:114 --><img width='16' height='16' style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="/uploads/pictures/icon_pdf.serendipityThumb.png" alt="" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/reports/Softwaretesten_in_der_Cloud.pdf']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/reports/Softwaretesten_in_der_Cloud.pdf" title="Softwaretesten_in_der_Cloud.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF herunterladen...</a></p> <br /><b>Cloud Computing</b><p><br />
Es gibt keine einheitliche Definition von Cloud Computing. Wissenschaftler und Anbieter von Cloud-Diensten definieren Cloud Computing im Detail stets unterschiedlich. Der gemeinsame Nenner <br />
ist, dass sich eine Cloud-Anwendung über einen einfachen (On-Demand-) Zugriff auf skalierbare Speicherdienste, Rechen- oder Netzwerkinfrastruktur definiert. Weiterhin wird Cloud Computing hinsichtlich <br />
des angebotenen Service-Modells und des Deployment-Modells unterschieden. Dabei werden die folgenden Service- und Deployment-Modelle unterschieden: <br />
<br />
<b>Service-Modelle:</b><br />
<br />
1. Software as a Service (SaaS)<br />
<br />
2. Platform as a Service (PaaS) <br />
<br />
3. Infrastructure as a Service (IaaS)<br />
<br />
<b>Deployment-Modelle:</b><br />
<br />
1. Private Clouds <br />
<br />
2. Community Clouds <br />
<br />
3. Public Clouds <br />
<br />
4. Hybrid Clouds<br />
<p><br />
Nach diesen Kriterien definiert auch das US National Institute of Standards and Technology (NIST) den Terminus Cloud Computing. Die Service- und Deployment-Modelle sind dabei genauso Veränderungen <br />
unterworfen, wie das Cloud Computing selbst. Das bedeutet, dass es zukünftig weitere Service- und Deployment-Modelle geben wird. Wie zum Beispiel Human as a Service (HaaS), das auf <br />
Crowdsourcing zurückgreift und wofür bereits heute entsprechende Dienste verfügbar sind.<br />
<p><br />
<b>Testen in der Cloud </b><p><br />
Die Art und Weise des Testens in der Cloud ist eine grundsätzliche Frage. Dabei muss unterschieden werden, ob Software getestet wird, die in der Cloud als Software as a Service bereitgestellt wird, <br />
ob Standard-Web-Anwendungen getestet werden, oder ob die Cloud selbst getestet werden soll. Die Cloud nimmt beim Test dann entweder die Rolle des „System under Test (SUT)“, oder die des Testtreibers ein.<p><br />
<b>Software Testing as a Service</b><p><br />
Der Klassifikation der Service-Modelle folgend kann Software Testing as a Service als eigenständiges Modell die Reihe der Service-Modelle erweitern. Das Ziel ist hierbei, das Testen von Software <br />
als Dienst in der Cloud anzubieten. Die Bereitstellung des Dienstes kann dabei über eine Software erfolgen, die in der Cloud als Software as a Service bereitgestellt wird, oder als Service, der vollständig <br />
von einem Menschen als Testdienstleister bereitgestellt wird. Im Aufsatz „Research Issues for Software Testing in the Cloud“ <a href="#Research issues">[1]</a> werden für dieses Service-Modell drei Facetten identifiziert:<p><br />
1. Die zu testende Anwendung ist online. Es                <br />
kann sich dabei um eine Software as a Service <br />
(SaaS) handeln oder um eine Standard-Web-<br />
Anwendung.<p><br />
2. Die Testinfrastruktur ist auf verschiedenen <br />
Plattformen und Cloud-Deployment-Modellen <br />
(Private, Community, Public oder Hybrid) <br />
bereitgestellt.<p><br />
3. Die Cloud selbst soll getestet werden, zum <br />
Beispiel mit dem Ziel die Lastleistung und <br />
Sicherheit zu bestimmen.<p><br />
Diese Facetten zeigen die vielfältigen Möglichkeiten und Spielarten für den Einsatz von Softwaretests in <br />
der Cloud. So ist es nicht nur möglich Web-Anwendungen zu testen, egal ob es sich um eine Standard-Web-Anwendung handelt oder eine Software as a <br />
Service oder auch die Cloud selbst.<p><br />
<b>Beispiele</b><p><br />
Es gibt bereits einige Beispiele, die den erfolgreichen Einsatz von Cloud Computing im Softwaretest dokumentieren. Diese werden im Folgenden dargestellt und deren wichtigste Ergebnisse usammengefasst. Die Lektüre der Artikel ist für Anwender des cloud-basierten Testens sehr zu empfehlen.<p><br />
<i>Test eines Network Management Systems</i><p><br />
<a href="#Performance Testing">[2]</a> beschreibt den Test eines Network-Management-Systems (NMS) für ein VoIP-System. Die Cloud wurde aufgrund der Skalierbarkeit gewählt. Ausgeführt wurden die Tests auf Amazons Elastic <br />
Cloud 2 (EC2). Die erzielten Ergebnisse sind beeindruckend, insbesondere die Kosten sind mit 120$ überschaubar.<p><br />
<i>York Extensible Testing Infrastructure</i><p><br />
Der Artikel <a href="#YETI">[3]</a> stellt den Einsatz der York Extensible Testing Infrastructure (YETI) dar, einem automatisierten Werkzeug für den Zufallstest in der Cloud. Obwohl YETI zu den schnellsten Werkzeugen seiner <br />
Art zählt, gibt es Performanceprobleme bei dem Testen umfangreicher Software. Es wurde beobachtet, dass die Ausführungsgeschwindigkeit von 106 Methodenaufrufen pro Minute auf 10³ Methodenaufrufe <br />
pro Minute sinken kann. Darüber hinaus gibt es auch Sicherheits-Probleme von YETI, die durch den Einsatz in der Cloud gelöst werden konnten. Es wird gezeigt, dass durch den intensiven <br />
Einsatz paralleler Rechenkapazität in der Cloud, die Performanceprobleme von YETI gelöst werden konnten.<p><br />
<i>Cloud9</i><p><br />
<a href="#Research issues">[1]</a> beschreibt Cloud9, einen cloud-basierten Ansatz, der auf einer parallelen symbolischen Ausführung (symbolic execution) basiert. Symbolic Execution ist eine Technik des Softwaretests. Sie wird der Methodik der statischen Analyse zugeordnet und verwendet eine formale mathematische Beschreibung. Das zu testende Programm wird nicht ausgeführt, es wird lediglich der Quellcode untersucht. <br />
Das Problem solcher Analyseverfahren ist die hohe Komplexität und der große Rechenaufwand, den sie erfordern. Der Ansatz bei Cloud9 ist, dass die Skalierbarkeit der symbolischen Ausführung (bzw. <br />
der Engine, die sie ausführt) verbessert wird und dann mittels einer skalierenden Cloud-Lösung effizient eingesetzt wird. Die erzielten Ergebnisse zeigen, dass diese Lösung um ein bis zwei Größenordnungen schneller ist, als eine übliche Engine zur symbolischen Ausführung. Getestet wurde diese Lösung ebenfalls auf der Amazon Elastic Cloud 2 (EC2).<p><br />
<b>Themen der Forschung</b><p><br />
Das zentrale Ansinnen des Aufsatzes <a href="#cloud9">[4]</a> liegt darin, Forschungsbereiche aus dem Themengebiet Softwaretests in der Cloud zu identifizieren, die für die Wirtschaft eine große Rolle spielen. Dazu <br />
interviewten Forscher der Technischen Universität Lappeenranta, Finnland, eine Reihe von Unternehmen aus verschiedenen Teilbranchen der IT-Industrie. Die Interviewpartner waren Angestellte <br />
mit Leitungspositionen, vom Software Manager bis zum CEO. Aus deren Antworten zogen die Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Bereiche, denen sich die Forschung im Bereich Softwaretests in der <br />
Cloud widmen sollte. Es wurden drei Bereiche von Forschungsfragen identifiziert: Anwendungen, Management sowie rechtliche und finanzielle Aspekte. Die identifizierten Forschungsfragen werden im <br />
Folgenden, geordnet nach den identifizierten Kategorien, wiedergeben. Auch wenn in dem Aufsatz noch weitere Forschungsfragen diskutiert werden, geben wir nur die aus unserer Sicht relevanten Fragen <br />
wieder.<p><br />
<b>Anwendungsfragen</b><p><br />
<i>Geeignete Anwendungen</i><p><br />
Anbieter und Anwender von Softwaretests in der Cloud sind vor allem daran interessiert zu wissen, welche Kategorien von Anwendungen sich cloud-basiert testen lassen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, <br />
dass die Akzeptanz für das Testen von kritischen Systemen (beispielsweise aus dem Finanzsektor) mit Hilfe einer Public Cloud gering sein kann. Da es sich bei solchen Systemen sehr häufig <br />
um datenintensive Systeme handelt, würden gerade diese von einem solchen Test profitieren.<p><br />
<i>Qualität des Testprozesses</i><p><br />
Nutzer wollen die Qualität des Testprozesses garantiert wissen, ebenso wie die Qualität der Anwendung, die zu testen ist. Die Herausforderung für die Wissenschaft ist, die cloud-basierten Testprozesse <br />
bezüglich ihrer Qualität vergleichbar zu bewerten. Das ist schwierig, da Qualität ein komplexes Kriterium ist und es sich aus mehreren Qualitätseigenschaften zusammensetzt, die subjektiv unterschiedlich <br />
stark gewichtet werden. Forschungsarbeiten zur Qualitätsbewertung von Prozessen und Werkzeugen müssen aber nicht von neuem beginnen, sondern können auf eine Vielzahl an wissenschaftlichen <br />
Arbeiten zurückgreifen.<p><br />
<i>Cross-Cloud Testing</i><p><br />
Aus Sicht des Kunden ist es sinnvoll, dass sich die Art und Weise des Monitorings und des Managements seiner Testanwendung unter verschiedenen Anbietern nicht unterscheidet. Dieser Wunsch ist nicht spezifisch für das Testen in der Cloud, es ist vielmehr auch ein Wunsch nach einer Harmonisierung von Cloud-Diensten im Allgemeinen. Die Herausforderung besteht darin eine solche Harmonisierung herzustellen.<p><i>Cloud-Testing-Lösungen für spezielle Anwendungsklassen</i><p><br />
Es darf die Hypothese geäußert werden, dass der Test von verschiedenen Anwendungen derselben Anwendungsklasse auch nach dem gleichen oder zumindest einem ähnlichem Schema abläuft. Der <br />
Wunsch nach standardisierten Testlösungen für bestimmte Anwendungsklassen ist ein alter Traum des Software-Engineerings. Die Nützlichkeit und (Teil-)Realisierbarkeit einer solchen Lösung ist unter dem <br />
Gesichtspunkt der besonderen Leistungsfähigkeit des Cloud Computings neu zu untersuchen.<p><br />
<b>Managementfragen</b><p><br />
<i>Pool von Testern</i><p><br />
Einer der greifbaren Vorteile für den Einsatz von Cloud Computing ist die erhöhte Ausfallsicherheit und ständige Verfügbarkeit der Maschinen und damit der Rechenleistung und ihrer Daten. Diese wird <br />
ermöglicht durch mehrfache Redundanz, schnelle Migration von logischen Diensten und weiteren Hilfsmitteln. Für den Softwaretest sind häufig noch manuelle Interaktionen nötig. Eine Migration von <br />
Testdienstleistungen in die Cloud muss auch diesen Umstand berücksichtigen. Das kann beispielsweise durch einen Pool von Testern, der eine 24/7 Verfügbarkeit ermöglicht, sichergestellt werden. Lösungen, die in diese Richtung gehen gibt es bereits, siehe uTest <a href="#utest">[5]</a>. Hier werden Testdienstleistungen über Crowdsourcing angeboten. Die Tiefe, der Umfang und die Art der Leistung lässt sich recht frei <br />
zusammenstellen. Solche Lösungen sind in das Service-Modell Human-as-a-Service (HaaS) einzuordnen und implizieren weitere Fragestellungen bezüglich der Kommunikation, der Interaktionen <br />
sowie nach Sicherheit und Vertrauen.<p><br />
<i>Migrationspfade für Kunden</i><p><br />
Die Erfahrung zeigt, dass eine Migration zu einem neuen System stets mit einigen Schwierigkeiten verbunden ist. Es ergeben sich Fragen nach der Übernahme von Daten, der Ausbildung der Nutzer, <br />
der Akzeptanz von neuen Systemen und Abläufen und der Integration in die (Geschäfts-)Prozesse. Die Migration von Softwaretests in die Cloud nimmt sich an dieser Stelle nicht aus. Hier sind diese Fragen <br />
ebenfalls zu beantworten, nicht zuletzt weil durch den Einsatz des Cloud Computings ein Paradigmenwechsel stattfindet, von in-house-organisierten und durchgeführten Testprozessen hin zu solchen Testprozessen, welche die Unternehmensgrenzen überbrücken. Die Konfiguration der Cloud-Dienste für den Kunden ist individuell und sollte den Gegebenheiten des Geschäftszwecks und den Anforderungen des Kunden dienen. Die Forschung sollte hier Möglichkeiten und Methoden schaffen das strukturiert zu ermöglichen.<p><br />
<i>Rechtliche Fragen</i><p><br />
Die Verwaltung von Testdaten ist stets eine kritische Aufgabe, da dabei unter anderem Datenschutzbestimmungen und Vertrauensschutzrichtlinien eine wichtige Rolle spielen und deren Gestaltung <br />
die Testspezifikation bestimmen. Dieser Problematik unterliegen auch Softwaretests, die nicht in der Cloud ausgeführt werden. Das Problem wird dadurch verschärft, dass die zu testende Cloud außerhalb <br />
des Unternehmens aufgestellt ist und weil Personen an diesen Tests beteiligt sind, die dem Unternehmen nicht angehören. Dieses Problem wird bereits seit einiger Zeit untersucht, da eine Lösung auch für traditionelle Softwaretestverfahren dienlich wäre. Im Kontext des Softwaretests in der Cloud sollte dieser Forschungsfrage eine weitaus größere Bedeutung als bisher beigemessen werden.<p><br />
<b>Fazit</b><p><br />
In diesem Beitrag hat der IT-Radar eine Übersicht gegeben, welche Möglichkeiten und neue Fragestellungen sich für das Testen von Software ergeben, die in der Cloud ausgeführt wird und für den Softwaretest, der die umfangreichen Möglichkeiten des Cloud Computings instrumentalisiert. Der Trend zur Migration von Diensten und Anwendungen in die Cloud greift zunehmend auf den Softwaretest über. Wie in Abschnitt 3.1 gezeigt wurde, gibt es bereits erste cloud-basierte Dienste für den Softwaretest. Das Fazit des IT-Radars ist, dass Softwaretests in der Cloud neue Möglichkeiten bieten, um sowohl <br />
den wachsenden Qualitätsanforderungen an Software gerecht zu werden, als auch dem zunehmenden Umfang von Softwaresystemen und dem damit verbundenen steigenden Aufwand für qualitätssichernde Maßnahmen mit neuen effizienten Mitteln zu begegnen. Für eine breite Adaption sind jedoch noch einige Forschungsfragen offen, siehe Abschnitt 3.2.Themen der Forschung.<p><br />
<b>Literaturverzeichnis</b><p><br />
<br />
<a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/reports/Softwaretesten_in_der_Cloud.pdf']);"  name="Research issues">[1]</a> L. M. Riungu, O. Taipale, and K. Smolander, “Research <br />
Issues for Software Testing in the Cloud,” <br />
Cloud Computing Technology and Science (CloudCom), <br />
2010 IEEE Second International Conference <br />
on Computing Technology and Science, pp. 557–<br />
564, 2010.<br />
<br />
<a name="Performance Testing">[2]</a> Z. Ganon and I. E. Zilbershtein, “Cloud-based <br />
Performance Testing of Network Management Systems,” <br />
Computer Aided Modeling and Design of <br />
Communication Links and Networks, 2009. CAMAD <br />
‚09. IEEE 14th International Workshop on, pp. 1–6, <br />
2009.<br />
<br />
<a name="YETI">[3]</a> M. Oriol and F. Ullah, “YETI on the Cloud,” in <br />
Software Testing, Verification, and Validation Workshops <br />
(ICSTW), 2010 Third International Conference <br />
on, 2010, pp. 434–437.<br />
<br />
<a name="Cloud9">[4]</a> L. Ciortea, C. Zamfir, S. Bucur, V. Chipounov, and <br />
G. Candea, “Cloud9: a software testing service,” <br />
ACM SIGOPS Operating Systems Review, vol. 43, no. <br />
4, pp. 5–10, Jan. 2010.<br />
<br />
<a name="utest">[5]</a> http://www.utest.com<br />
<p><!-- s9ymdb:114 --><img width='16' height='16' style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="/uploads/pictures/icon_pdf.serendipityThumb.png" alt="" /><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/reports/Softwaretesten_in_der_Cloud.pdf" title="Softwaretesten_in_der_Cloud.pdf" target="_blank">Softwaretesten_in_der_Cloud.pdf</a><br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>englisch</dc:subject>

    </entry>
    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/104-Software-OEkosysteme-Teil-4.html" rel="alternate" title="Software-Ökosysteme - Teil 4" />
        <author>
            <name>Philipp Rothmann</name>
            <email>rothmann@ebus.informatik.uni-leipzig.de</email>
        </author>
    
        <published>2012-01-30T08:30:00Z</published>
        <updated>2012-01-30T08:38:13Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=104</wfw:comment>
    
        <slash:comments>0</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=104</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/10-Interview" label="Interview" term="Interview" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/104-guid.html</id>
        <title type="html">Software-Ökosysteme - Teil 4</title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <p>Was für eine Rolle werden <strong>Software-Ökosysteme</strong> in zehn Jahren in der Unternehmenspraxis spielen? Etabliert sich das Ökosystem als Geschäftsmodell im Bereich von Softwareprodukten oder entpuppt es sich als überstrapazierter Begriff, der nur einen befristeten Trend beschreibt?<br /><br />
Im abschließenden Teil unseres IT-Radar <a href="http://it-radar.org/serendipity/archives/37-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html">Interviews</a> mit dem niederländischen Forscher <em>Slinger Jansen</em> werfen wir einen Blick in die Zukunft der Software-Ökosysteme und erläutern, was die zukünftige Entwicklung von Software-Ökosystemen für IT-Entscheider bedeutet.<br /><br />
<!-- s9ymdb:114 --><img width='16' height='16' style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="/uploads/pictures/icon_pdf.serendipityThumb.png" alt="" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/transkripte/SECO-Transcript_IV.pdf']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/transkripte/SECO-Transcript_IV.pdf" title="SECO-Transcript_IV.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF herunterladen...</a><br /><br />
<!-- s9ymdb:116 --><img height="16" width="16" src="/uploads/pictures/icon_audio2.serendipityThumb.png" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/podcasts/Interview_Jansen_IV-IV.mp3']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/podcasts/Interview_Jansen_IV-IV.mp3" title="Interview_Jansen_IV-IV.mp3" target="_blank">Interview mit Slinger Jansen - Teil IV (MP3, ca. 11 MIN)</a><br /><div><script type=text/javascript src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/it-radar/Skripte/Infobox_v02.js"></script></div><div style="background: #f0f0f0; width:95,5%; padding-left: 30px; padding-right: 30px;  border-top: 1px solid #0066CC; border-bottom: 1px solid #0066CC;"><div align="center" margin-top="20px"><br /><a href="javascript:einblenden('infobox1');">Weitere Artikel zum Thema...</a></div><br /><div id="infobox1" style="display: none; text-align: justity;"><ul><li><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/101-Software-OEkosysteme-Teil-1.html" title="Link zu Teil 1">Teil 1 des Interviews mit Slinger Jansen</a></li><br />
<li><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/102-Software-OEkosysteme-Teil-2.html" title="Link zu Teil 2">Teil 2 des Interviews mit Slinger Jansen</a></li><br />
<li><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/103-Software-OEkosysteme-Teil-3.html" title="Link zu Teil 3">Teil 3 des Interviews mit Slinger Jansen</a></li><br />
<li><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/100-Software-OEkosysteme.html" title="Zusammenfassung Interview">Zusammenfassung des Interviews (deutsch)</a></li></ul><br /></div></div></p> <h3>Das Interview zum Nachlesen:</h3><p class="blogfrage">Jan Bosch and others argue that it is sensible to move from an integration-centric approach to a composition approach. They say it is supposed to result in a better integration of small teams, shorter release cycles, and therefore a better position for quick tests of the products in the market. Maybe you can give us a quick overview over both approaches?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">What I do find interesting here is the agile approach that comes around the corner. I think my students also are constantly developing apps for mobile phones, and I see a sort of a demo. So it’s a bit of a testing playground. I have seen many apps of them maybe of the ten or fifteen apps that I have seen being developed, some were very big failures but some of them were actually relatively successful, and they weren‘t so to say the horses that I would have bet on. So in that sense I think it is truly a great way to test out, test the water with an innovation.<br /><br />
So in that sense I do agree on taking a small agile approach to this. I think that is a great idea, but I don‘t specifically see an ecosystem view on this. What I do see is that if you have a successful platform that is doing very well in a market or a successful product and you want to make the move to ecosystems, then I would definitely start off with just small plug-ins or start developing with maybe three or four partners and ask them „Hey, what kind of plug-in would you like to develop and in which domain will you want to be active? And what kind of extension points are you working for in our platform?“ But I cannot really make a statement on whether the integration-centric approach is better than the compositional.<br /><br />
I think composition also assumes that you just have a bunch of artefacts that you can put together fairly easily, and the idea I get in most ecosystems is that there is one big platform; there is already one large entity that people add slowly but surely more functionality and specificity to. I am not sure if I interpreted the question right but I get the feeling that there is not such a strong relationship to the way in which the ecosystem is run compared to one of these two approaches. I get the feeling they are not even appropriate for ecosystems.</p class="blogantwort"><p class="blogfrage">Then as a final question: Regarding the current stage of research and the penetration of enterprises, what do you expect will be said in let us say about ten years about software ecosystems?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">A really good question, I hadn‘t really thought of it because I am so in the „now“ when it comes to ecosystems. But I think there is one credo I got into this area because I have a passion like I said before for software companies–especially independent software vendors, although I do not know why they are called independent because in an ecosystem you are not independent, you are just a software vendor.<br /><br />
I find software vendors really interesting companies, and I think the saying that they used to have which is: “Get big, get niche, or get out” will always hold, and it will be more valuable in the future. If you are smart enough and strong enough to develop your own platform that creates a critical mass in a market and thereby also creates interest from third parties to extend your products, you will be getting big. But if you are very specialised and you are active in a domain like here in the Netherlands we have a company called Stabiplan and they make technical drawings for all kinds of heating systems in a building, then that is a very clear niche.<br /><br />
Stabiplan builds on top of the AutoCAD products so they are part of the Autodesk ecosystem, and I think that is a beautiful way of thinking. This company is very successful, very profitable, and they are a very good niche company. And I don‘t think there is really a good way of being in between those two. There is no bit of a platform or a bit of a niche product. In the end you will probably develop your own platform again, maybe within a niche that could happen, but then there needs to be enough value in the ecosystem to have third parties connecting to you. Well, I think I am straying a little bit, but I expect that increasingly so that companies will slide under the wings of larger organisations and use their platforms as a transport for new innovations.<br /> <br />
In that sense I expect the concept of software ecosystems to become stronger and that companies will make their own SECO in the software ecosystem more frequently explicit as it already is by saying something like „Hey we are part of the SAP stack“ or „We operate in the Google ecosystem.“ That is one development I see, and I also see that there are new innovative business models available that are specifically geared towards ecosystems. I think, for instance, of two companies right away, one is appstores.com, and you can all imagine what they do: They basically provide you with a platform that you can employ as an app store. So, let us say I have a software company called „Slinger“ I would call it slinger.appstore.com, and through them I could have partners who sell their stuff through my app store. I find that really interesting.<br /><br />
I also think there is a lot of value now in data. So a company here in the Netherlands that was founded actually here in Utrecht by some students of ours. It is called Distimo, and I think they are doing very well now, I think they are up to the level of making money by now. And what they do is they collect data from the several app stores, and they compare that to the data of other app stores. I think as a customer they have Facbook, and Facebook wants to know how much their application is downloaded at the moment, and how is it doing on each of the platforms. I think another customer of them is Rovio Games, and they want to know how many apps they are selling per day and what would happen if they changed the price of them a little bit, what kind of effect it would have on their supplied demand. I find that these ecosystems geared companies are very successful, and I am also looking to invest and do research with such companies. So if any of such companies is listening: please, do contact me!<br /><br />
Also, as a second aspect, and I think you already felt it in my previous answers, in the long run I expect companies to become more and more open, so the community around them sustains them more than the company itself. Therefore, I expect more and more organisations like the Apache Foundation, the Eclipse Foundation, more of these organisations to rise and be really successful even though there is no clear ownership or governance, or more precisely, there is a clear governance structure, but no real ownership, it is more of a foundation ownership than private or cooperate ownership.<br /><br />
Another aspect that I do find really interesting is that–as a final note–I wonder whether the term Software ecosystem is really all that relevant. I am actually chopping at my own tree here, because in the long run I think we are seeing software vendors converging increasingly into other domains. One of my favourite examples is Google Bank, I think we are all waiting for the first introduction of the Google Bank to come. In the future I expect that we will be talking a lot more about power distribution in the ecosystem. Previously I talked a little bit about centralised and decentralised ecosystems, and depending on the specific ecosystem–whether it is the electric vehicle ecosystem or the Software ecosystem or the XBRL ecosystem–I think that we will look at them with certain glasses, depending on our interests at that point.<br /> <br />
As a final example I would like to talk about the iPhone OS ecosystem, which is much more than just a phone with a bunch of software on it, because it has ties increasingly in every domain. If you look, for instance, on the banking domain or the automotive domain or the business intelligence domain or even grocery shopping and logistics, I think that the ecosystem is already constantly testing the virtual boundaries that are imposed by the term software in this context. I think slowly but surely even though this term is driving me hopefully very far in research in the end we will have to revert it back into business ecosystems, because at the end of the day that is what those systems are, they are business ecosystems with a strong specific software component.</p class="blogantwort"><p class="blogfrage">Professor Jansen, thank you for the interesting and comprehensive interview!</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Thank you very much.</p class="blogantwort"><p class="blogfrage">Das IT-Radar-Interview führte <a href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/67-Das-IT-Radar-Team.html"><em>Vincent Wolff-Marting</em></a>.</p class="blogfrage"><br /><br /><br />
<br />
 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>seco</dc:subject>
<dc:subject>software evolution</dc:subject>
<dc:subject>softwareentwicklung</dc:subject>
<dc:subject>web 2.0</dc:subject>

    </entry>
    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/99-Rueckblick-auf-die-ECSA-2011-in-Essen.html" rel="alternate" title="Rückblick auf die ECSA 2011 in Essen" />
        <author>
            <name>Katharina König</name>
            <email>Katharina.Koenig@paluno.uni-due.de</email>
        </author>
    
        <published>2011-12-08T10:12:05Z</published>
        <updated>2011-12-08T12:16:50Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=99</wfw:comment>
    
        <slash:comments>0</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=99</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/2-Allgemeiner-Beitrag" label="Allgemeiner Beitrag" term="Allgemeiner Beitrag" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/99-guid.html</id>
        <title type="html">Rückblick auf die ECSA 2011 in Essen</title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <p>Die <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.ecsa2011.org']);"  href="http://www.ecsa2011.org">5th European Conference on Software Architecture</a> (ECSA 2011) fand dieses Jahr im September in der Ruhrmetropole Essen statt. Nachdem einige Wochen vergangen sind und sich die gesammelten Eindrücke setzen konnten, laden wir Sie ein, in diesem kurzen Beitrag mit uns auf die Konferenz zurück zu schauen.<br />
<br />
<a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.ecsa2011.org']);"  href="http://www.ecsa2011.org"><img src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/ecsa-banner-v9.jpg" /></a></p> <p> An den vier Konferenztagen wurden den Teilnehmern der 5. ECSA sowohl wissenschaftliche als auch wirtschaftliche Vorträge und Workshops geboten. Mit diesen Beiträgen wurden die aktuellen Trends im Themenbereich Softwarearchitektur intensiv diskutiert.</br><br />
Besonders positiv bewerteten die Teilnehmer der Konferenz, dass in den Konferenzbeiträgen Experten sowohl aus der Wissenschaft als auch aus der Wirtschaft zu Wort kamen und aus ihren unter-schiedlichen Perspektiven über den gegenwärtigen Stand der Dinge berichteten. Auf diese Weise entstand ein produktiver Austausch zwischen Wissenschaftlern und Praktikern im Hinblick darauf, worin die tatsächlichen Herausforderungen der Unternehmen bestehen und welche möglichen Lösungsansätze die Forschung bieten kann.</br><br />
Die wissenschaftlichen Vorträge hielten Albrecht Schmidt vom Institut für Visualisierung und Interaktive Systeme (VIS) an der Universität Stuttgart, Harald Gall, Direktor des „Software Evolution and Architecture Lab“ (s.e.a.l.) der Universität Zürich, und Raffaela Mirandola vom Politecnico di Milano. Sie berichteten über aktuelle Entwicklungen in der akademischen Gemeinschaft. Dabei stellten sie die Zusammenhänge zwischen Architektur und Benutzerinteraktion dar und präsentierten Visualisierungs-, Analyse- und Interaktions-methoden für Software Architekturen. Auch Software-Performance-Steigerungen in und für dynamische Umgebungen wurden diskutiert.</p><p><br />
 <br />
<a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.inf.usi.ch/phd/wettel/codecity-wof.html']);"  href=""><img src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/jdk.png" /></a><br />
<br />
Abbildung 1: Visualisierung der Architektur des Java Development Kit (JDK) v1.5 (Quelle: <a href="http://www.inf.usi.ch/phd/wettel/codecity-wof.html">http://www.inf.usi.ch/phd/wettel/codecity-wof.html</a>)<br />
</p><p><br />
Harald Gall stellte ein Framework vor, welches in Form von „Analysis as a Service“ helfen kann, Software Architekturen zielgerichtet zu ana-lysieren. Abbildung 1 zeigt die dargestellte Visualisierung und verdeutlicht z. B. die Größe und die Komplexität der Komponenten des Java-Development-Kits (JDK) 1.5. Um derartige Architekturen zu analysieren und ihre Evolution zu kontrollieren, wird eine Vielzahl von unterschiedlichen Analyseprogrammen benötigt. Das Framework stellt unterschiedliche Analysekomponenten bereit, die zu einer spezifischen Analyse orchestriert werden können, sodass die verschiedenen Aspekte von Architekturen einbezogen werden können.</br><br />
In den drei wirtschaftlichen Vorträgen wurden aktuelle Probleme und Herausforderungen für Unternehmen behandelt, die in Bezug auf Soft-warearchitekturen auftreten. Eberhard Wolff (Architecture Technology Manager der adesso AG) berichtete über Erfahrungen und Problemlösungen in der Entwicklung und Umsetzung von Software-architekturen in der Wirtschaft. Jörg Koletzki (Mitglied der Geschäfts-führung der E.ON IT GmbH) beschrieb Erfahrungen und Methoden, um Enterprise-Architecture-Management in einem Unternehmen zu etablie-ren. Magnus Larsson, Software-Manager bei ABB Corporate Research, gab einen Einblick in wirtschaftlich gesteuerte Langzeitforschung und Anwendungsentwicklung.</br><br />
In weiteren Vorträgen, in der Kategorie „Emerging research“ wurden 24 Artikel vorgestellt, deren Schwerpunkte auf der Qualitätssicherung bei Softwarearchitekturen sowie auf Servicekomposition, Überwach-ung und Konfiguration von Software- und Enterprise-Architekturen in Echtzeit lagen. Ansätze zur semantischen Integration von Qualitätsanforderungen in Softwarearchitekturen sowie architek-tonische Qualitätsgesichtspunkte wurden erörtert. Außerdem wurde die Servicekomposition aus unterschiedlichen Architektursichten be-trachtet sowie deren End-User-Orchestration diskutiert. Des Weiteren wurden modellbasierte Ansätze zur Rekonfiguration von verteilten Echtzeitsystemen, ein Monitoring-Framework für komponentenbasierte Softwaresysteme sowie Echtzeitüberwachung und Echtzeit-Controlling von Enterprise-Architekturen behandelt.</br><br />
Die Vorträge in den Kategorien „Full research“ und „Experience“ befassten sich primär mit Produktlinien-Architekturen und deren Änderungsanalysen sowie Design und Evaluation von Architektur-Pattern im Kontext von Open-Source-Software. Daneben wurde ein Referenzmodell für das Testen von serviceorientierten Anwendungen und eine auf Architekturen basierende Fehlerdiagnose für Software-systeme vorgestellt.</br><br />
Außer den Vorträgen fanden zwei ganztägige Workshops zu den Themen „Traceability, Dependencies and Software Architecture“ sowie „Software Architecture Variability“ statt und eine Postersession, die der Darstellung aktueller Forschungsherausforderungen gewidmet war. Hierbei reichte das Themenspektrum von Human-as-a-Service-Managementfunktionen bis zum semantischen Monitoring von Daten und Ressourcen auf Basis von Ontologien.</br><br />
Nicht zuletzt luden die „social events“ rund um die Konferenz zum Ideenaustausch und Knüpfen interdisziplinärer Kontakte ein.</p><br />
 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>architektur</dc:subject>
<dc:subject>ecsa2011</dc:subject>
<dc:subject>konferenz</dc:subject>

    </entry>
    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/97-Webanwendungen-erfolgreich-testen.html" rel="alternate" title="Webanwendungen erfolgreich testen " />
        <author>
            <name>Michaela Trebing</name>
            <email>M.Trebing@gmx.net</email>
        </author>
    
        <published>2011-09-23T14:52:44Z</published>
        <updated>2011-10-10T13:01:40Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=97</wfw:comment>
    
        <slash:comments>0</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=97</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/7-Paper-des-Monats" label="Paper des Monats" term="Paper des Monats" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/97-guid.html</id>
        <title type="html">Webanwendungen erfolgreich testen </title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <p>In unserem <a href="http://www.it-radar.org/serendipity/index.php?/archives/37-LPZ-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html" >Paper des Monats</a>  August stellen wir diesmal einen Beitrag aus dem Jahr 2001 vor, der dieses Jahr mit dem ICSE Award „Most influential Paper“ ausgezeichnet wurde. Hervorgehoben wurde eine Pionierarbeit zum automatisierten Testen von Webanwendungen und Webseiten. Während Entwickler in den Bereichen traditioneller Software bereits auf Modelle und Testverfahren der Qualitätssicherung zurückgreifen konnten, hatte diese Möglichkeit im Bereich der Web- Anwendungen bis dahin gefehlt. Die Autoren <em>Filippo Ricca und Paolo Tonella </em>beschreiben in ihrer Arbeit <strong><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/dl.acm.org/citation.cfm?id=381476']);"  href="http://dl.acm.org/citation.cfm?id=381476"> Analysis and Testing of Web Applications </strong></a> Herausforderungen für das Testen und Analysieren von Internetanwendungen und stellen die Entwicklung der Serviceprogramme <em>ReWeb </em>und <em>TestWeb</em>, die automatisierte Testverfahren erzeugen können, vor.</p><br />
<br />
  <h3>Web Anwendungen gestalten sich vielfältig</h3><br />
<p>Während Test- und Analyseverfahren bereits fester Bestandteil der traditionellen Softwareentwicklung waren und durch allgemein anerkannte Regeln und Abläufe definiert wurden, fehlten derartige Methoden für Webanwendungen. Durch die rapide Entwicklung von Funktionen und Anwendungen des Internets und der damit einhergehenden Professionalisierung dieses Bereiches nahm der Bedarf an Methoden der Qualitätssicherung zu. Eine Herausforderung sahen die Forscher in den unterschiedlichen Ausprägungen von Internetseiten, die sowohl als statische als auch dynamische Seiten auftreten oder Links, Frames und Formulare beinhalten können. Die Forscher übertrugen Analyse- und Testmethoden der traditionellen Softwarequalitätssicherung auf Webanwendungen und betonten gleichzeitig die unterschiedlichen Anforderungen der Systeme.</p><br />
<h3>Analysemodelle für Webanwendungen</h3><br />
<p>Um Webanwendungen umfassend zu analysieren und zu testen ist die Erstellung eines UML-Modells für <em>Ricca und Tonella</em> eine Grundvoraussetzung. Dafür haben die Autoren das UML-Metamodell einer gewöhnlichen Webapplikationsstruktur erstellt, bei dem Interaktions- und Navigationsmodelle hervorgehoben wurden und Architekturperspektiven zweitrangig waren.</p><br />
<div style="margin:0px auto;"><center><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Ricca2001_Figure_1.png"><img src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Abb.1_WA.jpg" width="332px" alt="UML Klassendiagramm: Metamodell für Web-Applikationen." title="Abbildung 1: Metamodell für Web-Applikationen (zum Vergrößern anklicken)" /></a><br/><br />
<em>Abbildung 1: Metamodell für Web-Applikationen. Das Modell ist eine Umschreibung einer vorgegebenen Seite. (aus Ricca und Tonella, 2001)</em></center></div><br />
<p>Das zentrale Objekt in diesem Modell ist die Webseite, die Informationen enthält, die für den Nutzer angezeigt werden und andere Seiten durch Navigationsverbindungen erreichen kann. Das Modell bildet auch dynamische Elemente ab. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde die Dynamik vornehmlich durch Frames und Formulare geboten, daher haben die Autoren gezeigt, wie UML Modelle einer Frameseite und einer Formularseite aussehen können:</p><br />
<div><center><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Ricca2001_Figure_3.png"><img src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Abb.2_WA.jpg" width="332px" alt="UML Klassendiagramm: Beispiel für Webseiten mit Formularen." title="Abbildung 2: Beispiel eines UML-Modells einer Webseite (zum Vergrößern anklicken)" /></a><br />
<em>Abbildung 2: Beispiel eines UML-Modells einer Webseite, die Formulare beinhaltet. (aus Ricca und Tonella, 2001)</em></center></div><br />
<h3>Testen von Web-Applikationen</h3><br />
<p>Das Testen von Webanwendungen dient der Qualitätssicherung von Software und soll sicherstellen, dass Faktoren der Funktionalität, Zuverlässigkeit, Benutzbarkeit, Effizienz sowie der Änderbarkeit und Übertragbarkeit von Softwaresystemen gewährleistet sind. Dabei werden verschiedene Arten von Tests angewendet, die in Abhängigkeit der Beschaffenheit einer Anwendung gestaltet werden. Grundsätzlich wird eine Unterscheidung zwischen statischen und dynamischen Verifikationen getroffen, wobei der Unterschied darin besteht, dass dynamische Tests das System in der Ausführung testen und statische Tests sich zum Beispiel mit der korrekten Beschreibung im Benutzerhandbuch oder der Rechtschreibprüfung im Quelltext befassen. Die Autoren haben verschiedene statische und dynamische Testverfahren beschrieben, die für Webapplikationen erforderlich sind.<br />
<h3>Statische Verfahren:</h3><br />
<p>Statische Verfahren untersuchen Webanwendungen auf Fehler und Anomalien, wie zum Beispiel der Aufdeckung ungültiger Navigationswege, unerreichbarer oder nicht existierender Seiten.  Außerdem können damit Probleme des Ladens und der Zuordnung  von Frames aufgedeckt werden. Mit der statischen Analyse werden Datenabhängigkeiten getestet und Abläufe analysiert, wodurch der Informationsfluss der Anwendung dargestellt werden kann und falsch definierte Variablen, die zum Beispiel unerwünschte Zustände erzeugen, erkannt werden können. Für Webanwendungen ist es außerdem wichtig zu testen, ob sogenannte „Dominators“ funktionieren. Das sind Seiten die Warnmeldungen oder AGBs  enthalten und deswegen bestimmten Inhalten vorangestellt werden müssen. Auch die Benutzerfreundlichkeit einer Seite kann anhand der „shortest path“-Analyse überprüft werden, da untersucht wird, wie viele Seiten ein Benutzer aufrufen muss, um das gewünschte Ziel zu erreichen. </p><br />
<h3>White-Box-Verfahren:</h3><br />
<p>Die dynamische Analyse beschränkt sich auf Methoden des White-Box-Testens, bei denen die interne Struktur von Webanwendungen überprüft wird. Hierfür werden zum Beispiel der Quellcode eines Systems und interne Programmstrukturen auf Fehler untersucht, indem jede Anweisung einmal oder mehrmals durchlaufen wird. Das Testen von Webapplikationen verläuft zum Beispiel als Testlauf einer Sequenz von Seiten, an deren Ende das Ausfüllen eines Formulars steht. Dieser Verlauf wird in Form einer URL- Sequenz dargestellt, welche die angefragten Seiten hervorhebt und diese wenn nötig mit Eingabevariablen versieht. Die ausgegebenen Seiten werden gespeichert, woraufhin der Output mit dem Soll-Zustand verglichen wird. Der Vorteil gegenüber traditioneller Software ist, dass die Auswahl des zu testenden Zweigs meist direkt über die Eingabe des Hyperlinks eingepflegt werden kann und nicht vordefiniert werden muss. Weitere Testkriterien für Webapplikationen sind:<br />
<ul><br />
  <li><strong>„Page testing“:</strong> Jede Seite wird mindestens einmal aufgerufen.</li><br />
  <li><strong>„Hyperlinking testing“:</strong> Alle Hyperlinks jeder Seite werden mindestens einmal durchlaufen.</li><br />
  <li><strong>„Definition-use testing“:</strong> Alle Navigationspfade, welche die zu testende Variable beeinflusst, werden durchlaufen und zwar jeweils einmal für jede mögliche Ausprägungen der Variable.</li><br />
  <li><strong>„All-uses testing“:</strong> Mit jeder möglichen Ausprägung der zu testenden Variable wird mindestens ein abhängiger Navigationspfad durchlaufen.</li><br />
  <li><strong>„All-path-testing“:</strong> Jeder Pfad einer Seite wird in verschiedenen Testfällen mindestens einmal durchlaufen.</li><br />
</ul><br />
Ricca und Tonella haben sich bei der dynamischen Analyse auf die „problematischen“ Seiten konzentriert und statische Seiten zu zweitrangigen Einheiten erklärt, da diese unveränderliche Informationen beinhalten.</p><br />
<h3>Das Erzeugen von Testfällen</h3><br />
<p>Die Forscher entwickelten die Programme ReWeb und TestWeb, um das Testen von Webanwendungen zu unterstützen. Das <b>ReWeb</b> besteht aus den Modulen <em>Spider</em>, <em>Analyser</em> und  <em>Viewer</em>. <em>Spider</em> lädt alle anvisierten Seiten herunter, unterscheidet dabei aber nicht zwischen statischen und dynamischen Seiten, es sei denn, die Seite ist nur über ein Formular erreichbar. Der Anwender kann dynamische Seiten manuell kenntlich machen und mit Eingabewerten versehen. Danach erstellt das Programm aus den heruntergeladenen Seiten ein UML-Modell. Das Modul <em>Analyser</em> benutzt das UML-Modell, um die oben genannten statischen Analysen durchzuführen. Das Modul <em>Viewer</em> visualisiert das UML-Modell und die Ergebnisse der Analysen als <em>Graphical User Interface (GUI)</em>, welches zum Beispiel ermöglicht, einzelne Elemente zu vergrößern oder mithilfe der Suchfunktion zu finden. Außerdem werden verschiedene Übersichten generiert: Die <em>history view</em>, welche die Entwicklung der Seite unter zeitlichen Aspekten festhält, die <em>system view</em>, welche die Seiten in einer Verzeichnisstruktur darstellt und die <em>data flow view</em>, die lesende und schreibende Zugriffe der Seiten auf Variablen ausgibt.</p><br />
<div><center><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Ricca2001_Figure_4.png"><img src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Abb.3_WA.jpg" width="332px" alt="Ablaufdiagramm für ReWeb und TestWeb." title="Abbildung 3: ReWeb und TestWeb (zum Vergrößern anklicken)" /></a><br />
<br /><em>Abbildung 3: Die Darstellung von ReWeb und TestWeb während des Analyse- und Testprozesses (aus Ricca und Tonella, 2001)</em></center></div><br />
<p>Die Aufgabe des <b>TestWeb</b> Programms umfasst die Festlegung einer Auswahl von Pfaden aus dem UML-Modell, um daraus Testfälle für das ReWeb zu generieren. Erzeugte Testfälle sind UML-Sequenzen, welche nach einmaliger Durchführung die Erfassung ausgewählter Kriterien erlauben. Die Werte müssen an dieser Stelle manuell eingegeben werden und können dann dem Webserver URL-Anfragesequenzen jedes Testfalls mit den geeigneten Eingabewerten übermitteln. Die vom Server zurückgelieferten Seiten werden gespeichert, und der Anwender überprüft dann, ob die ausgegebenen Werte zu dem eingegebenen Wert passen.</p><br />
<h3>Fazit:</h3><br />
<p><em>Das Paper Analysis and Testing of Web Applications</em> gab wichtige Impulse für das Testen verteilter Anwendungen. Die Beiträge zur Generierung von Testdaten und  von Testmodellen haben die Forschung in diesem Bereich vorangebracht und speziell auch spätere Forschungen zum Testen von sogenannten <em>Web-2.0-Anwendungen</em> (genauer gesagt asynchrone Web-Technologien wie z.B. AJAX)  stark beeinflusst. Sie dienten als Grundlage für eine ganze Reihe weiterer Veröffentlichungen. Die Bandbreite reicht von Beiträgen zu Softwaretests über Reverse-Engineering bis hin zur automatischen Erkennung von sogenannten <em>Clickjacking-Angriffen</em>. Der besondere Einfluss des Papers beruht auch auf der stetig wachsenden Bedeutung verteilter, webbasierter Anwendungen. <p><br />
<p>Wir wünschen eine angenehme Lektüre!<br/><br />
<strong>Ihr IT-Radar-Team</strong></p><br />
<h3>Das Paper des Monats</h3><div><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/dl.acm.org/citation.cfm?id=381476']);"  href="http://dl.acm.org/citation.cfm?id=381476"> Analysis and Testing of Web Applications </strong></a></strong> <em>Filippo Ricca</em> und <em>Paolo Tonella</em>: Analysis and Testing of Web Applications, In Proceedings of the 23rd International Conference on Software Engineering (ICSE’01), IEEE Computer Society, Washington, DC, USA, 25-34. 2001. ISBN 0-7695-1050-7.<br />
<br />Es ist zu beziehen unter:<br />
<br /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/dl.acm.org/citation.cfm?id=381476']);"  href="http://dl.acm.org/citation.cfm?id=381476">http://dl.acm.org/citation.cfm?id=381476</a><br />
</div><br />
<p><!-- s9ymdb:114 --><img width='16' height='16' style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="/uploads/pictures/icon_pdf.serendipityThumb.png" alt="" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/paperdesmonats/Analysis_and_Testing_of_Web_Applications1.pdf']);"  href="http://it-radar.org/serendipity/uploads/paperdesmonats/Analysis_and_Testing_of_Web_Applications1.pdf">Analysis and Testing of Web Apllications</a></p> 
            </div>
        </content>
        
    </entry>
    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/96-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-4.html" rel="alternate" title="Sicheres Cloud Computing - Teil 4" />
        <author>
            <name>Philipp Rothmann</name>
            <email>rothmann@ebus.informatik.uni-leipzig.de</email>
        </author>
    
        <published>2011-09-06T07:39:00Z</published>
        <updated>2011-09-06T07:50:32Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=96</wfw:comment>
    
        <slash:comments>0</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=96</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/6-Video-Glossar" label="Video-Glossar" term="Video-Glossar" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/96-guid.html</id>
        <title type="html">Sicheres Cloud Computing - Teil 4</title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <p>Mitarbeiter eines Cloud-Dienstleisters haben eine hohe Verantwortung oder anders ausgedrückt: zahlreiche Möglichkeiten zu einem weitreichenden Vertrauensbruch. Welche Möglichkeiten das sind, stellt <a href="serendipity/67-Das-IT-Radar-Team.html" target="_blank"><em>Vincent Wolff-Marting</em></a> im vierten und letzten Teil unserer Reihe des <a href="serendipity/index.php?/archives/37-LPZ-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html" target="_blank">Video-Glossars</a> "sicheres Cloud Computing" vor.<br /><br />
Neben den in dieser Reihe vorgestellten Angriffsmögichkeiten gibt es für den produktiven Einsatz allerdings auch eine ganze Reihe von generellen Schutzmaßnahmen. Bei der Entscheidung pro oder contra Cloud Computing gerade im Zusammenhang mit der Sicherheit von sensiblen Daten stellen diese Schutzmaßnahmen einen wichtigen Ansatz zur sicheren Nutzung von Cloud Computing Diensten dar. Im vierten und letzten Teil unseres <a href="serendipity/index.php?/archives/37-LPZ-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html" target="_blank">Video-Glossars</a> "sicheres Cloud-Computing" stellen wir deswegen auch einige generelle Schutzmaßnahmen vor.</p> <p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/28614259?byline=0&amp;portrait=0" width="450" height="253" frameborder="0"></iframe><p><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/vimeo.com/28614259']);"  href="http://vimeo.com/28614259">8. Video-Glossar: sicheres Cloud Computing - letzter Teil</a> von <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/vimeo.com/lpzitradar']);"  href="http://vimeo.com/lpzitradar">IT-Radar</a> auf <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/vimeo.com']);"  href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p><br /><br />
Die vorangegangenen Folgen im Überblick:<ol><br />
<li><a href="http://it-radar.org/serendipity/archives/90-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-1.html">Einführung und Systematisierung des Schutzbedarfs für Unternehmen</a></li><br />
<li><a href="http://it-radar.org/serendipity/archives/92-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-2.html">Externe Angreifer</a></li><br />
<li><a href="http://it-radar.org/serendipity/archives/93-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-3.html">Der Kunde als Angreifer</a></li><br />
</ol><br />
<br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>cloud</dc:subject>
<dc:subject>e-business</dc:subject>
<dc:subject>web 2.0</dc:subject>
<dc:subject>web-services</dc:subject>

    </entry>
    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/95-Der-digitale-Radiergummi.html" rel="alternate" title="Der digitale Radiergummi" />
        <author>
            <name>Philipp Rothmann</name>
            <email>rothmann@ebus.informatik.uni-leipzig.de</email>
        </author>
    
        <published>2011-08-08T09:50:00Z</published>
        <updated>2011-08-09T22:26:56Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=95</wfw:comment>
    
        <slash:comments>0</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=95</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/8-Meinungsecke" label="Meinungsecke" term="Meinungsecke" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/95-guid.html</id>
        <title type="html">Der digitale Radiergummi</title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <br />Begleitet von großem Medienecho präsentierte das Verbraucherschutzministerium das durch ein Team von Prof. Dr. Michael Backes entwickelte Programm „X-Pire!“ – den so genannten <strong>digitalen Radiergummi</strong> (siehe Infobox). Darauf folgten kurzfristig kritische Kommentare <a href="#Heise">[1]</a> und skeptische Analysen <a href="#Danish">[2]</a> des Programmes. In dieser <a href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/37-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html" title="Meinungsecke">Meinungsecke</a> werden wir die grundlegenden Probleme und Lösungsansätze diskutieren, die sich hinter dem <strong>digitalen Radiergummi</strong> verbergen. Weiterhin werden wir die Bedeutung eines solchen Werkzeugs für Unternehmen erläutern. <div><h3>Das Dilemma der verlustfreien Vervielfältigung</h3><p>X-pire ist eine Instanz des „digitalen Rechtemanagements“ (DRM). Die „Probleme“, die mit DRM adressiert werden sollen, sind in aller Regel die folgenden:</p><ol><li>Elektronisch repräsentierte Daten lassen sich beliebig oft verlustfrei vervielfältigen.</li><br />
<li>Daten altern nicht (Datenträger allerdings schon).</li><br />
<li>Wir haben hochleistungsfähige Suchverfahren, mit denen sich Daten schnell auffinden lassen. Die werden in den kommenden Jahren voraussichtlich noch besser (z. B. in Bezug auf Bilder- und Tonsuche).</li></ol></p><div><script type=text/javascript src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/it-radar/Skripte/Infobox_v02.js"></script></div><div style="background: #f0f0f0; width:95,5%; padding-left: 30px; padding-right: 30px;  border-top: 1px solid #3366ff; border-bottom: 1px solid #3366ff;"><div align="center" margin-top="20px"><br />
<a href="javascript:einblenden('infobox1');">Informationen zu "X-Pire!"...</a></div><div id="infobox1" style="display: none; text-align: justity;"><br /><strong>Funktionsweise:</strong> Der Benutzer, der ein Bild veröffentlichen möchte, lässt das Bild von X-Pire verschlüsseln und veröffentlicht anschließend das verschlüsselte Bild. Der Schlüssel wird zusammen mit einem „Verfallsdatum“ auf einem X-Pire Server hinterlegt. Wenn ein anderer Benutzer das Bild betrachten möchte, muss er zuvor den Schlüssel von diesem Server abrufen. Der Server liefert den Schlüssel nur, wenn das Verfallsdatum nicht überschritten ist. Außerdem muss der Betrachter noch ein Captcha lösen – damit soll ein automatisiertes Auslesen der Bilder verhindert werden (siehe <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.x-pire.de']);"  href="http://www.x-pire.de" target="_blank" title="Link zu www.x-pire.de">http://www.x-pire.de</a>).<br /><br />
<strong>Probleme der Funktionsweise:</strong> Das Programm kann nicht verhindern, dass die Schlüssel der geschützten Bilder gespeichert und weitergegeben werden. Mit einem gespeicherten Schlüssel kann das Bild auch nach Ablauf des „Verfallsdatums“ noch betrachtet werden. Das Programm verhindert ebenfalls nicht, dass ein einmal entschlüsseltes Bild auch über das „Verfallsdatum“ hinaus gespeichert oder weiterverbreitet wird. Zugleich wird der ehrliche Betrachter durch das ständige Lösen von Captchas gestört. Würden Sie sich die Urlaubsbilder eines Freundes ansehen, wenn sie dabei ständig unleserliche Texte abschreiben müssten? Schließlich kann der Schlüsselserver(betreiber) in die Privatsphäre der Betrachter eindringen, da er detailliert protokollieren kann, wer, wann und wie oft welches Bild betrachtet hat.<br /></div><br /></div></div><p>Zum Problem werden diese für sich positiven Eigenschaften nur, falls die Verbreitung eines Datums nicht gewünscht oder an Voraussetzungen (z. B. Lizenzgebühren) geknüpft ist. Dabei sind zumindest die ersten beiden genannten Eigenschaften nicht neu und auch nicht auf elektronisch repräsentierte Daten beschränkt, sondern zeichnen sich seit der Erfindung der Schriftsprache bereits für Texte ab, jedoch in deutlich abgeschwächter Form. Sie wurden seitdem bis zum heutigen Stand konsequent verstärkt, durch die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, später durch die Erfindung von Kopiergeräten. Und genau wie den mittelalterlichen Zensurbestrebungen keine Erfindung zur Hilfe kam, mit der alle Exemplare eines einmal verbreiteten Druckwerkes auf einfache Weise zurückgeholt werden konnten, wird auch dem gegenwärtigen Verbraucher oder Unternehmer keine Erfindung helfen können, einmal verbreitete Daten vollständig zu tilgen.<br />
<br />Wer ein Datum aus der Welt schaffen möchte, muss alle noch erhaltenen Duplikate finden und vernichten. Und selbst dann gibt es keine Sicherheit, ob nicht noch ein weiteres Duplikat übersehen wurde. Die unter Punkt 3 genannten hochleistungsfähigen Suchverfahren mögen dabei helfen, die Daten zu finden, das ist jedoch nur bei Datenspeichern möglich, die einer Durchsuchung zur Verfügung stehen.<br />
<br />Die Anfertigung von Duplikaten lässt sich auch nicht wirkungsvoll verhindern: Nach der Erfindung von Schriftsprache, Fotografie, Fonografie, Cinemotion, Fotokopie etc. kann daran kein Zweifel mehr bestehen. Jeder Kopierschutz und jedes digitale Rechtemanagement ist am Ende nichts anderes als eine mehr oder weniger nachdrücklich vorgebrachte Bitte an den Hörer oder Betrachter, von einer Vervielfältigung abzusehen.</p><div style="background: #f0f0f0; width:95,5%; padding-left: 30px; padding-right: 30px;  border-top: 1px solid #3366ff; border-bottom: 1px solid #3366ff;"><div align="center" margin-top="20px"><br />
<a href="javascript:einblenden('infobox2');">Digitales Rechtemanagment (DRM)...</a></div><div id="infobox2" style="display: none; text-align: justity;"><br />
Digitales Rechtemanagment bezeichnet Technologien, mit denen die Verwendung elektronischer Daten trotz Veröffentlichung eingeschränkt werden kann. Beispiele für Anwendungen von DRM sind:<ul><li>PDF-Dateien, die zwar betrachtet, aber nicht (ohne Weiteres) gedruckt werden können.</li><br />
<li>Digitale Wasserzeichen, mit denen die Urheberschaft an einer Datei nachgewiesen oder auch der Verbreitungsweg unerwünschter Kopien nachvollzogen werden kann.</li><br />
<li>Musik- und Film-Dateien, von denen der Kunde nur eine beschränkte Anzahl von Kopien anfertigen kann (Filme bei iTunes, bis 2009 auch Musik bei iTunes entsprechend geschützt).</li></ul>Digitales Rechtemanagement wird sehr kontrovers gesehen. Einerseits ist der Schutz, den es bei gezieltem Vorgehen bietet beschränkt, andererseits behindert es in vielen Fällen auch die legitime Verwendung der durch DRM geschützten Daten. Ferner wird die Begriffswahl kritisiert, da eher Restriktionen als Rechte (bzw. Berechtigungen) verwaltet werden.<br /></div><br /></div><h3>Herausforderungen aus Unternehmenssicht</h3><p>Geringfügig anders kann es in der IT-Landschaft von Unternehmen aussehen. Dort kann die Wirksamkeit von DRM durch eine strenge Beschränkung der eingesetzten Hard- und Software gefördert werden. Es gibt eine Reihe von Situationen, in denen Unternehmen sich einen <strong>digitalen Radiergummi</strong> wünschen könnten. In jedem Fall ist zu unterscheiden, ob ein Gegner aktiv versucht, das Löschen zu verhindern, oder ob es nur Zufälle und Versehen sind, gegen die der Radiergummi helfen soll. Folgenden Herausforderungen sehen sich Unternehmen gegenüber:</p><ol><li>Im Unternehmen liegen Daten vor, die zuverlässig gelöscht werden sollen, zum Beispiel nach Ablauf einer Lagerfrist, nach dem Ende eines Kundenverhältnisses oder aufgrund der Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes (insb. § 35).<br />
<br />Dieser Fall ist recht einfach zu lösen: Es gibt zahlreiche Programme, welche die Daten physisch überschreiben, sodass das Wiederherstellen der Daten unmöglich wird. (Bei aktuellen Magnet-Festplatten genügt technisch gesehen ein einfaches Überschreiben, siehe <a href="#Wright">[3]</a>. Das zuverlässige Löschen von Solid-State-Laufwerken (SSD) ist Gegenstand aktueller Forschung, siehe <a href="#Wei">[4]</a>. Allerdings müssen auch eventuell angefertigte Sicherheitskopien berücksichtigt werden und das kann schwierig sein, wenn sie nicht ausschließlich systematisch angelegt und gelagert wurden.</li><br />
<br /><li>Ein Unternehmen möchte sicherstellen, dass bestimmte Daten nicht unberechtigt oder unbemerkt kopiert werden können, oder es möchte alle Daten zentral verwalten und löschen können sowie feingranular festlegen können, wer Daten abrufen und wer sie drucken darf, etc.<br />
<br />Solche Fälle können bis zu einem gewissen Grad tatsächlich durch digitales Rechtemanagement (und die noch weitergehenden Überwachungsfunktionen des so genannten „Trusted Computing“) gelöst werden. Wenn das Rechtemanagement wirkungsvoll sein soll, erfordert es sehr weitreichende organisatorische und technische Maßnahmen. Das wird allerdings die Produktivität der Mitarbeiter verschlechtern, da zwangsläufig auch legitime Tätigkeiten blockiert oder behindert werden. Einem gezielt und mit krimineller Energie vorgehenden Mitarbeiter kann es dennoch gelingen, geschützte Dokumente beispielsweise zu fotografieren.</li><br />
<br /><li>Ein Unternehmen möchte Daten, die es selber irrtümlich im Internet veröffentlicht hat, wieder zurücknehmen.<br />
<br />Die Daten müssen nicht nur von der eigenen Website gelöscht werden, sondern es müssen auch Suchmaschinen- und Archivbetreiber aufgefordert werden, die betroffenen Daten aus ihren Zwischenspeichern zu entfernen. Das ist auf Anfrage möglich, kann jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen. Auf den ersten Blick können DRM-Techniken wie X-Pire in solchen Situationen helfen, da sie verhindern, das Suchmaschinen und Archive die fraglichen Daten überhaupt erst erfassen. Tatsächlich existiert eine wesentlich einfachere Möglichkeit, mit der Suchmaschinen- und Archivbetreiber von der eigenen Seite oder auch von bestimmten Dokumenten, die sich darauf befinden, fern gehalten werden können. Alle seriösen Anbieter können mit einer einfachen Textdatei in der Domain, der „robots.txt“, dazu gebracht werden, eine Website nur teilweise oder überhaupt nicht zu erfassen.</li><br />
<br /><li>Ein Unternehmen möchte Daten, die jemand anderes im Internet veröffentlicht hat, entfernt wissen.<br />
<br />In diesem Fall ist eine technische Lösung nicht Erfolg versprechend – selbst wenn das fragliche Dokument durch DRM geschützt war, ist nach der Veröffentlichung davon auszugehen, dass der Schutz bereits umgangen wurde. Ein juristisches Vorgehen gegen die Veröffentlichung ist möglich, allerdings kann es passieren, dass damit zusätzliche Aufmerksamkeit auf die fraglichen Daten gelenkt wird. Dieser Umstand wird im Internet als Streisand-Effekt bezeichnet. Er wird dadurch verstärkt, dass verschiedene Gruppen reflexhaft auf alles reagieren, was als Zensur des Internets interpretiert werden könnte. Um diesen Effekt zu vermeiden, kann eine gütliche Einigung mit der Person, die die Daten veröffentlicht hat, eine bessere Strategie sein – insbesondere wenn die Person offenkundig nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Unwissenheit gehandelt hat.</li></ol><div style="background: #f0f0f0; width:95,5%; padding-left: 30px; padding-right: 30px;  border-top: 1px solid #3366ff; border-bottom: 1px solid #3366ff;"><div align="center" margin-top="20px"><br />
<a href="javascript:einblenden('infobox3');">Radiergummi oder Verfallsdatum?...</a></div><div id="infobox3" style="display: none; text-align: justity;"><br />
Das Verbraucherschutzministerium spricht im Zusammenhang mit Datenschutz im Internet seit einiger Zeit von einem <strong>„Digitalen Radiergummi“</strong> der benötigt würde, um unerwünschte Daten aus dem Internet auszuradieren. Die Wortwahl ist ungünstig, denn schon wesentlich länger firmieren Programme, die gelöschte Daten physisch überschreiben, um ein Wiederherstellen zu verhindern, unter der Bezeichnung „Radiergummi“ (bzw. häufiger auf Englisch „Eraser“). Andererseits ist die Wortwahl ungewollt treffend, da herkömmliche Radiergummis genau wie ihre elektronischen Pendants immer nur das vorliegende Dokument bearbeiten und nie zuvor erzeugte Duplikate. Die Bezeichnung „elektronisches Verfallsdatum“ ist für das, was X-Pire tun soll, treffender: Ein herkömmliches Verfallsdatum ist auf eine Verpackung aufgedruckt und fordert den Verbraucher auf, das Produkt nach dem Datum nicht mehr oder nur vorsichtig zu verwenden. Es verhindert die Verwendung jedoch nicht.<br /></div><br /></div><h3>Die gereizte Reaktion der Netzwelt</h3><p>Obwohl eine abschließende Lösung der Probleme einer ungewünschten Vervielfältigung oder Verbreitung mit technischen Mitteln nicht möglich ist, reagiert ein großer Teil der Netzgemeinschaft ablehnend oder sogar feindlich auf entsprechende Ansätze. Die zentrale Sorge ist, es könne eine wirksame Zensurinfrastruktur entstehen, die später zur Durchsetzung fragwürdiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Interessen missbraucht werden könnte, denn auch wenn DRM-Techniken nie perfekt werden können, sind sie keineswegs wirkungslos. Sie zu umgehen erfordert Werkzeuge oder Kenntnisse, die nicht jedem zur Verfügung stehen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass technische Unzulänglichkeiten durch Gesetzte kompensiert werden. Genauso, wie die Umgehung von sogenannten wirksamen technischen Kopierschutzvorrichtungen (§95a Urheberrechtsgesetz) in Deutschland bereits unter Strafe steht, könnte auch die Wirksamkeit eines elektronischen Radierers durch Verbote und Vorschriften flankiert werden.</p><h3>Die gesellschaftliche Komponente</h3><p>Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar ist der Frage, wie das Löschen von Daten im Internet sichergestellt werden kann, in einem Beitrag <a href="#BFDI">[5]</a> nachgegangen:</br><blockquote>“Unabhängig davon überzeugen mich die technologischen Gegenargumente nicht. Selbst wenn die Löschung nicht garantiert werden kann, bedeutet dies nicht, dass man auf das Machbare verzichten muss. Auch in anderen Bereichen menschlichen Zusammenlebens lassen sich manche Ziele – auch solche, die allgemein akzeptiert sind – nicht hundertprozentig erreichen, was uns aber nicht daran hindert, entsprechende Regeln zu formulieren” – Peter Schaar.</blockquote><br />Diese Aussage möchten wir hinterfragen: Der aktuelle Stand der Technik erlaubt es jeder und jedem, egal, ob es ein Konzern, ein Syndikat, eine Regierung oder eine Privatperson im Internetcafé ist, Daten zu vervielfältigen und zu speichern. Wenn <strong>digitale Radiergummis</strong> erst einmal allgegenwärtig sind, wird das anders.<br />
<br />Mit hinreichend Aufwand wird sich weiterhin alles, was einmal sichtbar oder hörbar war, persistieren lassen – beispielsweise durch abfotografieren. Diese Möglichkeit wird auch als analoge Lücke bezeichnet. Jedoch wird nicht mehr jeder in der Lage sein, diesen Aufwand zu erbringen. Möglich ist, dass eines Tages der durchschnittliche Privatnutzer, die NGO, oder der Whistleblower wirksam am Kopieren gehindert wird – bisweilen auch an der Weiterverarbeitung der eigenen Daten oder sogar einer Beweissicherung. Ein Beispiel wäre der Mittelständer, der gegen die unlauteren Online-Werbungen seines Wettbewerbers nicht vorgehen kann, da sein Wettbewerber die strittige Werbung einfach „digital ausradiert“ bevor ein Gericht sie zur Kenntnis nehmen kann. Noch drastischer wäre eine verbrecherische Organisation, die inkriminierendes Material trotz digitaler Löschung unbegrenzt vorhalten kann, während die Opfer nicht einmal ohne Weiteres in der Lage sind, die gegen Vervielfältigung geschützten Erpresserschreiben an die Polizei weiterzuleiten. Kurz gesagt könnte ein flächendeckender Einsatz von digitalem Rechtemanagement (und der weiterreichenden Variante des so genannten “Trusted Computing”) eine Asymmetrie schaffen, wo heute Gleichberechtigung herrscht.</p><h3>Quellen</h3><p><div align="left"><ul style="list-style-type:none"><br />
<li><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.heise.de/security/artikel/Bitte-vergessen-1167720.html']);"  name="Heise">[1]</a>  <a href="http://www.heise.de/security/artikel/Bitte-vergessen-1167720.html" title="Heise.de">http://www.heise.de/security/artikel/Bitte-vergessen-1167720.html</a></li><br />
<li><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.danisch.de/blog/2011/01/05/idiotischekrytographie-made-in-germany/']);"  name="Danish">[2]</a>  <a href="http://www.danisch.de/blog/2011/01/05/idiotischekrytographie-made-in-germany/" title="danish.de">http://www.danisch.de/blog/2011/01/05/idiotischekrytographie-made-in-germany/</a></li><br />
<li><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.usenix.org/events/fast11/tech/full_papers/Wei.pdf']);"  name="Wright">[3]</a>  Craig Wright, Dave Kleiman und Shyaam Sundhar R.S.: Overwriting Hard Drive Data: The Great Wiping Controversy. In Lecture Notes in Computer Science, 2008, Volume 5352/2008, 243-257, DOI: 10.1007/978-3-540-89862-7_21</li><br />
<li><a name="Wei">[4]</a>  Michael Wei, Laura Grupp, Frederick E. Spada und Steven Swanson: Reliably Erasing Data from Flash-Based Solid State Drives. 9th USENIX Conference on File and Storage Technologies, 15-17. Feb 2011, San Jose. <a href="http://www.usenix.org/events/fast11/tech/full_papers/Wei.pdf" title="Link zur PDF">http://www.usenix.org/events/fast11/tech/full_papers/Wei.pdf</a></li><br />
<li><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.bfdi.bund.de/bfdi_forum/showthread.php?1697-Der-digitale-Radiergummi-und-das-Rechtvergessen-zu-werden']);"  name="BFDI">[5]</a>  <a href="https://www.bfdi.bund.de/bfdi_forum/showthread.php?1697-Der-digitale-Radiergummi-und-das-Rechtvergessen-zu-werden" title="Link zur bfdi Homepage">https://www.bfdi.bund.de/bfdi_forum/showthread.php?1697-Der-digitale-Radiergummi-und-das-Rechtvergessen-zu-werden</a></li></ul></div><br /><img src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/icon_pdf.png" alt="" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;"/><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/Meinungsecke/Meinungsecke_Digitaler_Radiergummi.pdf']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/Meinungsecke/Meinungsecke_Digitaler_Radiergummi.pdf" title="Meinungsecke_Digitaler_Radiergummi.pdf" target="_blank">Meinungsecke Digitaler Radiergummi (PDF)</a><br />
<br /><br />
 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>datensicherheit</dc:subject>
<dc:subject>software evolution</dc:subject>
<dc:subject>web 2.0</dc:subject>

    </entry>
    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/94-Der-IT-Radar-auf-der-ECSA-2011.html" rel="alternate" title="Der IT-Radar auf der ECSA 2011" />
        <author>
            <name>Vincent Wolff-Marting</name>
            <email>vincent.wolff-marting@uni-due.de</email>
        </author>
    
        <published>2011-08-04T09:00:28Z</published>
        <updated>2011-09-05T12:54:55Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=94</wfw:comment>
    
        <slash:comments>0</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=94</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/2-Allgemeiner-Beitrag" label="Allgemeiner Beitrag" term="Allgemeiner Beitrag" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/94-guid.html</id>
        <title type="html">Der IT-Radar auf der ECSA 2011</title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                Vom 13.-16. September 2011 findet in Essen die <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.ecsa2011.org']);"  href="http://www.ecsa2011.org">5th European Conference on Software Architecture</a> (ECSA 2011) statt. Genau wie bei ähnlichen Gelegenheiten in der Vergangenheit nimmt das Team des IT-Radars daran teil. Wir werden Interviews mit den Besuchern und Vortragenden führen und wollen die allgemeine Stimmung einfangen.<br />
<br />
<a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.ecsa2011.org']);"  href="http://www.ecsa2011.org"><img src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/ecsa-banner-v9.jpg" /></a><br />
 <p>Die ECSA hat sich in den letzten Jahren zu einem festen Treffpunkt für Software-Architekten aus europäischen Universitäten und Unternehmen etabliert. Wir erwarten spannende Diskussionen um die aktuellsten Forschungsergebnisse und Erfahrungen im Bereich der Software-Architektur. Das Themenspektrum umfasst u.a. service- und komponentenbasierte Architekturen, Qualitätsattribute von Architekturen, Software-Produktlinien, das Management von Architekturentscheidungen, sowie Enterprise-Architekturen. Workshops zu den Themen Traceability und Abhängigkeiten sowie Variabilität von Software-Architekturen eröffnen weitere Möglichkeiten für tiefgehendere Diskussionen.</p><br />
<br />
Keynote Speakers aus dem universitären und industriellen Umfeld präsentieren aktuelle Trends und Herausforderungen der Software-Architektur:<br />
<ul><br />
<li> Interactive Ubiquitous Computing Systems (Albrecht Schmidt, Universität Stuttgart)</li><br />
<li>What Does it Really Mean to be an Architect? (Eberhard Wolff, adesso AG)</li><br />
<li>Software Analysis as a Service (Harald Gall, Universität Zürich)</li><br />
<li>Enterprise Architecture (Jörg Koletzki, E.ON IT GmbH) </li><br />
<li>Software Performance Engineering in Dynamic Environments (Raffela Mirandola, Politecnico di Milano) </li><br />
<li>Balancing Long-Term Research with Industrial Applicability (Magnus Larsson, ABB Corporate Research) </li><br />
</ul><br />
Das komplette Programm und Informationen zur Registrierung finden Sie unter <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.ecsa2011.org']);"  href="http://www.ecsa2011.org">http://www.ecsa2011.org</a>. Noch ein Tipp: Bis zum 14. August gibt es einen Frühbucherrabatt.<br />
<br/> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>architektur</dc:subject>
<dc:subject>ecsa2011</dc:subject>
<dc:subject>konferenz</dc:subject>

    </entry>
    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/93-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-3.html" rel="alternate" title="Sicheres Cloud Computing - Teil 3" />
        <author>
            <name>Philipp Rothmann</name>
            <email>rothmann@ebus.informatik.uni-leipzig.de</email>
        </author>
    
        <published>2011-07-12T11:21:27Z</published>
        <updated>2011-09-05T17:35:48Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=93</wfw:comment>
    
        <slash:comments>0</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=93</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/6-Video-Glossar" label="Video-Glossar" term="Video-Glossar" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/93-guid.html</id>
        <title type="html">Sicheres Cloud Computing - Teil 3</title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <p>Ein besonderes Szenario des externen Angriffs auf Cloud Anwendungen stellt <a href="serendipity/67-Das-IT-Radar-Team.html" target="_blank"><em>Vincent Wolff-Marting</em></a> im dritten Teil unserer Reihe des <a href="serendipity/index.php?/archives/37-LPZ-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html" target="_blank">Video-Glossars</a> "sicheres Cloud Computing" vor. In diesem Szenario wird der Angreifer offiziell Kunde beim entsprechenden Cloud Dienstleister. Da der Kunde als Angreifer nun im lokalen Netz des Cloud Anbieters operieren kann, sind die vorhandenen Schutzmaßnahmen gegen Angriffe aus dem Internet gegen diese Art des Angriffs wirkungslos. Drei Arten des Angriffs stehen hierbei im Vordergrund:<ul><br />
<li>Die Übernahme von Sessions</li><br />
<li>Das Ausnutzen von Abhörmöglichkeiten im lokalen Netz des Cloud Anbieters</li><br />
<li>Der Ausbruch aus der virtuellen Maschine</li><br />
</ul></p> <p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/26314656?byline=0&amp;portrait=0" width="450" height="253" frameborder="0"></iframe><p><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/vimeo.com/26314656']);"  href="http://vimeo.com/26314656">7. Video-Glossar: sicheres Cloud Computing - Szenario 2</a> von <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/vimeo.com/lpzitradar']);"  href="http://vimeo.com/lpzitradar" target="_blank">IT-Radar</a> auf <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/vimeo.com']);"  href="http://vimeo.com" target="_blank">Vimeo</a>.</p><br />
In den folgenden Teilen der Reihe "sicheres Cloud Computing" gehen wir auf Angriffe durch einen Insider ein und stellen abschließend generelle Schutzmaßnahmen vor. Eine Einführung in das Thema Cloud Computing finden sie im ersten Teil unserer Reihe: <a href="http://it-radar.org/serendipity/archives/90-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-1.html" title="Sicheres Cloud Computing - Teil 1">Sicheres Cloud Computing - Teil 1</a><br />
<br /><br />
 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>anwendung</dc:subject>
<dc:subject>cloud</dc:subject>
<dc:subject>web-services</dc:subject>

    </entry>
    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/92-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-2.html" rel="alternate" title="Sicheres Cloud Computing - Teil 2" />
        <author>
            <name>Philipp Rothmann</name>
            <email>rothmann@ebus.informatik.uni-leipzig.de</email>
        </author>
    
        <published>2011-06-20T10:04:12Z</published>
        <updated>2011-09-05T17:01:40Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=92</wfw:comment>
    
        <slash:comments>0</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=92</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/6-Video-Glossar" label="Video-Glossar" term="Video-Glossar" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/92-guid.html</id>
        <title type="html">Sicheres Cloud Computing - Teil 2</title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <p>Cloud Anwendungen benötigen im Unterschied zu lokal betriebenen Anwendungen immer eine Verbindung zum Unternehmensnetzwerk oder sogar zum Internet. Diese Verbindungen können von externen Angreifern für einen Angriff missbraucht werden. Hierbei gibt es drei verschiedene Arten des Angriffs:<ul><br />
<li>Angriffe auf die Cloud Anwendung</li><br />
<li>Angriffe auf den Datentranport</li><br />
<li>Angriffe auf die lokale Infrastruktur</li><br />
</ul>Im zweiten Teil unserer Reihe des <a href="serendipity/index.php?/archives/37-LPZ-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html" target="_blank">Video-Glossars</a> "sicheres Cloud Computing" erläutert <a href="serendipity/67-Das-IT-Radar-Team.html" target="_blank"><em>Vincent Wolff-Marting</em></a> diese drei Arten des Angriffs und stellt entsprechende Lösungsansätze vor.<br />
</p> <p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/25340530?byline=0&amp;portrait=0" width="450" height="253" frameborder="0"></iframe><p><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/vimeo.com/25340530']);"  href="http://vimeo.com/25340530" target="_blank">6. Video-Glossar: sicheres Cloud Computing - Szenario 1</a> von <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/vimeo.com/lpzitradar']);"  href="http://vimeo.com/lpzitradar" target="_blank">IT-Radar</a> auf <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/vimeo.com']);"  href="http://vimeo.com" target="_blank">Vimeo</a>.</p><br />
In den folgenden Teilen der Reihe "sicheres Cloud Computing" werden wir auf Angriffe durch einen Insider sowie auf Angriffe durch benachbarte Cloud Anwendungen eingehen. Eine Einführung in das Thema Cloud Computing finden sie im ersten Teil unserer Reihe: <a href="http://it-radar.org/serendipity/archives/90-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-1.html" title="Sicheres Cloud Computing - Teil 1">Sicheres Cloud Computing - Teil 1</a><br />
</br> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>anwendung</dc:subject>
<dc:subject>cloud</dc:subject>
<dc:subject>web-services</dc:subject>

    </entry>
    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/91-Serviceorientierte-Vorgehensmodelle.html" rel="alternate" title="Serviceorientierte Vorgehensmodelle" />
        <author>
            <name>Verena Breuer</name>
            <email>redaktion@it-radar.org</email>
        </author>
    
        <published>2011-04-18T16:34:01Z</published>
        <updated>2011-06-27T13:44:55Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=91</wfw:comment>
    
        <slash:comments>0</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=91</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/10-Interview" label="Interview" term="Interview" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/91-guid.html</id>
        <title type="html">Serviceorientierte Vorgehensmodelle</title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <br />Der Hype um <strong>Serviceorientierte Architekturen</strong> ist der Wahrnehmung nach abgeklungen. Es stellt sich die Frage, ob die <strong>Serviceorientierten Architekturen (SOA)</strong> tatsächlich in der produktiven Entwicklung angekommen sind. In einem <a href="http://it-radar.org/serendipity/archives/37-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html">Interview</a>, das der IT-Radar 2008 mit <a href="http://it-radar.org/serendipity/archives/20-Prof.-Dr.-Gregor-Engels-zu-SOA-ICSE-Interview.html#extended">Prof. Dr. Gregor Engels</a> führte, wurden verschiedene Herausforderungen genannt, deren Erfüllung den produktiven Einsatz von SOA bedingen. In diesem <a href="http://it-radar.org/serendipity/archives/37-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html">Paper des Monats</a> betrachten wir den Beitrag von <em>Oliver Thomas</em>, <em>Katrina Leyking</em> und <em>Michael Scheid</em> zum Thema „<strong><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.springerlink.com/content/j1006564n61128x3/']);"  href="http://www.springerlink.com/content/j1006564n61128x3/">Serviceorientierte Vorgehensmodelle: Überblick, Klassifikation und Vergleich</a></strong>“. Außerdem resümieren wir, ob die <strong>Serviceorientierten Architekturen</strong> nun bereit sind für den produktiven Einsatz und ob diese dort 2011 schon angekommen sind. <p><h3>Einleitung</h3><br />
Der Begriff der Serviceorientierten Architekturen (SOA) hat sich in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil der IT-Begriffswelt entwickelt. Der Hype, der noch zu Beginn der Jahrtausendwende dieses Thema beflügelte, scheint abgeklungen zu sein. Doch sind die Serviceorientierten Architekturen bereits in der produktiven Entwicklung angekommen? Im Mai 2008 hat der IT-Radar ein Interview zum Thema Serviceorientierte Architekturen (SOA) mit Prof. Dr. Gregor Engels von der Universität Paderborn geführt. Neben einigen grundlegenden Informationen über die Ziele und den Aufbau von SOA wurden drei Herausforderungen für den produktiven Einsatz identifiziert.<br />
<ol><br />
<li>Konvergenz von Business und IT: Um serviceorientiert entwickeln zu können, muss die IT verstehen, welche Services wirklich benötigt werden und welchen Anforderungen diese genügen müssen. Dazu ist es notwendig, eine gemeinsame Sprache zu finden, mit der sich Vertreter sowohl der fachlichen als auch der technischen Ebene verständigen können.</li><br />
<li>Schnitt von Services: Ausgehend von den Geschäftszielen werden schrittweise Services geschnitten. Dabei muss auf die richtige Granularität und Aufteilung der Services geachtet werden.</li><br />
<li>Vorgehensweisen zur SOA-Entwicklung: Wichtiger als eine bestimmte Technologie, mit der sich SOA umsetzen lässt, ist das Vorgehen, um serviceorientiert  zu entwickeln. Mit der Methodik werden die beiden vorherigen Herausforderungen verknüpft: Sie benötigt Konvergenz von Business und IT und ermöglicht den passenden Schnitt von Services.</li></ol><br />
<br />
Im Rahmen des Interviews hat Professor Engels das Fehlen von Vorgehensmodellen zur SOA-Entwicklung als einen der Hauptgründe dafür identifiziert, dass SOA in Unternehmen weniger weit verbreitet ist, als zu vermuten wäre. Aus diesem Grund beschäftigt sich das aktuelle Paper des Monats mit der Arbeit „Serviceorientierte Vorgehensmodelle: Überblick, Klassifikation und Vergleich“ von Oliver Thomas, Katrina Leyking und Michael Scheid. Die Autoren stellen darin Anforderungen an Vorgehensmodelle zur SOA-Entwicklung vor und vergleichen existierende Prozesse auf dieser Grundlage miteinander. Anhand der Kriterien können Unternehmen auch Vorgehensmodelle, die in der Arbeit nicht explizit untersucht wurden, miteinander vergleichen und damit die beste Methodik für eine bestimmte Projektkonstellation ermitteln.<br />
<br />
<h3>SOA-Anforderungen an Vorgehensmodelle</h3><br />
Eine SOA besteht aus bereits bekannten Konzepten, die neuartig miteinander verknüpft werden – die Autoren sprechen von einer evolutionären Weiterentwicklung. Das primäre Ziel serviceorientierter Architekturen ist die Bereitstellung von Möglichkeiten, mit denen flexibel auf sich ändernde Geschäftsanforderungen reagiert werden kann. Auf Grundlage der untersuchten Literatur leiten die Autoren des Papers weitere Ziele einer SOA ab und verknüpfen diese mit Herausforderungen, welche von Vorgehensmodellen bewältigt werden müssen.<br />
<ul><br />
<li>Durch SOA soll es ermöglicht werden, existierende Systeme zu dekomponieren und die Abhängigkeiten der einzelnen Bestandteile untereinander zu verringern. Dies führt zu der Anforderung, dass Services modular aufgebaut sein müssen.</li><br />
<li>Zur einfacheren Verwendung sollen Schnittstellen angeboten und Implementierungsdetails verborgen werden. Um dies zu ermöglichen, müssen Services ein optimales Abstraktionsniveau besitzen.</li><br />
<li>Services sollen sowohl wiederverwendbar als auch effizient nutzbar sein. Dazu ist ein passender Kompromiss zwischen grob- und feingranularen Services notwendig.</li><br />
<li>Services einer SOA sollen zu vollständigen Geschäftsprozessen zusammengesetzt werden können. Die Services müssen daher prozessorientiert entwickelt werden.</li></ul><br />
<br />
Nach Darstellung der Autoren sind neue Entwicklungsmethoden notwendig, da sich die Herausforderungen mit den traditionellen Vorgehensmodellen nicht meistern lassen. Aufbauend auf dieser These analysieren sie Vorgehensmodelle, die auf die Entwicklung von SOA angepasst sind. Die untersuchten Vorgehensmodelle unterliegen dabei der Restriktion, dass sie vollständig sind, d.h., alle Phasen der SOA-Entwicklung abdecken müssen. Die Autoren schränken die Auswahl des Weiteren daraufhin ein, dass die Vorgehensmodelle den vier Herausforderungen Modularisierung, Abstraktion, ausgewogene Granularität und Prozessorientierung genügen müssen.<br />
<br /><h3>Kriterien zur Bewertung von Vorgehensmodellen</h3><br />
<br />
In der Arbeit wird ein Katalog von insgesamt 24 Merkmalen zur Bewertung von SOA-Vorgehensmodellen vorgestellt. Diese sind in drei Klassen unterteilt und ermöglichen damit einen methodischen Vergleich der untersuchten Modelle. Der Katalog ist flexibel gehalten, so dass er im Rahmen eines eigenen Vergleichs um weitere projektspezifische Merkmale erweitert werden kann.<br />
<br />
Die erste Klasse des Katalogs beinhaltet Merkmale mit Bezug zu den Entwicklungszielen einer SOA. Unter anderem wird im Rahmen der Perspektive geprüft, welche Zielgruppen die Methode hat. Dies können entweder Anbieter, Anwender oder aber Broker von Services sein. Eine Methode kann weiterhin mit dem Ziel des Business- oder des Software-Engineerings erstellt worden sein. Beim Business Engineering ist die Anpassung von Geschäftsprozessen an sich wechselnde Rahmenbedingungen zentral; das Software-Engineering hingegen beschäftigt sich mit der Interaktion von Geschäftsprozessen. Insgesamt untersuchen die Autoren sechs Merkmale, die sich auf die Entwicklungsziele einer SOA beziehen. Diese können 13 Ausprägungen annehmen.<br />
<br />
In der der zweiten Klasse - den SOA-unspezifischen Vorgehensmerkmalen - sind allgemeine Eigenschaften von Vorgehensmodellen enthalten. Diese lassen sich auch bei der Kategorisierung von Modellen zur Entwicklung anderer Anwendungstypen als SOA erfassen. Unter anderem wird geprüft, wie der Entwicklungsprozess gesteuert wird. Dies kann entweder aktivitätsorientiert durch eine Beschreibung der Aktivitäten, ergebnisorientiert durch eine Angabe der zu erreichenden Ergebnisse je Entwicklungsphase oder aber entscheidungsorientiert durch Angabe von Bedingungen, anhand derer sich die einzelnen Aktivitäten ausrichten, erfolgen. Um zu prüfen, ob sich Vorgehensmodelle in einem Unternehmen einsetzen lassen, eignen sich die Merkmale Sprach- und Methodenempfehlung. Diese geben einerseits an, welche Notationsformen für Geschäftsprozesse das Modell empfiehlt (z.B. UML Aktivitätsdiagramme, EPKs), andererseits wird festgelegt, auf welcher Gesamtmethode der Prozess beruht (z.B. ARIS). Im Rahmen der Arbeit werden acht Merkmale untersucht, die SOA-unspezifisch sind und die insgesamt in 20 verschiedenen Ausprägungen vorliegen.<br />
<br />
Schließlich werden Merkmale, die nur im Kontext von SOA-Projekten auftreten, in der Klasse SOA-spezifische Vorgehensmerkmale zusammengefasst. Hier ist insbesondere interessant, auf welcher Grundlage SOA-Projekte initialisiert werden. Dies kann anhand einer Analyse von Geschäftsprozessen, einer Analyse vorhandener Anwendungssysteme oder aber anhand der Analyse der Unternehmensstrategie erfolgen. Außerdem wird geprüft, wie SOA in Unternehmen eingeführt wird. Hierbei lässt sich zwischen den beiden Ausprägungen evolutionär und revolutionär unterscheiden. In der Gruppe der SOA-spezifischen Merkmale finden sich zehn Eigenschaften, die in 28 unterschiedlichen Ausprägungen vorliegen können.<br />
<!--nextpage--><br />
<br />
<h3>Vergleich der Vorgehensmodelle</h3><br />
Anhand der vorgestellten Merkmale haben die Autoren neun Vorgehensmodelle zur SOA-Entwicklung miteinander verglichen. Dabei handelt es sich im Detail um Creating Service-Oriented Architectures von Barray &amp; Associates, Inc, dem Service-Oriented Modeling Framework der Methodologies Corporation, der Enterprise-SOA-Roadmap-Methodik der SAP AG, der SOA-Umsetzung nach Mathas, der Service-Oriented Transition of Legacy Systems von Nadhan, dem Service-Oriented Design and Development von Papazoglou und van den Heuvel, dem SOA-Entwicklungsprozess der brick@work GmbH, dem Vorgehensmodell zur Entwicklung von Geschäftsservices der IDS Scheer AG sowie dem SOA Foundation Lifecycle von IBM.<br />
<br />
Die vorgestellten Vorgehensmodelle stammen – bis auf die Methodik von Papazoglou und van den Heuvel, die verschiedene existierende Vorgehensmodelle miteinander verglichen und zu einem neuen aggregiert haben – aus der Praxis. Sie sind aus Erfahrungen der jewiligen Urheber bei der Umsetzung von SOA entstanden. Durch diesen Erfahrungsschatz ist sichergestellt, dass sie einige Besonderheiten der Praxis beachten, die bei einer rein wissenschaftlichen Untersuchung verloren gingen.<br />
<br />
Die Analyse der Vorgehensmodelle hat einige interessante Gegebenheiten aufgedeckt, welche wir im Folgenden kurz vorstellen wollen. So beleuchtet die Mehrheit der Methoden nur die Sichtweise der Serviceanwender, nur ein geringer Teil beschäftigt sich mit der Anbietersicht und kein einziges Vorgehensmodell ist auf Servicebroker angepasst. Die Autoren argumentieren, dass dies besonders vor dem Hintergrund erstaunlich ist, da die Entwicklung von SOA-Anwendungen oftmals ausgelagert wird und somit die Anbietersicht eigentlich die interessantere sein sollte. Weiterhin beschreiben alle Modelle die Software-Engineering- aber nur vier die Business-Engineering-Sicht. Dies resultiert aus dem eher technisch geprägten Umfeld, in dem die Vorgehensmodelle entstanden sind. Als vorteilhaft sehen die Autoren an, dass sich nur zwei der untersuchten Methoden auf die Nutzung spezifischer Werkzeuge festlegen. Entwickler sind dadurch nicht auf bestimmte Anwendungen angewiesen und können die Vorgehensmodelle im unternehmensspezifischen Kontext anwenden.<br />
<br />
Zur Einführung einer SOA ist es anfangs notwendig, einen Anforderungskatalog zu definieren. Dabei gibt es noch keine einheitliche Sichtweise darüber, was der Gegenstand der Initialisierung sein soll. Ein Teil der Modelle empfiehlt die Initialisierung anhand bestehender Anwendungssysteme, ein anderer Teil anhand der Unternehmensstrategie. Allerdings geht kein einziges Modell von einer Initialisierung anhand der Analyse von Geschäftsprozessen aus. Alle Vorgehensmodelle stellen die Automatisierung von Geschäftsprozessen in den Vordergrund. Nur ein einziges Vorgehensmodell gibt Vorschläge zur manuellen Steuerung der Prozesse und ermöglicht damit menschliches Eingreifen in den Ablauf. Dies ist ein weiterer wichtiger Kritikpunkt der Autoren, da nur die wenigsten Prozesse vollautomatisch durchgeführt werden können.<br />
<br />
Im Kontext von SOA-Anwendungen kommt es vor, dass Geschäftsprozesse organisationsübergreifend ausgeführt werden müssen. Diese Gegebenheit wird von vier der Vorgehensmodelle berücksichtigt, die restlichen betrachten nur organisationsinterne Prozesse. Die Autoren heben hervor, dass kollaborative SOA-Anwendung in der heutigen Marktsituation besonders wichtig ist. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass kein einziges der untersuchten Vorgehensmodelle Hilfen zur Auswahl von Services anhand betriebswirtschaftlicher Kriterien gibt. Wenn überhaupt, werden Quality of Service Aspekte berücksichtigt; die Mehrheit der Modelle lässt allerdings die Auswahl von Services völlig außen vor. Auch sehen alle Modelle vor, Services zur Entwicklungszeit auszuwählen. Dadurch können diese bei geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht schnell ausgetauscht werden. Dieser Umstand steht den eigentlichen SOA-Zielen entgegen.<br />
<br />
<h3>Fazit</h3><br />
Mit ihrer Arbeit haben<em> Thomas</em>,<em> Leyking</em> und <em>Scheid</em> eine umfassende Übersicht über vorhandene Vorgehensmodelle zur SOA-Entwicklung vorgelegt. Die Diskussion der untersuchten neun Vorgehensmodelle ermöglicht es Entscheidern, das Modell auszuwählen, welches sich am besten in ihre organisatorischen Gegebenheiten einfügen lässt. Die Arbeit zeigt weiterhin Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen auf und unterstützt Praktiker und Theoretiker bei der Entwicklung neuer Vorgehensmodelle.<br />
<br />
Der von den Autoren aufgestellte Merkmalskatalog ermöglicht es, Vorgehensmodelle, die nicht in dem Paper betrachtet wurden, zu analysieren. Durch die zusätzliche Möglichkeit, den Katalog um weitere Eigenschaften zu erweitern, kann die Vergleichsmethodik stets an die aktuellen Erfordernisse angepasst werden. Dadurch lassen sich auch unternehmensspezifische Anforderungen in den Vergleich der Vorgehensmodelle mit einbeziehen.<br />
<br />
Der IT-Radar meint: Dieses Paper gibt einen umfassenden Überblick über relevante SOA-Vorgehensmodelle und stellt dem Leser gleichzeitig eine Vergleichsmethode zur Verfügung, die der einzigen Konstante in der IT Rechnung trägt, der Veränderung. Wer den Einsatz von Serviceorientierten Architekturen optimal an den Anforderungen und den unternehmensspezifischen Eigenschaften ausrichten möchte, sollte sich dieses Paper unbedingt ansehen.<br />
<br />
<hr /><br />
<div style="text-align:right;"> Michael Becker, Andreas Heinecke</div><br />
<br />
<h3>Das <strong>Paper des Monats</strong></h3><br/><strong>Serviceorientierte Vorgehensmodelle: Überblick, Klassifikation und Vergleich</strong>, <em>Thomas, Oliver; Leyking, Katrina; Scheid, Michael</em>; in: Informatik Spektrum. Volume 33, Nummer 4, 2010. S. 363-379. Digital Object Identifier: 10.1007/s00287-009-0399-5.<br />Es ist zu beziehen unter: <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.springerlink.com/content/j1006564n61128x3/']);"  href="http://www.springerlink.com/content/j1006564n61128x3/" title="http://www.springerlink.com/content/j1006564n61128x3/">http://www.springerlink.com/content/j1006564n61128x3/</a><br />
<br/><br />
<!-- s9ymdb:114 --><img width='16' height='16' style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="/uploads/pictures/icon_pdf.serendipityThumb.png" alt="" /> <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/paperdesmonats/PdM3-SOA.pdf']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/paperdesmonats/PdM3-SOA.pdf" title="PdM3-SOA.pdf" target="_blank">Paper des Monats #3 (PDF)</a></p><br />
<br /> 
            </div>
        </content>
        
    </entry>
    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/90-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-1.html" rel="alternate" title="Sicheres Cloud Computing - Teil 1" />
        <author>
            <name>Philipp Rothmann</name>
            <email>rothmann@ebus.informatik.uni-leipzig.de</email>
        </author>
    
        <published>2011-03-29T16:16:26Z</published>
        <updated>2011-09-06T08:48:53Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=90</wfw:comment>
    
        <slash:comments>1</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=90</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/6-Video-Glossar" label="Video-Glossar" term="Video-Glossar" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/90-guid.html</id>
        <title type="html">Sicheres Cloud Computing - Teil 1</title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <p>Cloud Computing bleibt ein viel diskutiertes Thema. Die Bewertungen reichen vom "Ende des Desktop-Computers" bis hin zu kritischen Meinungen, die wiederum dem Cloud Computing ein baldiges Ende voraussagen. Immer wieder treten dabei die Fragen nach der Sicherheit von sensiblen Daten in den Vordergrund. Was für den Privatnutzer häufig weniger relevant ist, wird spätestens im geschäftlichen Umfeld eine ausschlaggebende Kategorie bei der Entscheidung pro oder contra Cloud Computing.<br />
<br />
Im ersten Teil unserer neuen Reihe des <a href="serendipity/index.php?/archives/37-LPZ-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html" target="_blank">Video-Glossars</a> erläutert <a href="serendipity/67-Das-IT-Radar-Team.html" target="_blank"><em>Vincent Wolff-Marting</em></a> zunächst kurz und knapp die Grundkonzepte des Cloud Computings und beginnt mit einer Systematisierung des Schutzbedarfs für Unternehmen.</p> <iframe src="http://player.vimeo.com/video/21696460?byline=0&amp;portrait=0" width="450" height="253" frameborder="0"></iframe><p><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/vimeo.com/21696460']);"  href="http://vimeo.com/21696460" target="_blank">5. Video-Glossar: sicheres Cloud Computing - Teil 1</a> von <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/vimeo.com/lpzitradar']);"  href="http://vimeo.com/lpzitradar" target="_blank">IT-Radar</a> auf <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/vimeo.com']);"  href="http://vimeo.com" target="_blank">Vimeo</a>.</p><br />
In den folgenden Teilen der Reihe "sicheres Cloud Computing" werden wir exemplarisch einige zentrale Bedrohungsszenarien vorstellen und strukturelle sowie technische Lösungsansätze präsentieren:<br />
<a href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Gliederung-CC.gif" target="_blank"><img src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Gliederung-CC.gif" width="100%"  align="right" vspace="10" hspace="10" title="Grafik in voller Größe anzeigen..." alt="Szenarien Cloud Computing" /></a><ul><br />
  <li><a href="http://it-radar.org/serendipity/archives/92-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-2.html" title="externe Angreifer">Angriffe auf die unternehmensinterne Infrastruktur</a></li><br />
  <li><a href="http://it-radar.org/serendipity/archives/92-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-2.html" title="externe Angreifer">Angriffe auf den Datentransport</a></li><br />
  <li><a href="http://it-radar.org/serendipity/archives/92-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-2.html" title="externe Angreifer">Angriffe auf die Cloud Anwendung</a></li><br />
  <li><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/93-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-3.html" title="externe Angreifer">Der Kunde als Angreifer</a></li><br />
  <li><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/93-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-3.html" title="externe Angreifer">Angriffe auf eine benachbarte Cloud Anwendung</a></li><br />
  <li><a href="http://it-radar.org/serendipity/archives/96-Sicheres-Cloud-Computing-Teil-4.html">Angriffe durch einen Insider seitens des Dienstleisters</a></li><br />
</ul>Eine detaillierte und unterhaltsame Einführung von <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/lef.csc.com/profiles/134']);"  href="http://lef.csc.com/profiles/134" target="_blank"><em>Simon Wardley</em></a> in das Thema Cloud Computing finden Sie <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.youtube.com/watch?v=okqLxzWS5R4&amp;feature=player_detailpage#t=72s']);"  href="http://www.youtube.com/watch?v=okqLxzWS5R4&feature=player_detailpage#t=72s" target="_blank">hier</a>.<br />
<br /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.zv.uni-leipzig.de/studium/e-learning.html']);"  href="http://www.zv.uni-leipzig.de/studium/e-learning.html" target="_blank"><img src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/logo-e-learning.png" width="130" height="40" align="right" hspace="10" title="Zur Homepage" alt="Logo E-Learning-Services" /></a>Dieses Video-Glossar entstand mit freundlicher Unterstützung des E-Learning-Service der Universität Leipzig. <br />
<br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>anwendung</dc:subject>
<dc:subject>cloud</dc:subject>
<dc:subject>web-services</dc:subject>

    </entry>
    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/89-Dr.-Alexander-Richter-zu-Enterprise-2.0-Teil-II.html" rel="alternate" title="Dr. Alexander Richter zu Enterprise 2.0 - Teil II" />
        <author>
            <name>Philipp Rothmann</name>
            <email>rothmann@ebus.informatik.uni-leipzig.de</email>
        </author>
    
        <published>2011-01-31T11:31:00Z</published>
        <updated>2011-06-27T13:44:12Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=89</wfw:comment>
    
        <slash:comments>0</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=89</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/10-Interview" label="Interview" term="Interview" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/89-guid.html</id>
        <title type="html">Dr. Alexander Richter zu Enterprise 2.0 - Teil II</title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <p>Wie kann der Nutzen von Enterprise 2.0 gemessen werden? Und gibt es überhaupt unternehmens-übergreifende Parameter, welche sich messen lassen? Auch im zweiten Teil unseres <a href="/index.php?/archives/37-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html"  title="Was ist das?">IT-Radar-Interviews</a> mit <em>Dr. Alexander Richter</em> von der <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.kooperationssysteme.de/']);"  href="http://www.kooperationssysteme.de/" title="Forschungsgruppe Kooperationssysteme">Forschungsgruppe Kooperationssysteme</a> an der Universität der Bundeswehr München geht <a href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/67-Das-IT-Radar-Team.html"><em>Vincent Wolff-Marting</em></a> verschiedenen Fragen zum Einsatz von Social Software in Unternehmen nach. Insbesondere der Nutzen des Einsatzes und der Stand der Durchdringung in Unternehmen stehen hier im Vordergrund, wobei schließlich in einer vorsichtigen Prognose der zentrale Stellenwert der Unternehmenskultur thematisiert wird.</p> <br /><!-- s9ymdb:116 --><img height="16" width="16" src="/uploads/pictures/icon_audio2.serendipityThumb.png" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/podcasts/Int-Dr.Richter_Teil_II-II.mp3']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/podcasts/Int-Dr.Richter_Teil_II-II.mp3" title="Int-Dr.Richter_Teil_II-II.mp3" target="_blank">Interview mit Dr. Alexander Richter - Teil II (MP3, 30 MIN)</a><br />
<br />
<!-- s9ymdb:116 --><img height="16" width="16" src="/uploads/pictures/icon_audio2.serendipityThumb.png" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/podcasts/Int-Dr.Richter.mp3']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/podcasts/Int-Dr.Richter.mp3" title="Int-Dr.Richter.mp3" target="_blank">Interview mit Dr. Alexander Richter - Teil I+II (MP3, 59 MIN)</a><br />
<br />
<br /><!-- s9ymdb:114 --><img height="16" width="16" src="/uploads/pictures/icon_pdf.serendipityThumb.png" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/transkripte/Enterprise_2.0_II-II.pdf']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/transkripte/Enterprise_2.0_II-II.pdf" title="Enterprise_2.0_II-II.pdf" target="_blank">Transkript des Interviews mit Dr. Alexander Richter - Teil II (PDF)</a><br />
<br />
<!-- s9ymdb:114 --><img height="16" width="16" src="/uploads/pictures/icon_pdf.serendipityThumb.png" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/transkripte/Enterprise_2.0.pdf']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/transkripte/Enterprise_2.0.pdf" title="Enterprise_2.0.pdf" target="_blank">Transkript des Interviews mit Dr. Alexander Richter - Teil I+II (PDF)</a><br />
<br />
<br /><img height="12" width="8" src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Info_Icon_02.png" alt="Info-Icon" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 9px; padding-right: 9px;"/><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/index.php?archives/89-Dr.-Alexander-Richter-zu-Enterprise-2.0-Teil-II.html&serendipity[entrypage]=3">Informationen zu Dr. Alexander Richter</a><br />
<br /><br />
<br />
<h3>Das Interview zum Nachlesen:</h3><p class="blogfrage">Herzlich Willkommen zum zweiten Teil unseres IT-Radar-Interviews mit Dr. Richter. Im ersten Teil sprachen wir mit ihm unter anderem über die Einsatzmöglichkeiten von Social Software. Nun gehen wir vor allem auf den Nutzen von Social Software ein und thematisieren den aktuellen wie auch zukünftigen Stand des Einsatzes im Unternehmen.<br /><br />
Wenn ein Unternehmen mit dem Gedanken spielt, sich im Enterprise 2.0 Bereich zu engagieren oder seine Aktivitäten hier auszuweiten: Wer sollte das machen, kann so etwas gut initiieren und durchführen und worauf muss dabei geachtet werden?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Das ist mit dem Einsatz von Social Software in Unternehmen ist ein bisschen spezieller als bei anderen Lösungen, denn oftmals stellt sich diese Frage gar nicht mehr in den Unternehmen. Wir haben uns dazu Fallstudien aus mehreren Unternehmen angeschaut und analysiert.<br /><br />
In diesem Zusammenhang haben wir gerade eine Veröffentlichung geschrieben, die im Februar auf der „Internationalen Konferenz Wirtschaftsinformatik 2011“ in Zürich vorgestellt wird. Ein Ausblick auf die Studie wurde bereits auf dem Enterprise 2.0-Summit in Frankfurt vorgestellt. Um einmal kurz die Ergebnisse zusammenzufassen: Wir haben festgestellt, dass sich diese Frage nach Bottom Up und Top Down oft gar nicht mehr stellt, denn es gibt Unternehmen, in denen die Mitarbeiter einfach so frei waren, dass sie gar nicht mehr auf die IT-Abteilung gewartet haben, da diese Abteilung nach deren Ansicht nur Probleme macht. Die waren aber so vernünftig, nicht alles über <em>Facebook</em> zu machen, sondern ein eigenes Wiki, Webblog oder ähnliches aufzusetzen, was ja nicht so kompliziert ist. Dafür braucht man nicht so viel IT-Expertise; das habe ich als ursprünglicher Betriebswirt auch schon hin bekommen und das haben einzelne Fachabteilungen in Unternehmen auch geschafft.<br /><br />
Die Fachabteilungen testeten, ob es funktioniert und wenn es klappte, konnte man immer einen Schritt weitergehen und versuchen, das genehmigen zu lassen. Das ist in verschiedenen Unternehmen passiert und zwar oftmals noch gar nicht so zielgerichtet, dass man schon gewusst hätte, wofür man es genau einsetzt. Da ist der Wunsch ein solches System zu haben vorhanden, da Beispiele wie Wikipedia auch funktionieren und das eigene Unternehmen davon vielleicht auch profitieren könnte.<br /><br />
Wir haben dieses Vorgehen Exploration genannt. Es gibt aber in Unternehmen auch IT-Verantwortliche, die frühzeitig erkannt haben, dass es da ein gewisses Potenzial gibt. Die sind natürlich ein bisschen zielgerichteter vorgegangen und haben sich an Lösungen orientiert, welche offensichtlich funktionieren und in deren Unternehmen effizient eingesetzt werden können, und zwar für ganz bestimmte Anwendungsszenarien oder auch Use Cases. Dieses Vorgehen haben wir Promotion genannt, was bedeutet, dass die Dienste sowie die Art und Weise der Nutzung im Vorfeld angekündigt werden.<br /><br />
Wir haben festgestellt, dass sich beides nicht unbedingt ausschließt. Es gab in Firmen oftmals zunächst kleinere Initiativen, verschiedene Abteilungen mit eigenen Webblog oder Wiki, die es teilweise schon seit 2005 oder 2006 gab. Darauf folgend gab es eine Phase, in der man langsam wusste, wie man das Ganze einsetzen möchte und die Zustimmung der oberen Führungsschicht bekommen und daraufhin angefangen hat, das Ganze zu professionalisieren. Das heißt, man hat angekündigt, dass die Einführung nun offiziell sei, von allen Mitarbeitern genutzt werden soll und sich bereits einige Dinge als besonders vorteilhaft herausgestellt haben und in einer bestimmten Art und Weise genutzt werden sollen.<br /><br />
Zusammengefasst kann man schlecht sagen, ob Bottom Up oder Top Down richtig oder falsch ist. Denn bei dem Einsatz von Social Software passiert es manchmal schnell, dass man diesen Bottom Up-Ansatz, also die Explorationsphase wählt, ohne dass man über die richtige Strategie hätte nachdenken können. Manche Unternehmen haben dann folgerichtig beschlossen, darauf aufzubauen und die Promotionsphase anzuschließen.<br /><br />
Da kann man auch nicht sagen, dass aus dem Bottom Up auf einmal ein Top Down wurde, sondern dass diese beiden Phasen Hand in Hand gehen und man jetzt versucht, mit der Zustimmung der Unternehmensführung oder der IT-Abteilung die Einführung zielgerichteter zu strukturieren. Bei dreiviertel der Unternehmen, die wir angeschaut haben, hat sich dieses Verhalten verselbständigt, also zuerst zur Exploration und dann zur Promotion. Und nur bei ganz wenigen Unternehmen war es so, dass von Anfang an festgelegt worden ist, wie das System genutzt werden soll.<br /><br />
Ich würde trotzdem sagen, dass auch das nicht falsch sein muss. Aus meiner Sicht gibt es kein Richtig oder Falsch, es muss viel mehr zu dem Unternehmen passen. Wenn Mitarbeiter eines Unternehmens eher mit der IT vertraut sind, warum soll man sie dann nicht mal selbst los laufen lassen und ihnen die Möglichkeit geben, ihre eigenen Anwendungsszenarien zu finden?<br /><br />
Und wenn in einem anderen Unternehmen jeder Angst vor dieser Lösung hat, muss man diese Mitarbeiter vielleicht ein bisschen mehr an die Hand nehmen und zum Beispiel einen Workshop machen und ihnen erklären, wie sie das System zu benutzen haben. Dieses Problem ist auch von der Erfahrung, teilweise auch vom Alter, und von anderen Faktoren abhängig.</p class="blogantwort"><p class="blogfrage">Wie fortgeschritten ist denn die Durchdringung der Unternehmen mit diesen neuen Technologien? Wir haben eine Studie des <em>BITKOM</em> von 2008 gefunden, in der Entscheider befragt wurden. Dabei wurden 400 Unternehmen, vornehmlich aus dem Informationsgewerbe, und Dienstleister befragt. Davon haben 87 Prozent geäußert, dass in ihrem Bereich das Web 2.0 zukünftig eine große Rolle spielen wird. Wenn Sie jetzt in Ihr Fallstudienraster schauen, wie weit würden Sie sagen, sind diese Unternehmen mittlerweile gekommen? Die Studie ist zwei Jahre alt. Nutzen 87 Prozent der Unternehmen die modernen Technologien?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Zuerst äußere ich mich einmal zu der Studie: Ich kenne diese Studie natürlich auch und es gibt noch mehr Studien, auf die ich später noch eingehen werde. Was ich an dieser Studie interessant finde, ist, dass der <em>BITKOM</em>, ohne zu sehr gegen den <em>BITKOM</em> schießen zu wollen, genau wusste, dass das ein Trend ist der von unten kommt und nicht nur von den Entscheidern. Wenn es jetzt aber darum geht, den Ist-Stand zu erheben, werden trotzdem nur 400 Entscheider in Unternehmen befragt. Hier stellt sich die Frage, ob ich so tatsächlich eine repräsentative Antwort bekomme oder ob ich erstens eine Antwort von den Leuten bekomme, welche weiter oben sitzen und entsprechend so antworten, dass es ihr Unternehmen in einem eher positiven Licht erscheinen lässt und zweitens, ob diese Personen tatsächlich alles wissen, was in ihrem Unternehmen passiert.<br /><br />
Der erste Punkt würde ja dafür sprechen, dass die Entscheider sich tendenziell für einen Einsatz dieser Technologien aussprechen. Das würde darauf hindeuten, dass die Zahl eher zu hoch gegriffen scheint. Der zweite Punkt ist, dass die IT-Entscheider oftmals gar nicht genau wissen, was an den Grass Roots, also unten bei den Mitarbeitern, die diese Tools dann tatsächlich auch nutzen, eingesetzt wird oder was da passiert. Das würde wiederum eher dafür sprechen, dass unterschätzt worden ist, in welchem Umfang das Ganze zum Einsatz kommt und der gemessene Wert, dass die meisten Unternehmen in Deutschland an irgendeiner Stelle diese Technologien einsetzen, schon zutrifft - vor allem am Ende des Jahres 2010.<br /><br />
Die Frage ist aber: Was bedeutet es für ein Unternehmen, die Technologie einzusetzen und ob es ausreicht, wenn an irgendeiner Stelle ein kleines Wiki steht. Der Einsatz kann aber auch bedeuten, dass im ganzen Unternehmen jeder Mitarbeiter Zugriff auf eine Social Networking-Plattform hat, wo auch ganz viele Mitarbeiter vertreten sind und es die Möglichkeit gibt, jeden anzusprechen oder über diese Kanäle zu kommunizieren. In den letzten Monaten hat sich da einiges verändert.<br /><br />
Wir sind jetzt ein bisschen weiter weg von der Experimentierphase, in welcher Unternehmen auch mal einfach Technologien ausprobieren wollten. Heute stellt man sich eher die Frage, wofür das genau eingesetzt werden soll, ob alle Potentiale bereits ausgereizt wurden und ob die Systeme untereinander sinnvoll integriert werden können. Ich denke, wir haben inzwischen eine hohe Durchdringung in den Unternehmen. Das Potenzial ist aber bei weitem nicht ausgereizt, da viele Plattformen trotzdem nicht effizient genutzt werden. Einige Plattformen sind sehr schlecht integriert, was heißt, dass einerseits viele Informationen produziert werden, die dann aber andererseits doch nicht ankommen, weil irgendwann nicht mehr auf den Blog geschaut wird, weil es zu viele Blogs gibt oder ein Wiki langsam verkümmert.<br /><br />
Das heißt, dass die Plattformen jetzt wirklich in diese Arbeitsprozesse hinein wachsen müssen. Wir sprechen in so einem Fall von Aneignung. Ich glaube, dass sich da gerade viel verändert. Was sich auch verändert, ist die Wahrnehmung in den Unternehmen. In den Jahren 2007 und 2008 hat man sich noch als innovativer Unternehmer gefühlt, wenn man diese Werkzeuge eingesetzt hat. Im Jahre 2010 bewerte ich ein Unternehmen, welches bisher nicht ansatzweise probiert hat seine Mitarbeiter bei der Zusammenarbeit zu unterstützen, indem solche Medien zum Einsatz kommen, als eher rückständig und glaube, diese Unternehmen könnten auch schon Probleme haben, weil die Mitarbeiter nicht nachvollziehen können, dass da noch nichts gemacht wurde.<br /><br />
Insofern glaube ich, dass heute mindestens 90 Prozent der Unternehmen behaupten würden, dass man solche Plattformen in ihren Unternehmen nutzen kann. Wie weit das Potenzial tatsächlich schon genutzt wird ist sehr kontextabhängig. An unseren Fallstudien sehen wir, dass in vielen Unternehmen der Einsatz reift. Das heißt, dass es teilweise vielleicht noch dieselben Technologien sind.<br /><br />
Ich kann da auch aus eigener Erfahrung sprechen: Wir bloggen immer noch auf derselben <em>Wordpress</em>-Plattform, haben aber inzwischen viel mehr Erfahrung zur effizienten Nutzung gesammelt. Dabei geht es gar nicht darum, wie man es nicht nutzen soll, sondern um das Verständnis der Möglichkeiten der Nutzung. Wenn Menschen wie wir, die sich praktisch tagtäglich damit auseinandersetzen, immer noch drüber diskutieren, können die Menschen in den Unternehmen da auch noch jahrelang weiter lernen um irgendwann die Potenziale weitestgehend ausnutzen zu können.</p class="blogantwort"><br />
<!--nextpage--><br />
<br /><br />
<p class="blogfrage">‚Nutzen’ ist auch direkt das Stichwort: Wenn wir davon ausgehen können, dass die Durchdringung da ist, dann ist es sicherlich spätestens jetzt an der Zeit zu fragen: Was bringt es denn wirklich? In der gleichen Studie wurde auch gefragt: Was wird von einem Enterprise 2.0 System erwartet und warum wird es eingeführt? Hier haben die Teilnehmer überwiegend geantwortet, sie erhofften sich eine effizientere Nutzung von explizitem und implizitem Wissen, das im Unternehmen vorhanden ist. Uns würde interessieren: Wie sehen Ihre Erfahrungen aus? Was haben Sie mit Ihrem Fallstudienraster ergründen können? Worin besteht denn der Nutzen?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Die Frage nach dem Nutzen von Social Software ist eine sehr spannende Frage, denn an den Nutzen schließt sich die Frage nach der Erfolgsmessung an. Wie kann ich den Nutzen messen und was ist der Erfolg des Ganzen?<br /><br />
Das ist eine Frage, die mir jemand stellt, wenn ich in ein Unternehmen komme und empfehle, Enterprise 2.0 Werkzeuge einzusetzen. Dann fragt der Unternehmer natürlich nach dem Nutzen und der Messbarkeit von selbigem. Jetzt kommen wir als langweilige Forscher und sagen, dass das Messen des Nutzens nicht so einfach ist. Die Messung hängt von vielen Faktoren ab, von Anwendungsszenarien und dem Kontext, so dass ich nicht eine Zahl wie 5,78 oder eine Größe im monetären Bereich vorlegen kann, auch wenn es an der einen oder anderen Stelle gemacht wurde.<br /><br />
Aber das halte ich nicht für sinnvoll. Die Frage ist tatsächlich eher: Wo ist für mein Unternehmen in meinem speziellen Einsatzkontext das Potenzial? Da ist mir die Antwort, dass der Austausch von explizitem und implizitem Wissen unterstützt werden soll, ein bisschen zu weit oben, denn viel mehr Möglichkeiten gibt es ja gar nicht mehr. Wenn wir sagen, explizites Wissen ist, Informationen und Dokumente auszutauschen und implizites Wissen wird fast nur über Kommunikation und Zusammenarbeit gesammelt, dann wäre ich auf jeden Fall dabei. Aber die Frage, die sich jedes Unternehmen stellen muss ist viel konkreter, da zunächst herausgefunden werden muss, in welchem Kontext es genutzt werden soll.<br /><br />
Wenn ich das Ganze auf Teamebene zum Projektmanagement einsetzen will, um Termine oder Meetings zu koordinieren und nachzubereiten, kann ich einen Microblog ganz toll einsetzen. Gerade zum Thema Microblogging haben wir in der letzten Zeit viel gesammelt und festgestellt, dass es ganz extrem darauf ankommt, für welche Tätigkeiten sich die Mitarbeiter die Funktion des Tools aneignen, wobei da auch dieselbe Plattform für verschiedene Zwecke zum Einsatz kommen kann.<br /><br />
Zuletzt habe ich dazu mit der Universität in Sydney an einer Studie gearbeitet, wo genau das herausgekommen ist: Dieselbe Plattform kann für komplett unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden, was einfach daran liegt, dass die Plattformen sich sehr schön anpassen oder aneignen lassen. Dabei wird in Unternehmen eher darauf geachtet, die Plattform so zu nutzen, wie diese es für richtig halten, wobei auf eine Anpassung der Technik eher weniger geachtet wird.<br /><br />
Um jetzt noch einmal auf die Frage nach dem Nutzen zurückzukommen: So gemein es klingt, aber jedes Unternehmen muss selbst herausfinden, wo das größte Potential liegt. Wenn die Teams schon ganz toll zusammenarbeiten und da keine Kommunikationsprobleme sehen, muss man nicht unbedingt auf der Teamebene ansetzen. Aber in Unternehmen mit 300 oder 400 Mitarbeitern, wo sich nicht mehr alle Kollegen zur täglichen Kaffeepause sehen, ist es wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, womit sich andere Experten im Unternehmen auseinandersetzen. Dann sollte eine unternehmensweite Lösung angestrebt werden, wobei der Fokus auf Kommunikation liegt. Ein Schlagwort aus der Wissenschaft ist Awareness-Unterstützung, also zu wissen, was andere Kollegen gerade machen und wie sie es machen.<br /><br />
Das sind völlig unterschiedliche Arten der Nutzung und es verlangt ein unterschiedliches Vorgehen, wenn man Teamarbeit unterstützen oder den Austausch auf einer Unternehmensebene unterstützen möchte. Eine pauschale Antwort gibt es nicht und ich denke, das Spannende für jedes Unternehmen ist es, das selbst herauszufinden.<br /><br />
Hier ist zu unserer großen Freude auch die Forschung gefragt, da die Potenziale noch nicht vollständig erschöpft sind. Wir glauben nach den ersten Studien, dass besonders die Anwendungsszenarien oder Use Cases im Bereich der Awareness-Unterstützung sinnvoll erscheinen, wobei es mit Sicherheit noch weitere Potentiale gibt. Es ist auch spannend, wie sich weitere Nutzungsweisen in den Unternehmen etablieren werden, weil ein pfiffiger Mitarbeiter vielleicht auch einmal eine Idee hat, um das Ganze ein wenig anders zu gestalten.<br /><br />
Das ist das Schöne an Social Software: Das Phänomen dahinter lässt sich auch mit dem Stichwort ‚Nutzungsoffenheit’ beschreiben. Auf einer Blogging- Plattform gibt es zunächst nur ein Eingabefeld und was dort hineingeschrieben wird, bleibt dem Nutzer überlassen, da es so viele Möglichkeiten gibt. Hier ist auch die Kreativität von Seiten der Mitarbeiter gefragt.</p class="blogantwort"><p class="blogfrage">Es scheint kein Limit nach oben zu geben. Wie ist es denn mit einem Limit nach unten? Vieles von dem, worüber wir jetzt gesprochen haben, könnte man vielleicht mit den Mitteln, die man vor 10 oder 20 Jahren zur Verfügung hatte, auch umsetzen. Damals hieß das dann Groupware oder Computer Supported Collaborative Work (CSCW).<br /><br />
Wie würde man das voneinander abgrenzen? Sind diese Programme etwas anderes, einfach nur älter oder eine Vorstufe zu den neuen Anwendungen?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Ab und zu lohnt es sich natürlich auch zu hinterfragen, was man selbst schon behauptet hat. Ich habe ja bereits erzählt, dass wir nochmal tiefer in die Analyse hineingegangen sind und festgestellt haben, dass die Kategorisierung Bottom Up und Top Down schon vereinfacht ist und sehen das jetzt differenzierter.<br /><br />
Ich würde auch nicht behaupten, dass Social Software immer Bottom Up und Groupware immer Top Down zu sehen ist. Zusätzlich glaube ich, dass mittlerweile gesagt werden kann, dass es nicht mehr <em>die</em> Groupware und <em>die</em> Social Software gibt. Die Groupware-Suites, welche es damals gab, wie <em>Lotus Notes</em>, sind überwiegend zu Social Software Suites geworden. Diese heißen nun <em>Connections</em> und <em>QuickR</em> und bringen wesentlich mehr Web 2.0-Ansätze mit sich, als die Ansätze, welche traditionell Groupware genannt wurden. Diese Denkweise, Groupware nur von oben, Social Software nur von unten zu sehen, trifft es nicht ganz.<br /><br />
Außerdem ist die Unterscheidung zunehmend schwieriger geworden. Man kann noch von traditioneller Groupware sprechen; das aber wirklich komplett abzugrenzen, finde ich sehr schwierig.</p class="blogantwort"><p class="blogfrage">Können Sie, ausgehend von den Vor- und Nachteilen, die wir besprochen haben und weiteren, die Ihnen aus Ihren Forschungsarbeiten bekannt sind, eine Prognose über zukünftige Entwicklungen im Bereich Social Software und Unternehmen 2.0 wagen?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Kurz- und mittelfristig werden wir eine neue Reifephase für den Einsatz von Social Software haben. In vielen Unternehmen kommt es vielleicht zum Einsatz, aber es geht jetzt eher darum, die Potenziale noch weiter auszureizen und nicht nur zu sagen, man habe ein Wiki und einen Webblog, den auch ein paar Mitarbeiter nutzen. Das Ganze muss ernster genommen werden und es wird länger dauern als man glaubte. Die Diskussion hin zu dem Erkenntnisprozess, dass die Zusammenarbeit und Kommunikation, sowie der Wissensaustausch der Mitarbeiter sehr wichtig ist, ist eine Diskussion, welche wir nicht erst seit fünf Jahren führen. Wissensmanagement und alles was dahinter steckt ist ja schon ein bisschen älter. Diese Reifephase ist der erste Punkt.<br /><br />
Ich gehe fest davon aus und erkenne auch erste Anzeichen, dass diese Phase jetzt eingesetzt hat und sich in den Unternehmen etwas verändern wird. Der zweite Punkt ist die Frage, was sich mittel- bis langfristig verändern wird. Sehr wichtig ist, wie sich die Unternehmen verändern und ob sie den Weg für einen breiteren Einsatz der Anwendungen frei machen, um offener und über Unternehmensgrenzen hinweg zu kommunizieren. Das werden wirklich spannende Fragen sein.<br /><br />
Dabei geht es um Datenschutz, um technische Fragen der Organisationssysteme und um die Frage, wie die IT-Plattformen insgesamt zusammen wachsen werden. Das Spannende daran ist, dass das alles sehr interdisziplinär ist. Hier finden sich pädagogische Fragestellungen des Lernens, der menschlichen Wahrnehmung von Plattformen und psychologischen Effekten auf breiterer Basis und es geht um die Soziologie des Einsatzes dieser Medien.<br /><br />
Vielleicht finden die Betriebswirte bessere Möglichkeiten die Relevanz und den Nutzen der Plattformen greifbarer und berechenbarer zu machen. Je größer der Wunsch ist, dass die Systeme im ganzen Unternehmen ernst genommen werden, desto wichtiger ist es, eine Systematik zu haben, mit der auch die Controlling-Abteilungen etwas anfangen können. Das ist auch ein Punkt mit dem wir uns befassen und wo wir in den nächsten Jahren Veränderungen in der Wahrnehmung von Social Software erfahren werden.<br /><br />
Und dann sind wir wieder am Anfang von dem, was ich gesagt habe: Das beeinflusst sicherlich auch die Reife im Unternehmen. Das heißt, wenn die Wahrnehmung sich ein Stück weit verändert, wird das Ganze vielleicht doch noch offensiver eingesetzt und genutzt, wobei auch die Nutzung noch reifen kann.</p class="blogantwort"><p class="blogfrage">Herr Dr. Richter, wir danken Ihnen für dieses interessante Interview!</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Vielen Dank!</p class="blogantwort"><p class="blogfrage">Das IT-Radar-Interview führte <a href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/67-Das-IT-Radar-Team.html"><em>Vincent Wolff-Marting</em></a>.</p class="blogfrage"><br />
<br />
<!--nextpage--><br />
<br /><br />
<h3 id="richter">Nähere Informationen zu Dr. Alexander Richter</h3><h4>Beruf</h4><ul><li>Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.kooperationssysteme.de/']);"  href="http://www.kooperationssysteme.de/" title="Forschungsgruppe Kooperationssysteme">Forschungsgruppe Kooperationssysteme</a> der Universität der Bundeswehr München</li><br />
<li>zuvor auch Tätigkeiten in unterschiedlichen Funktionen, wie zum Beispiel bei DymlerChrysler France, KPMG und Osyskom sowie als selbstständiger IT-Berater</li></ul><h4>Studium</h4><ul><li>BWL-Studium an der Universität Augsburg</li><br />
<li>Doppeldiplom-Studiengang Deutsch-französisches Management an der Universität Rennes I</li><br />
<li>Promotion an der Universität der Bundeswehr München</li></ul><h4>aktuelle Publikationen</h4><ul><li><b>Der Einsatz von Social Networking Services in Unternehmen – Eine explorative Analyse möglicher soziotechnischer Gestaltungsparameter und ihrer Implikationen.</b><br />
Gabler Verlag, München 2010</li><br />
<li>gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Koch:<br />
<b>Enterprise 2.0 – Planung, Einführung und erfolgreicher Einsatz von Social Software in Unternehmen.</b><br />
Zweite erweiterte Auflage, Oldenbourg Verlag, München 2009</li><br />
<li>gemeinsam mit Dr. Kai Riemer und Prof. Dr. Michael Koch:<br />
<b>Tweet Inside: Microblogging in a Corporate Context.</b><br />
<i>(Winner of The Bled Outstanding Paper Award)</i> in: Proceedings of the 23rd Bled eConference, Bled 2010</li><br />
<li>gemeinsam mit Dr. Kai Riemer und Prof. Dr. Michael Koch:<br />
<b>Social Software und die Unternehmenskultur.</b><br />
in: Wirschaftsinformatik und Management, Nr. 6/2010</li><br />
</ul><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.kooperationssysteme.de/personen/richter/']);"  href="http://www.kooperationssysteme.de/personen/richter/">Dr. Alexander Richter an der Universität der Bundeswehr München</a><br />
<br /> 
            </div>
        </content>
        
    </entry>
    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/88-Dr.-Alexander-Richter-zu-Enterprise-2.0-Teil-I.html" rel="alternate" title="Dr. Alexander Richter zu Enterprise 2.0 - Teil I" />
        <author>
            <name>Philipp Rothmann</name>
            <email>rothmann@ebus.informatik.uni-leipzig.de</email>
        </author>
    
        <published>2011-01-26T12:20:00Z</published>
        <updated>2011-06-27T13:47:26Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=88</wfw:comment>
    
        <slash:comments>0</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=88</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/10-Interview" label="Interview" term="Interview" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/88-guid.html</id>
        <title type="html">Dr. Alexander Richter zu Enterprise 2.0 - Teil I</title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <p>Enterprise 2.0, Social Software oder Groupware im Web 2.0? Diverse Begriffe und die dahinter stehenden Konzepte haben in den letzten Jahren eine hohe mediale Aufmerksamkeit erfahren. Sehr viele Unternehmen behaupten heute von sich, sie würden Enterprise 2.0 praktizieren. Eine eindeutige Systematisierung der Begriffe und Konzepte steht jedoch immer noch aus. Damit einher geht auch die Frage nach dem Nutzen des Einsatzes von Social Software sowie den Voraussetzungen für einen Einsatz in Unternehmen.<br />
Diesen und anderen Fragen geht <a href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/67-Das-IT-Radar-Team.html"><em>Vincent Wolff-Marting</em></a> im ersten Teil unseres <a href="/index.php?/archives/37-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html"  title="Was ist das?">IT-Radar-Interviews</a> mit <em>Dr. Alexander Richter</em> von der Forschungsgruppe Kooperationssysteme an der Universität der Bundeswehr München nach. Dabei wird unter anderem deutlich, dass vor allem ein Wandel in der Unternehmenskultur die Weichen für den erfolgreichen Einsatz von Enterprise 2.0 stellen kann.<br />
<br />
Im zweiten Teil des Interviews stehen vor allem Fragen nach dem Stand der Durchdringung sowie der Messbarkeit des Nutzens im Vordergrund. Sie können Teil II in kürze an dieser Stelle hören und lesen.</p> <br /><!-- s9ymdb:116 --><img height="16" width="16" src="/uploads/pictures/icon_audio2.serendipityThumb.png" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/podcasts/Int-Dr.Richter_Teil_I-II.mp3']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/podcasts/Int-Dr.Richter_Teil_I-II.mp3" title="Int-Dr.Richter_Teil_I-II.mp3" target="_blank">Interview mit Dr. Alexander Richter - Teil I (MP3, 21 MIN)</a><br />
<br />
<br /><!-- s9ymdb:114 --><img height="16" width="16" src="/uploads/pictures/icon_pdf.serendipityThumb.png" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/transkripte/Enterprise_2.0_I-II.pdf']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/transkripte/Enterprise_2.0_I-II.pdf" title="Enterprise_2.0_I-II.pdf" target="_blank">Transkript des Interviews mit Dr. Alexander Richter - Teil I (PDF)</a><br />
<br />
<br /><img height="12" width="8" src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Info_Icon_02.png" alt="Info-Icon" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 9px; padding-right: 9px;"/><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/index.php?archives/88-Dr.-Alexander-Richter-zu-Enterprise-2.0-Teil-I.html&serendipity[entrypage]=4">Informationen zu Dr. Alexander Richter</a><br />
<br /><br />
<br />
<h3>Das Interview zum Nachlesen:</h3><p class="blogfrage">Liebe Hörer, herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des IT- Radar. Wir sind heute zu Gast bei Herrn Dr. Alexander Richter an der Universität der Bundeswehr München.<br /><br />
Herr Dr. Alexander Richter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.kooperationssysteme.de/']);"  href="http://www.kooperationssysteme.de/" title="Forschungsgruppe Kooperationssysteme">Forschungsgruppe Kooperationssysteme</a> und betreut hier unter anderen das Forschungsprojekt Enterprise 2.0 Fallstudienraster. In diesem Projekt werden verschiedene Fallstudien zum Einsatz von Social Software in Unternehmen dokumentiert, um das gesamte Wissen zwischen Forschung und Wissenschaft transferieren zu können. Herr Dr. Richter ist außerdem Autor verschiedener Publikationen zum Thema Enterprise 2.0 und hat zahlreiche Beiträge zum Thema Social Networking und Social Software veröffentlicht. Herr Dr. Richter, herzlich willkommen zum IT- Radar Interview.</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Herzlichen Dank.</p class="blogantwort"><p class="blogfrage">Wir haben alle in den vergangenen Jahren sehr viel Aufmerksamkeit um Web 2.0 Werkzeuge in den Medien mitbekommen. Es entsteht manchmal der Eindruck, dass es sich bei diesen Technologien vor allem um neue Kommunikationskanäle für den Dialog zwischen Kunden und Geschäftspartnern handelt. Ist es so, dass Social Software in Wirklichkeit nur eine Bündelung verschiedener Kommunikationskanäle ist?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Ich würde auf jeden Fall sagen, dass die Plattformen, die da zum Einsatz kommen, eine neue Art von Kommunikation ermöglichen, weil sie den Zugang zu Informationen transparenter machen und auch verschiedene Interaktionen schneller ermöglichen als es vorher der Fall war. Die Kanäle gab es schon vorher; genau wie die Möglichkeit zu kommunizieren.<br /><br />
Es gab aber verschiedene Einflussfaktoren, die dafür gesorgt haben, dass es erst jetzt so richtig abhebt oder abgehoben ist. Unter anderen liegt es daran, dass gerade erst in den letzten Jahren eine Vervielfachung der Internetnutzer stattgefunden hat. Der Zugang zum Netz ist also ein ganz wesentlicher Punkt, der erst einmal gar nichts mit den Plattformen zu tun hat. Hätten wir immer noch dieselbe Bandbreite und Kosten für das Internet wie vor fünf oder zehn Jahren, hätte beispielsweise <em>Facebook</em> wesentlich weniger Nutzer. Dabei ist es egal, wie gut oder ausgereift die Plattform ist. Aber generell denke ich, dass wir mittlerweile ein anderes Kommunikationsverhalten feststellen können, wodurch die Kommunikationskanäle anders genutzt werden.</p class="blogantwort"><p class="blogfrage">Ich kann mir vorstellen, dass bei vielen Personen die Begriffe Enterprise 2.0, Social Software und so weiter noch relativ unklar sind und sie schreiben auch selbst aktuell in einem Beitrag zur Multikonferenz Wirtschaftsinformatik 2010, dass hier noch eine Systematik gebraucht würde. Wir haben eine Definition von Andrew McAfee gefunden, der bereits 2006 folgendes vorschlug: “I used the term Enterprise 2.0 to focus only on those platforms that companies can buy or built in order to make visible the practices and outputs of their knowledge workers.”<br /><br />
Der Begriff sollte demnach nur auf solche Plattformen bezogen werden, mit Hilfe derer visualisiert werden kann, was die Wissensarbeiter schaffen. Was halten Sie von dieser Definition?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Die Definition finde ich grundsätzlich sehr gut. Ich finde es sehr angenehm, dass auch Andrew McAfee als derjenige, der den Begriff geprägt hat, vorschlägt, sich erst einmal an die Wissensarbeit oder an die Zusammenarbeit im Unternehmen zu halten. Das machen viele andere nicht.<br /> <br />
Hier muss man zunächst einmal sagen, dass Enterprise 2.0, zu meinem Bedauern, inzwischen ein riesiges Schlagwort geworden ist und dass jeder, der irgendein Tool aus dem Bereich Web 2.0 nutzt, es als Enterprise 2.0 bezeichnet. Das heißt, der Begriff wurde insbesondere von Marketingkampagnen und Agenturen vereinnahmt, die jetzt behaupten, sie würden Enterprise 2.0 machen, wenn sie beispielsweise Twitter einsetzen, um Produkte zu vermarkten. Dies ist ganz und gar nicht unsere Sichtweise.<br /> <br />
Natürlich ist es das gute Recht anderer zu sagen, dass Marketing mit Twitter oder Facebook Enterprise 2.0 sei, weil es eben auch einen gewissen Geschäftsbezug hat. Aber die Definition von Andrew McAfee gleicht eher unserer Einschätzung, wonach Enterprise 2.0 und der Einsatz von Social Software im Unternehmenskontext die Zusammenarbeit und Wissensarbeit sowie die Kommunikation der Mitarbeiter in einem Unternehmen unterstützen soll. Das kann im Unternehmen selbst oder im Sinne eines virtuellen Unternehmens - also eines Zusammenschlusses oder einer Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen - sein, immer abgegrenzt innerhalb eines geschlossenen Bereichs. Wenn man bei dem Begriff Enterprise 2.0 bleiben will, umfasst dieser mehr als nur die Nutzung von Social Software zur Vermarktung oder zur Kommunikation mit Kunden</p class="blogantwort"><br />
<!--nextpage--><br />
<br /><br />
<p class="blogfrage">Ist die Nutzung denn immer auf ein Unternehmen begrenzt oder darf das auch noch entlang der Wertschöpfungskette passieren? Also könnte auch der Zulieferer mit eingebunden werden oder wäre das dann etwas anderes nach ihrer Definition?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Nein, es wäre gerade vor dem Hintergrund dynamischerer Märkte, Zusammenarbeit und der Kooperation zwischen Unternehmen wünschenswert, wenn hier verstärkt Social Software zum Einsatz käme. Das stellt sich aber aktuell noch anders dar. Wir sind schon froh, wenn ein Unternehmen in allen Unternehmensbereichen Social Software einsetzt, wobei es keine Grenzen zwischen einzelnen Abteilungen geben sollte und zum Beispiel jede Abteilung ihr eigenes Wiki oder ihren eigenen Blog nutzt. Wir brauchen noch einige Zeit, bis sich Deutschland weit in mehr Unternehmen der Einsatz von Social Software etabliert hat, wobei sich die Bereitschaft zur Zusammenarbeit hier auch schon geändert hat. Es geht dabei auch nicht nur um die Technologien, sondern generell auch um den Wandel, um transparentere und schnellere Kommunikation.<br /><br />
Bis wir so weit sind, dass entsprechende Plattformen auch zwischen Unternehmen zum Einsatz kommen können, brauchen wir noch sehr viel Zeit. Die technischen Hürden der Integration verschiedener Plattformen sind hier aus meiner Sicht nicht die größten Herausforderungen. Eher sind es Fragen des Datenschutzes und der angemessenen Verbreitung von Unternehmensdaten. Das können Daten zu einem Projekt sein, vertrauliche Daten, Unternehmensgeheimnisse aber auch Daten zu Mitarbeitern, die jeweils mehr oder wenige sensible Informationen darstellen. Hier wird der Betriebsrat in den nächsten Jahren eine noch zentralere Rolle spielen als er es sowieso schon tut. Denn wenn der Einsatz dieser Plattformen noch zunimmt, wird es auch häufiger kleinere Auseinandersetzungen über die Frage geben, für welche Informationen diese Plattformen tatsächlich genutzt werden sollten und für welche nicht.</p class="blogantwort"><p class="blogfrage">Genau das bringt mich zu der nächsten Frage: Bezieht sich Enterprise 2.0 vor allen Dingen auf Software, die unternehmensspezifisch entwickelt wurde oder kann dies auch Dienste umfassen, welche vielleicht gar nicht unternehmensspezifisch sind, zum Beispiel die eigene Unternehmenspräsenz in sozialen Netzwerken wie <em>Facebook</em> oder <em>XING</em>?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Ich finde das ist eine sehr interessante Frage. Wir haben beobachtet, dass die Dienste, welche jetzt im Unternehmen zum Einsatz kommen und für den Unternehmenseinsatz entwickelt wurden, ihre Vorbilder bei den Plattformen gefunden haben, die schon im Web existierten.<br /><br />
Ich habe mich intensiver mit Social Networking auseinandergesetzt und konnte hier feststellen, dass die großen Firmen mit mehreren tausend oder gar hunderttausend Mitarbeitern, die Enterprise 2.0 Plattformen für den Unternehmenseinsatz neu konzipiert haben, alle schon bekannte Plattformen wie <em>Facebook</em>, <em>Linked In</em> oder <em>Twitter</em> zum Vorbild genommen haben.<br /><br />
Außerdem haben sie versucht, die Komponenten, welche die Plattformen im Web erfolgreich gemacht haben, auch in das Unternehmen einzubringen. Insofern finden sich die Vorbilder auf jeden Fall im Web und das ist der erste Punkt. Dazu gibt es zum Beispiel auch die schöne Geschichte, dass Mitarbeiter von <em>Microsoft</em> lieber <em>Facebook</em> zur Projektkoordination genutzt haben statt der von <em>Microsoft</em> selbst entwickelten Plattform <em>Sharepoint</em>. Problematisch wird die Nutzung von öffentlichen Plattformen, wenn es um vertrauliche Informationen geht, die aus verschiedenen Gründen nicht im Internet verfügbar sein sollten. Besonders heikel ist es, wenn es um Kundenprojekte geht und dann auch Kundeninformationen zusätzlich in Gefahr sind. Insofern werden auch nicht unternehmensspezifische Plattformen für die interne Kommunikation genutzt, aber da sollte man immer überlegen, wie sicher das tatsächlich ist und wie sinnvoll die Nutzung dieser Dienste zum Beispiel zur Zusammenarbeit ist.<br /><br />
Was es natürlich auch gibt, ist die Vermarktung über diese Plattformen beziehungsweise Kanäle. Es ist verständlich, dass Unternehmen diese Kanäle auch nutzen möchten und das praktizieren wohl inzwischen auch die kleinsten Unternehmen. Gerade die kleinen Unternehmen sehen darin die Chance, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Ein Unternehmen wie <em>IBM</em> oder <em>SAP</em> bräuchte die Aufmerksamkeit vielleicht gar nicht unbedingt, da diese Unternehmen schon sehr bekannt sind. Aber für ein Unternehmen mit zehn oder zwanzig Mitarbeitern ist es natürlich sehr spannend, noch eine zusätzliche Zielgruppe anzusprechen oder besser gesagt: Einen zusätzlichen Kanal zu haben, um eine breitere Masse ansprechen zu können.<br /><br />
Das ist der zweite Punkt und der dritte Punkt ist: Gibt es vielleicht noch Plattformen, die Unternehmen schon sinnvoll nutzen können, welche aber außerhalb des eigenen Intranets sind?</p class="blogantwort"><p class="blogfrage">Das ist ein Anwendungsfall, den sehr viele vielleicht schon erlebt haben. Man hat einen Dienst im Unternehmen und könnte den normalerweise auch nutzen, aber jetzt kommt eine zusätzliche Verschärfung hinzu und man muss sich mit jemandem abstimmen, der nicht zum Unternehmen gehört, zum Beispiel ein Zulieferer, Kunde oder Projektpartner. Dann kommt man relativ schnell auf die Idee, aktuelle Nachrichten über <em>Doodle</em>, <em>Winscout</em> oder <em>Twitter</em> auszutauschen. Das Problem, welches dahinter steht, ist ja relativ offensichtlich: Es gibt einfach zu wenige Möglichkeiten, die Technologien unternehmensübergreifend zu nutzen. Und wenn das Unternehmen eine eigene Lösung hat, ist diese oft inkompatibel zu denen der Nachbarunternehmen.<br /><br />
Lassen sich denn Standardisierungsbestrebungen bzw. -entwicklungen beobachten oder ist gerade im Bereich Enterprise 2.0 jeder noch in seinem eigenen Königreich unterwegs?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Es gibt Bemühungen und Bestrebungen in diese Richtung. Ich nenne jetzt mal ein Beispiel, wo wir selber ein bisschen beteiligt sind und uns auch zunehmend engagieren werden. Es gibt ein Forschungsgebiet, das Enterprise Activity Streams genannt wird.<br /><br />
Die Idee dahinter ist, dass man in diesen ganzen Social Networking Services oder Microblogging Diensten in der Regel immer so ein eine Art durchlaufenden Informationsstrom zur Verfügung hat, wo entweder einzelne Menschen immer wieder etwas veröffentlichen oder auch automatisiert mal eine Nachricht veröffentlicht wird. Das kennt man aus <em>Facebook</em> oder aus <em>XING</em>, wenn angezeigt wird, wer einen neuen Kontakt hat, wer etwas toll findet oder in einer Gruppe etwas geschrieben hat. Wenn man diese beiden Aktivitäten für das Unternehmen anwendet, kann man von Enterprise Activity Streams beziehungsweise dem Konzept dahinter sprechen. Und wenn wir uns das Potential dahinter anschauen ist das aus meiner Sicht ziemlich groß.<br /><br />
Was nämlich noch dazu kommt, ist, dass es viele verschiedene Anwendungssysteme in Unternehmen gibt, bei denen Informationen auch nutzerorientiert erzeugt werden. Wenn ich mir zum Beispiel ein ERP-System anschaue, habe ich da auch Nutzer, die Bestellanforderungen oder andere Informationen anlegen. Das gilt auch für Customer Relationship Management oder ähnliches. Da habe ich immer spezifischere Systeme, die den Nutzern solche Aktivitäten zuordnen können, beziehungsweise könnten. Und wenn wir jetzt versuchen, auch diese Systeme noch zu berücksichtigen, müssten wir bald die Informationen aggregieren und zusammen bringen können, zumindest innerhalb eines Unternehmens.<br /> <br />
Eine Herausforderung ist dann, das Ganze entsprechend zu filtern, damit am Ende auch wirklich relevante Informationen für den einzelnen Nutzer oder Mitarbeiter im Unternehmen herauskommen und er nicht noch mehr von Informationen überladen wird, als es momentan sowieso schon der Fall ist. Die erste Bestrebung ist zu versuchen, die Aktivitäten aus den verschiedenen Plattformen, also von Social Software, Wikis und Blogs oder Microblogging, über diese Enterprise Activity Streams zusammen zu bringen. Oder auch bei anderen Anwendungssystemen im Unternehmen wie ERP, CRM oder CAD einen Informationskanal zu nutzen.<br /><br />
Das wird zumindest aus technischer Entwicklungssicht in den nächsten Jahren auf jeden Fall entstehen und hier werden wir auch mit beteiligt oder bemüht sein, in einem ersten Schritt verschiedene oder zumindest einen Standard hervorzubringen.</p class="blogantwort"><br />
<!--nextpage--><br />
<br /><br />
<p class="blogfrage">Ist denn Enterprise 2.0 wirklich ein Thema, dass bei der IT- Abteilung gut aufgehoben ist oder sollte das möglicherweise eine Runde höher aufgehängt werden und muss übergreifend im Unternehmen betrachten werden?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Das ist auch wieder eine gute Frage. Dazu habe ich gerade gestern einen Kommentar von Prof. Joachim Niemeier in Stuttgart gelesen, der sagt: Enterprise 2.0 ist nicht ein Thema der IT-Gruppe in einem Unternehmen und sollte anders aufgehängt sein. Ich denke, das hängt von mehreren Punkten ab. Unter anderem davon, wie man Enterprise 2.0 definiert. Bezeichnet Enterprise 2.0 für ein Unternehmen nur den Einsatz dieser IT- Lösungen, also Social Software? Im engeren Sinne sehen wir das schon so, weil wir auch aus der Informatik kommen oder uns zumindest maßgeblich mit den Systemen beschäftigen und glauben, dass die IT-Abteilung schon ein Wörtchen mitreden muss. Aber es ist natürlich wünschenswert, dass die Umsetzung nicht nur von der IT- Abteilung getrieben wird.<br /><br />
Wir sehen es in einigen größeren Unternehmen, die wir begleiten, dass die IT-Abteilung mitredet, sich aber auch höhere Ebenen - vielleicht auch der Vorstand - beteiligen, an Konzepten mitarbeiten und generell überlegt wird, welche Potentiale das Unternehmen, nicht nur aus IT-Sicht, ausschöpfen kann. Die Unternehmen müssen sich fragen, wohin sich die Unternehmenskultur langfristig wandeln soll und wie dieser Wandel zusätzlich unterstützt werden kann, unabhängig vom Einsatz der Technologien.<br /><br />
Jedes Unternehmen sollte sich die Frage stellen wie es offener gestaltet werden kann. Das ist ja auch die Idee, welche im weitesten Sinne hinter dem Begriff Enterprise 2.0 steht. In diesem Sinn ist es natürlich keine Frage der IT sondern eine Frage verschiedener Abteilungen, wobei ich da gar keine heraus greifen würde. Das ist eine Frage, die möglichst integriert betrachtet werden müsste. Zu berücksichtigen sind dabei technische aber auch soziale Faktoren wie Unternehmenskultur, Mitarbeiterführung oder Human Ressources.</p class="blogantwort"><p class="blogfrage">Stellt diese Tatsache vielleicht eine Gefahr für die Rolle oder die Stellung der IT-Abteilung in einem Unternehmen dar? ITler werden ja oft sowieso schon als Verhinderer wahrgenommen. Das sind doch diejenigen, die immer so lange brauchen, um das was man eigentlich bräuchte, umzusetzen. Jetzt ist man in einer Situation, wo Mitarbeiter durch Social Software oder Cloud relativ leicht versucht sind, die IT zu umgehen. Wie wir es gerade gesagt haben, werden Termine über Plattformen, die da irgendwo im Internet sind, gemacht und es funktioniert.<br /> <br />
Ich könnte mir vorstellen, dass dies eine Entwicklung ist, bei der viele Unternehmen zu dem Schluss kommen, die IT werde nicht mehr in der Art benötigt, wie es momentan noch der Fall ist und die Mitarbeiter könnten ausgegliedert werden. Ist das eine realistische Prognose oder sind wir davon noch weit entfernt?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort">Es kommt darauf an, wie man eine IT-Abteilung versteht. Wenn man sagt, IT ist nur die Hard- oder Software, die im Unternehmen ist, kann man in der heutigen Zeit schon versucht sein zu sagen, dass <em>Google</em> entsprechende Lösungen auch bietet, wie zum Beispiel Daten in der Cloud zu speichern. Ich denke, da sind wir gar nicht so weit entfernt und ich kenne einige Unternehmen, die selbst Softwareentwickler sind und auch aus sicherheitstechnischer Sicht keine Bedenken haben und froh sind, keinen eigenen Server aufsetzen zu müssen. Also ist das schon möglich.<br /><br />
Was aber auch langfristig nicht möglich sein wird, ist, dass generell gar keine IT- Verantwortlichen mehr gebraucht werden. Man braucht IT-Verständnis um einschätzen zu können, wo Risiken und Gefahren sind. Wenn es keine Risiken gibt, kann man das gerne nach draußen abgeben. Aber wer entscheidet das?<br /><br />
Ich möchte nicht in einem Unternehmen sitzen, wo extern entschieden wird was unternehmenskritisch ist und was nicht. Ich möchte schon einen Ansprechpartner im Unternehmen haben, der sich damit auskennt, auf den ich mich verlassen kann und von dem ich weiß, dass er ausschließlich im Unternehmensinteresse handelt. Es spricht nichts dagegen, Technologien oder Plattformen auszugliedern, wenn Risiken und Gefahren aber auch Chancen und Potentiale abgewogen wurden.<br /><br />
Die komplette IT-Abteilung abzuschaffen ist aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Geht es um die Zusammenarbeit, kann manches ausgelagert werden, aber Dinge wie Ressourcenplanung oder Finanzdaten sollten auf keinen Fall ausgelagert werden und hier wüsste ich auch nicht, welche Lösung es dazu gibt. Gerade wenn es um Finanzdaten geht, werden eigene Lösungen im Unternehmen gebraucht. Das ist der zweite Punkt.<br /><br />
Und der dritte Punkt ist die Frage, wer die Treiber einer Enterprise 2.0 Initiative im Unternehmen sind, da es auch sein kann, dass es aus der IT-Abteilung kommt. Es kann aber auch sein, dass es Mitarbeiter aus einer ganz anderen Abteilung vorangetrieben haben oder dass Enterprise 2.0 erst einmal in einer Abteilung getestet und erst danach im Unternehmen groß wurde. Manchmal kommt auch der CTO oder CIO und sagt, dass das System nun eingesetzt werden würde. Da gibt es die Schlagwörter Bottom Up und Top Down, wobei sich die Frage ergibt, was richtig und was falsch ist.</p class="blogantwort"><p class="blogfrage">Das war der erste Teil unseres IT-Radar Interviews mit Dr. Alexander Richter. In der nächsten Ausgabe gehen wir vor allem auf den Nutzen von Social Software Suites ein und thematisieren den aktuellen wie auch zukünftigen Stand des Einsatzes in Unternehmen. Sie können Teil zwei in Kürze auf <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.it-radar.de']);"  href="http://www.it-radar.de" title="www.it-radar.org">www.it-radar.org</a> hören und lesen.</p class="blogfrage"><br />
<!--nextpage--><br />
<br /><br />
<h3 id="richter">Nähere Informationen zu Dr. Alexander Richter</h3><h4>Beruf</h4><ul><li>Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.kooperationssysteme.de/']);"  href="http://www.kooperationssysteme.de/" title="Forschungsgruppe Kooperationssysteme">Forschungsgruppe Kooperationssysteme</a> der Universität der Bundeswehr München</li><br />
<li>zuvor auch Tätigkeiten in unterschiedlichen Funktionen, wie zum Beispiel bei DymlerChrysler France, KPMG und Osyskom sowie als selbstständiger IT-Berater</li></ul><h4>Studium</h4><ul><li>BWL-Studium an der Universität Augsburg</li><br />
<li>Doppeldiplom-Studiengang Deutsch-französisches Management an der Universität Rennes I</li><br />
<li>Promotion an der Universität der Bundeswehr München</li></ul><h4>aktuelle Publikationen</h4><ul><li><b>Der Einsatz von Social Networking Services in Unternehmen – Eine explorative Analyse möglicher soziotechnischer Gestaltungsparameter und ihrer Implikationen.</b><br />
Gabler Verlag, München 2010</li><br />
<li>gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Koch:<br />
<b>Enterprise 2.0 – Planung, Einführung und erfolgreicher Einsatz von Social Software in Unternehmen.</b><br />
Zweite erweiterte Auflage, Oldenbourg Verlag, München 2009</li><br />
<li>gemeinsam mit Dr. Kai Riemer und Prof. Dr. Michael Koch:<br />
<b>Tweet Inside: Microblogging in a Corporate Context.</b><br />
<i>(Winner of The Bled Outstanding Paper Award)</i> in: Proceedings of the 23rd Bled eConference, Bled 2010</li><br />
<li>gemeinsam mit Dr. Kai Riemer und Prof. Dr. Michael Koch:<br />
<b>Social Software und die Unternehmenskultur.</b><br />
in: Wirschaftsinformatik und Management, Nr. 6/2010</li><br />
</ul><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.kooperationssysteme.de/personen/richter/']);"  href="http://www.kooperationssysteme.de/personen/richter/">Dr. Alexander Richter an der Universität der Bundeswehr München</a><br />
<br /> 
            </div>
        </content>
        
    </entry>
    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/87-Fachkraeftemangel-Teil-II.html" rel="alternate" title="Fachkräftemangel - Teil II" />
        <author>
            <name>Katharina König</name>
            <email>Katharina.Koenig@paluno.uni-due.de</email>
        </author>
    
        <published>2011-01-04T13:27:27Z</published>
        <updated>2011-06-27T13:48:08Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=87</wfw:comment>
    
        <slash:comments>0</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=87</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/10-Interview" label="Interview" term="Interview" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/87-guid.html</id>
        <title type="html">Fachkräftemangel - Teil II</title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <p>Im zweiten Teil des Interviews zum Thema <b>Fachkräftemangel</b> haben wir uns damit auseinandergesetzt, welchen Einfluß Schulen und Hochschulen auf diese Problematik haben. Dabei interessierte uns unter anderem, ob die neuen, gestuften Studiengänge Bachelor und Master angemessen ausgebildete Absolventen hervorbringen, ob sich der <b>Fachkräftemangel</b> auch auf den Bereich der Ausbildungsberufe erstreckt und welchen Beitrag zur Ausbildung Unternehmen leisten können.<br />
<a href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/67-Das-IT-Radar-Team.html"><em>Vincent Wolff-Marting</em></a>  und <a href="/index.php?/archives/67-Das-IT-Radar-Team.html"  title="Über Andreas Heinecke"><em>Andreas Heinecke</em></a> sprachen im 2. Teil des <a href="/index.php?/archives/37-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html"  title="Was ist das?">IT-Radar-Interviews</a> mit <em>Prof. Dr. A. Plünnecke</em> und <em>Dr. J. Klukas</em> darüber.</p> <br /><!-- s9ymdb:116 --><img height="16" width="16" src="/uploads/pictures/icon_audio2.serendipityThumb.png" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/podcasts/Int-Pluennecke,Klukas_Teil_2-2.mp3']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/podcasts/Int-Pluennecke,Klukas_Teil_2-2.mp3" title="Int-Pluennecke,Klukas_Teil_2-2.mp3" target="_blank">Interview mit Prof. Dr. A. Plünnecke und Dr. Jörg Klukas - Teil II (MP3, 25 MIN)</a><br />
<br />
<!-- s9ymdb:116 --><img height="16" width="16" src="/uploads/pictures/icon_audio2.serendipityThumb.png" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/podcasts/Int-Pluennecke,Klukas.mp3']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/podcasts/Int-Pluennecke,Klukas.mp3" title="Int-Pluennecke,Klukas.mp3" target="_blank">Interview mit Prof. Dr. A. Plünnecke und Dr. Jörg Klukas - Teil I+II (MP3, 40 MIN)</a><br />
<br />
<br /><!-- s9ymdb:114 --><img height="16" width="16" src="/uploads/pictures/icon_pdf.serendipityThumb.png" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/transkripte/Fachkraeftemangel_02.pdf']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/transkripte/Fachkraeftemangel_02.pdf" title="Fachkraeftemangel_02.pdf" target="_blank">Transkript des Interviews mit Prof. Dr. A. Plünnecke und Dr. J. Klukas - Teil II (PDF)</a><br />
<br />
<!-- s9ymdb:114 --><img height="16" width="16" src="/uploads/pictures/icon_pdf.serendipityThumb.png" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/transkripte/Fachkraeftemangel_komplett.pdf']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/transkripte/Fachkraeftemangel_komplett.pdf" title="Fachkraeftemangel_komplett.pdf" target="_blank">Transkript des Interviews mit Prof. Dr. A. Plünnecke und Dr. J. Klukas - Teil I+II (PDF)</a><br />
<br />
<br /><img height="12" width="8" src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Info_Icon_02.png" alt="Info-Icon" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 9px; padding-right: 9px;"/><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/index.php?archives/86-Fachkraeftemangel.html&serendipity[entrypage]=4#pluennecke">Informationen zu Prof. Dr. Axel Plünnecke</a><br /><br />
<img height="12" width="8" src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Info_Icon_02.png" alt="Info-Icon" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 9px; padding-right: 9px;"/><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/index.php?archives/86-Fachkraeftemangel.html&serendipity[entrypage]=5#klukas">Informationen zu Dr. Jörg Klukas</a><br />
<br /><br />
<br />
<h3>Das Interview zum Nachlesen:</h3><p class="blogfrage">Liebe Leserinnen und Leser, herzlich willkommen zum zweiten Teil des IT-Radar-Interviews mit Prof. Dr. Axel Plünnecke und Dr. Jörg Klukas über das Thema Fachkräftemangel. Prof. Dr. Axel Plünnecke ist stellvertretender Leiter des Wissenschaftsbereichs Bildungspolitik und Arbeitsmarktpolitik des <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.iwkoeln.de/']);"  href="http://www.iwkoeln.de/">Instituts der deutschen Wirtschaft</a> in Köln. Dr. Jörg Klukas ist Community-Manager der Job-Empfehlungs-Community <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.itmitte.de']);"  href="http://www.itmitte.de">ITmitte.de</a>.<br /><br />
Herr Dr. Klukas, Sie haben im ersten Teil des Interviews die Kooperation mit den Universitäten angesprochen. Wie würden Sie denn die universitäre Ausbildung einschätzen? Lernen die Studenten dort das Richtige und sind bereit für den Einsatz oder müssen sie, wenn sie in die Firma kommen, erst noch so ausgebildet werden, wie Sie es brauchen?</p class="blogfrage"><p class="blogantwort"><b>Dr. J. Klukas:</b> Dazu gibt es innerhalb der Community ITmitte.de unterschiedliche Ansichten. Die einen erwarten Professionals, die gleich zum Kunden geschickt werden können und dem Unternehmen Geld bringen. Die anderen erwarten das nicht. Ich war selbst siebeneinhalb Jahre Personalchef bei der T-Systems Multimedia Solutions GmbH in Dresden, und auch ich erwarte das nicht. Das liegt daran, dass in der IT die Spezialisierungen so vielfältig sind, dass nicht für alle Bereiche Profis ausgebildet werden können. Wenn ich einen Tester suche, kann ich nicht erwarten, dass ein Student an der Universität in fünf Jahren ein Testspezialist geworden ist. Was ich aber erwarte, ist, dass er sich mit ein paar wesentlichen Grundsätzen von Tests auseinandersetzen kann. Ein weiterer Punkt ist, dass Unternehmen diesem Mitarbeiter durch eigene Trainings und Kompetenznetzwerke die Möglichkeit geben müssen, dass er sein Leben lang in seiner Kompetenz oder auch in anderen Kompetenzen lernen kann.</p><p class="blogfrage">Prof. Dr. A. Plünnecke, uns würde natürlich auch Ihre Sicht dazu interessieren, ob die Universitäten denn die MINTler gut genug ausbilden?</p><p class="blogantwort"><b>Prof. Dr. A. Plünnecke</b>: Wir haben durch Befragungen ermittelt, dass die Unternehmen mit der Qualifikation der Absolventen der Hochschulen generell sehr zufrieden sind. Das heißt, dass das Niveau in Deutschland, auch im internationalen Vergleich, im Durchschnitt gut, teilweise auch sehr gut ist. Internationale Konzerne bestätigen das. Es gibt also kein qualitatives Problem bei der Hochschulbildung, sondern zunehmend ein quantitatives Problem, und das besteht darin, dass die Menge der Hochschulabsolventen nicht mehr reichen wird, um den Fachkräftebedarf zu decken. Dieses Problem ist darin begründet, dass sich die geburtenstarken Jahrgänge dem Ruhestand nähern und die Zahl der nachrückenden jungen Menschen nicht ausreicht, um das deutsche Geschäftsmodell weiter aufrechtzuerhalten. Das wiederum liegt daran, dass dieses Geschäftsmodell auf den Stärken Deutschlands basiert, die in der Hochtechnologie, der Exportbranche, im Maschinen- und Fahrzeugbau und der Chemie liegen, und das sind eben Bereiche, in denen sehr viele der MINT-Kräfte gebraucht werden. Dazu kommt noch die IT, die sehr stark wächst und ebenfalls einen sehr hohen Bedarf an Fachkräften aufweist.<br /><br />
Darüber hinaus gab es zwar in den letzten zwanzig Jahren eine Bildungsexpansion, diese betraf aber vornehmlich Frauen, das heißt, deren Anteil an den Studierenden im Land hat zugenommen. Deren Anteil an Studierenden und Absolventen in den MINT-Fächern ist bisher allerdings noch zu gering. In den letzten Jahren ist der Frauenanteil in den MINT-Fächern gestiegen – in den einzelnen Fächern unterschiedlich, in der Elektrotechnik oder im Maschinenbau ist der Anteil jedoch beispielsweise noch sehr gering.</p><br />
<!--nextpage--><br />
<p class="blogfrage">Können Sie dazu vielleicht ein paar Zahlen nennen?</p><p class="blogantwort"><b>Prof. Dr. A. Plünnecke</b>: Im Elektrotechnikbereich liegt der Frauenanteil etwa bei 10 Prozent, im Maschinenbau und der IT etwas höher. In der Biologie sowie der Chemie sind die Anteile höher, genauso wie auch im Bauingenieurwesen und in der Architektur. Insgesamt ist der Anteil jedoch noch relativ gering und es gibt sicherlich auch noch Potenzial, wo wir Arbeitskräfte gewinnen können. Viele Initiativen, wie „Komm, mach‘ MINT“ und „Girls‘ Days“, versuchen, für diese technischen Berufe zu werben und Berührungsängste abzubauen. Aber auch Unternehmen müssen diesbezüglich in ihrem Marketing noch besser werden, um entsprechend attraktiv zu sein.<br /><br />
<b>Dr. J. Klukas</b>: Ich habe dazu eine spezielle Meinung. Ich denke, wir brauchen mittlerweile auch einen „Boys‘ Day“. Gehen Sie doch einmal durch die Supermärkte und schauen, wer dort an den Kassen sitzt. Das sind die Jungen. Damit möchte ich ausdrücken, dass „Girls‘ Days“ in Ordnung sind, aber ich finde, dass generell alle Menschen für das MINT-Thema begeistert werden müssen, und das beginnt in der Schule. Ob nun unbedingt die Mädchen in diesen Fächern glücklich werden müssen, weiß ich nicht. Es geht in diesen Fächern um technische Sachverhalte, und das liegt Jungen vielleicht stärker. Ich bin unsicher, ob es eine gute Idee ist, in den MINT-Bereichen mit aller Kraft zu versuchen, die Frauenquote zu erhöhen. Meiner Meinung nach muss jeder die Ausbildung machen oder die Studienrichtung wählen, die ihm Spaß macht, denn so wird er sich am besten entfalten und die größte Produktivität entwickeln.<br /><br />
Ich denke auch, dass es hierbei eher um die Allgemeinwahrnehmung der MINT-Bereiche geht. Es muss auch dargestellt werden, dass beispielsweise Informatik zu studieren nicht bedeutet, den ganzen Tag vor dem Computer zu sitzen und Code zu schreiben, sondern dass es sich um ein facettenreiches Arbeitsfeld handelt. Viele Informatiker sind als Berater tätig und setzen sich vielleicht mit Fragen der Usability von Software auseinander oder dem Design von Software. Vieles, was den Arbeitsbereich eines Informatikers umfasst, beinhaltet weniger die eigentliche Programmierung, als vielmehr die Konzeption von Projekten und Produkten. Ich denke, es ist wichtig mit einer Erklärung dessen anzusetzen, was überhaupt hinter MINT-Berufen steckt.<br /><br />
<b>Prof. Dr. A. Plünnecke</b>: Es ist richtig, nicht generell nur die Frauen für diese Fächer ins Auge zu fassen. Zusätzliches Potenzial bietet aber das, was wir aus den PISA-Studien wissen: Mädchen schneiden besser ab, als sie selbst wahrnehmen. Sie haben Stärken in den Naturwissenschaften und in Mathematik, aber ihre eigene Einschätzung davon ist nicht so günstig und entspricht nicht ihrem tatsächlichen Potenzial. An dieser Stelle gilt es auch, bestimmte Vorurteile, bestimmte vorgefertigte Wege und Bilder zu ändern. Dafür ist natürlich auch das Bild von einem Beruf wichtig. Beispielsweise tragen viele MINT-Berufe dazu bei, anderen Menschen zu helfen und Lösungen zu schaffen. Sie ermöglichen es kreativ im Umweltbereich tätig zu werden. Es gibt viele Bereiche, die auch für Frauen sehr attraktiv sind und damit kann natürlich auch geworben werden.<br /><br />
Der „Boys‘ Day“ ist aus einem anderen Grund wichtig: Wir wissen, dass die Bildungsverlierer vor allem die Jungen sind, die erst gar nicht die Ausbildungsreife schaffen. Diese Gruppe ist relativ groß, und es ist nötig, sich stärker um sie zu kümmern.</p><p class="blogfrage">Ich möchte noch einmal auf das Ausbildungsniveau zurückkommen: Wir haben in Deutschland die Unterscheidung zwischen Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien. Gibt es zwischen denen qualitative Unterschiede oder würden Sie sagen, dass es da kaum noch Unterschiede gibt und alle diese Einrichtungen gute Arbeit leisten mit lediglich leicht veränderten Schwerpunkten?</p><p class="blogantwort"><b>Prof. Dr. Plünnecke</b>: Ich weiß nicht, ob ich generell zwischen Universitäten und Fachhochschulen unterscheiden würde. Natürlich bilden die Universitäten noch abstrakter, theoretisch fundierter aus als die Fachhochschulen, die etwas stärker auf die Praxis orientieren. Das ist die klassische Unterscheidung. Betrachten wir aber die neuen, die gestuften Studiengänge Bachelor und Master, können wir durchaus feststellen, dass es Unterschiede gibt, wenn man die Einsatzmöglichkeiten der jeweiligen Absolventen vergleicht. Für Bachelors gibt es in vielen Bereichen gute Einsatzmöglichkeiten.<br /> <br />
Wir haben Unternehmen befragt, die Ingenieure beschäftigen, wofür sie Ingenieure mit Bachelor-Abschluss einsetzten. Einsatzbereiche finden sich für sie in fast allen Bereichen außer in der Forschung. Für die Forschung ist natürlich der Master-Abschluss die entscheidende Eintrittskarte. Für die Ausbildung von Forschungspersonal sind sicherlich die technischen Universitäten hinsichtlich der Qualität ihrer Ausbildung geeigneter als andere Einrichtungen. Es gibt jedoch so viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten für MINT-Fachkräfte, dass Fachhochschulen für diese Arbeitskräfte eine sehr gute Grundlage bilden. Daneben wissen wir aus Übergangsstudien – Studien darüber, wie lange Studierende warten müssen, um einen Arbeitsplatz zu finden –, dass auch die Fachhochschulabsolventen hinsichtlich der Einstiegsgehälter sehr gut abschneiden.</p><br />
<!--nextpage--><br />
<p class="blogfrage">Sind denn Bachelor-Absolventen von MINT-Fächern überhaupt geeignet, direkt im Anschluss an ihr Studium in der Wirtschaft zu arbeiten?</p><p class="blogantwort"><b>Prof. Dr. A. Plünnecke</b>: Etwa 70 Prozent der Studierenden streben einen Masterabschluss an. Von den Bachelor-Absolventen, die in den Arbeitsmarkt eintreten, wissen wir, dass die Dauer ihrer Arbeitssuche etwa vergleichbar mit der von Diplom- oder Master-Absolventen ist. Es gibt diesbezüglich keine gravierenden Unterschiede. Ingenieure, Techniker und IT-Kräfte arbeiten außerdem nicht nur in der Forschung, sondern in vielen Berufen, und der Eintritt in ein Unternehmen kann auch mit einem Bachelorabschluss sehr attraktiv sein. Es ist ein erster Schritt. Weiterhin besteht die Möglichkeit, nach einigen Jahren Berufserfahrung, wenn der Bedarf nach fachlicher Vertiefung besteht, berufsbegleitend ein Masterstudium anzuschließen.<br /><br />
Wir haben festgestellt, dass in anderen Ländern, wie den Vereinigten Staaten, der Anteil der Bachelor-Absolventen, die in den Arbeitsmarkt eintreten, deutlich höher ist als in Deutschland. Es hat aber auch etwas mit der Bildungskultur und -tradition zu tun, dass der Master der Weg ist, den die meisten wählen, weil sie einfach mehr studieren wollen.</p><p class="blogfrage">Das hat sicherlich auch etwas mit dem finanziellen Aspekt eines Studiums zu tun, denn es ist in anderen Ländern nicht billig, ein Masterstudium auch zu Ende zu bringen. Herr Dr. Klukas, haben Sie schon Erfahrungen mit Master- und Bachelor-Absolventen sammeln können? Sind sie mit den bisherigen Absolventen vergleichbar?</p><p class="blogantwort"><b>Dr. J. Klukas</b>: Ich habe vor kurzem an einem Treffen von Maschinenbauunternehmern in Chemnitz teilgenommen, deren Unternehmen auch in einem Netzwerk organisiert sind. Genau das Thema stand auf der Agenda dieses Treffens. Verschiedene Hochschulprofessoren nahmen ebenfalls an dem Treffen teil und wurden ziemlich „gelöchert“, dabei haben die Unternehmen ihre Erfahrungen mit Absolventen der neuen Studiengänge ausgetauscht, und die Erkenntnisse waren ziemlich durchmischt. Es gibt einige, die sich das Diplom zurückwünschen, und es gibt andere, die argumentierten, dass es bereits früher Bedarf an sogenannten „Betriebsingenieuren“ gegeben habe. Die Betriebsingenieure sollten ein bisschen eher fertig sein. Ihre Ausbildung sollte auch weniger theorielastig als das Studium der Diplom-Ingenieure sein, sodass sie der Wirtschaft mit weniger Kenntnissen und früher als Diplom-Ingenieure zur Verfügung stehen können sollten. Im Prinzip ist es das, was der Bachelor jetzt bietet. Daneben werden mittlerweile auch die ersten Erfahrungen mit Masterabsolventen gemacht und auch bei diesen gibt es natürlich Vor- und Nachteile.<br /><br />
Als ein Nachteil beim Bachelor wird der sehr straffe Studienplan bewertet, der wenig Zeit bietet, nebenbei Praxiserfahrungen zu sammeln. Diesbezüglich waren Diplomstudiengänge anders konzipiert und weniger verschult. An dieser Stelle ist es nötig zu schauen, wie die Praxisintegration der Studenten wieder verstärkt werden kann. Dafür bieten Universitäten verschiedene Möglichkeiten an wie zum Beispiel Teilzeitstudien, in denen die Studieninhalte über einen längeren Zeitraum gestreckt werden, an dessen Ende dann der Bachelorabschluss steht. Diese Studien bieten wieder mehr Praxisphasen oder ermöglichen es, neben dem Studium ein Kind großzuziehen. Es ist ein Teilzeitmodell, das entwickelt wurde, um auch die Leute zu adressieren, die nicht jeden Tag zur Schule gehen können.<br /><br />
Ich kann insgesamt sagen, dass ein gemischtes Bild zu den neuen Studienabschlüssen entstanden ist. Mittlerweile ist es auch so, dass einige Hochschulen das Diplom parallel zum Bachelor- und Mastersystem wiedereinführen. Es wird sich noch zeigen, was der letztendliche Trend sein wird. Ich sehe derzeit eine Phase der kritischen Bewertung, und Unternehmen müssen sich intern ein bisschen umstellen, weil sich einiges geändert hat. So sind zum Beispiel die Praxiseinsätze der Studenten jetzt kürzer, und diese Praktikanten müssen entsprechend anders eingetaktet werden. Auf der anderen Seite haben sie natürlich schneller einen Abschluss und stehen den Unternehmen als Festkräfte zur Verfügung.<br /><br />
<b>Prof. Dr. A. Plünnecke</b>: Die großen Unternehmen, die international tätig sind, haben es mit den neuen Studienabschlüssen leichter. Globale Unternehmen wie Siemens und andere, die bereits Erfahrungen mit Bachelor- und Masterabsolventen in anderen Ländern gesammelt haben, verfügen bereits über Programme für die Personalentwicklung und können die einfach auf Deutschland übertragen. Für diese Unternehmen ist es gar kein Problem, diesen Wechsel durchzuführen. Für andere gibt es teilweise Berührungsängste zu überwinden, weil das Thema für sie neu ist und sie noch wenig Erfahrung mit den Absolventen der neuen Studiengänge haben.</p><br />
<!--nextpage--><br />
<p class="blogfrage">Wir haben bisher sehr ausführlich über Akademiker gesprochen. Betrifft denn der Fachkräftemangel auch Ausbildungsberufe oder gibt es für diese genug Arbeitskräfte?</p><p class="blogantwort"><b>Prof. Dr. A. Plünnecke</b>: Das ist nach Fächern verschieden. Wir sehen natürlich bereits heute die Knappheit in den Gesundheits- und Pflegeberufen sowie starke Unterschiede bei den Schulabsolventenzahlen in unterschiedlichen Regionen. Insbesondere in den neuen Bundesländern verzeichnen wir einen starken Einbruch der Absolventenzahlen bei den Schülern, weil 1991/92 wenige Kinder geboren wurden, und die Jahrgänge der jungen Menschen im Alter von siebzehn, achtzehn, neunzehn sehr klein sind. In diesen Bundesländern haben die Unternehmen bereits starke Probleme, junge Menschen für eine Ausbildung zu finden.<br /><br />
Spätestens in zehn Jahren werden wir auch sehen, dass es generell massive Probleme in den Ausbildungsberufen gibt, denn dann werden 600 000 bis 700 000 Facharbeiter jährlich ausscheiden, und es wird vielleicht ein Potenzial von 400 000 bis 450 000 jungen Menschen geben, die eine Ausbildung machen können. Demzufolge wird es dann für Unternehmen extrem schwierig werden, genug Auszubildende zu finden. Viele Unternehmen überlegen sich daher schon heute, wie sie ihre Berufe neu ordnen können, um attraktiv für junge Menschen zu sein und was sie tun können, um mit Schulen zu kooperieren. Das machen noch nicht alle Unternehmen, aber einige sind für dieses Thema bereits sensibilisiert und versuchen zu agieren.<br /><br />
<b>Dr. J. Klukas</b>: Dazu möchte ich gern Folgendes ergänzen: Von den Unternehmen aus der Community ITmitte.de bekomme ich bei den Community-Treffen regelmäßig das Feedback, dass es sehr schwierig ist, gute Schüler und/oder Abiturienten für die Ausbildungsstellen zu bekommen. Dazu muss natürlich gesagt werden, dass diese Unternehmen zu ungefähr 80 Prozent Hochschulabsolventen brauchen und nur ungefähr 20 Prozent ihrer Stellen mit Auszubildenden und Facharbeitern besetzen. Dennoch berichten alle diese Unternehmen, dass es sehr schwierig ist, entsprechende Mitarbeiter zu finden. Sie bekommen zwar Bewerbungen, aber die Bewerber bringen teilweise nicht genug fachliches Wissen mit, als dass es sinnvoll wäre, in deren Ausbildung zu investieren. Dabei wägen die Unternehmen natürlich sehr genau ab, ob sie eine Ausbildung durchführen oder nicht. Im Prinzip sind die Unternehmen bereit, etwas zu investieren, und setzen auch sehr stark auf Ausbildung – teilweise machen die Auszubildenden 40 Prozent des Recruitings aus.<br /><br />
Wie die Unternehmen ihren Bedarf sichern, ist eine sehr wichtige Komponente und natürlich mit Investment verbunden. Deshalb möchten sie auch sicher sein, dass sich eine Investition – auch in eine Ausbildung – am Ende lohnt. An dieser Stelle sind wir auch gerade in der Community ITmitte.de aktiv. Wir wollen stark mit Schulen zusammenarbeiten, indem wir zum Beispiel aktiv an der Sensibilisierung für MINT-Fächer mitarbeiten, damit bereits in der Schule das Interesse der Schüler daran geweckt wird.</p><p class="blogfrage">Ist es möglich, dass die Unternehmen zu hohe Ansprüche an die Auszubildenden stellen? Sind die Ansprüche vielleicht in der letzten Zeit gewachsen oder wird die Qualität der Schüler und Schulabsolventen wirklich schlechter? Das hörte sich ja gerade so an.</p><br />
<b>Dr. J. Klukas</b>: Die Qualität der Schüler, die von der Schule kommen, ist teilweise schlechter geworden. Zum Beispiel bringen diejenigen, die sich auf Ausbildungsstellen als Informatiker bewerben, heute nicht das nötige Vorwissen mit, um so einen Beruf auszuüben. Das bezieht sich auf entsprechendes mathematisches Wissen oder Ingenieurverständnis. An manchen Schulen wird beispielsweise auch Informatik angeboten, aber die Bewerber sind in dem Fach nicht besonders gut, oder aber das Fach wird dort zu oberflächlich behandelt. Im Prinzip muss eine solche Schulbildung sinnvoll konzipiert werden. Die fachlichen Inhalte werden immer umfangreicher und das passt nicht wirklich alles in eine allgemeine Schulbildung hinein. Auch ich hatte als Schüler viele Fächer, von denen ich dachte: “Um Gottes Willen, die brauchst du im späteren Leben nie.“<br /><br />
Es gab und gibt darüber hinaus aber auch Spezialisierungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch fakultative Fächer, und es gibt auch im klassischen Lehrplan Möglichkeiten, Arbeitskreise und vergleichbare fakultative Optionen anzubieten, um die Schüler zu fördern und das Wissen in bestimmten Fächern zu vertiefen. Das ermöglicht den Schülern, Erfahrungen in Bereichen zu sammeln, die sie interessieren, sich auszuprobieren und vielleicht etwas ganz Praktisches zu machen. Auch an dieser Stelle müssen sich die Unternehmen stärker einbringen, denn solche Angebote umfassen Lehrinhalte, die im Schulsystem nicht unbedingt vorgesehen sind und wofür Kapazitäten benötigt werden.<br /><br />
Ein gutes Beispiel in diesem Zusammenhang ist das Schülerrechenzentrum in Dresden. Das ist ein einzigartiges Projekt der TU Dresden, für das jedes Jahr gute Schüler ausgewählt werden. Die Schüler erhalten in dem Rechenzentrum eine zusätzliche Ausbildung auf einem sehr hohen Niveau und werden gleichzeitig fundiert in den Informatikbereich eingeführt. Im Projekt werden auch Preise vergeben und viele Unternehmen sind darin engagiert, indem sie es finanziell und inhaltlich unterstützen.</p><br />
<!--nextpage--><br />
<p class="blogfrage">Prof. Plünnecke, wenn Sie sagen, die Hochschulen bilden eigentlich sehr gut aus, haben wir denn dann in Deutschland ein qualitatives Defizit der Ausbildung an der Schule gegenüber den Hochschulen?</p><p class="blogantwort"><b>Prof. Dr. A. Plünnecke</b>: Wir haben in Deutschland im internationalen Vergleich relativ wenig Studierende. Wenn wir uns bei PISA anschauen und international vergleichen, was die Gymnasiasten oder die Studienberechtigten können, dann sehen wir, dass wir uns diesbezüglich auf einem hohen Niveau befinden.<br /><br />
Wir haben allerdings nur einen relativ kleinen Anteil an jungen Menschen, die ein Studium anfangen, im Vergleich zu Amerika, Schweden, Polen und anderen Ländern. Dort studieren mehr Menschen. Im Gegensatz dazu haben knapp 20 Prozent der jungen Menschen bei uns erhebliche Probleme, Texte zu verstehen und selbstständig zu lernen. An dieser Stelle müssen wir uns anstrengen, Übergangsmaßnahmen zu entwickeln und Einstiegsqualifikationen für Jugendliche zu schaffen. In den letzten Jahren wurde auch viel unternommen, um viele junge Menschen zu integrieren. Entscheidend ist es jedoch, gerade diese bildungsfernen Gruppen stärker in den Schulen zu fördern.<br /><br />
Sachsen ist diesbezüglich im deutschen Vergleich recht gut aufgestellt, denn dort sind die Problemgruppen relativ klein und gerade bei der naturwissenschaftlich-mathematischen Ausbildung ist die Qualität sehr gut. Insbesondere die Lehrer, die in der Vergangenheit noch in der DDR ausgebildet wurden, sind sehr kompetent, und somit schneidet Sachsen bei den Tests innerhalb Deutschlands in diesen Bereichen sehr gut ab.</p><p class="blogfrage">Es ist noch nicht lange her, als sich die Nachrichten noch komplett anders lasen und problematisiert wurde, dass es zu wenige Ausbildungsplätze und zu viele Schulabsolventen gäbe und dass die Unternehmen sich doch bitte stärker im Bereich Ausbildung engagieren sollen. Daneben sind bei Berufsstartern, Ausbildungsstartern, Studienstartern gleichermaßen Konjunkturzyklen erkennbar: Die Bereiche, in denen aktuell Knappheit herrscht, sind oft diejenigen, in denen vor kurzer Zeit noch massiv abgebaut wurde. In der IT hatten wir einen solchen Fall zum Beispiel nach dem Platzen der Dotcom-Blase. Viele, die mit großen Erwartungen an das Thema herangegangen sind, haben sich auf einmal ohne Arbeitsplatz wiedergefunden. Was können denn die Unternehmen daraus möglicherweise lernen?</p><p class "blogantwort"><b>Prof. Dr. A. Plünnecke</b>: Die IT-Unternehmen, die damals im Jahr 2000 gestartet und anschließend geplatzt sind, können nichts mehr lernen, weil es sie nicht mehr gibt. Das war ein Hype, eine Sonderkonjunktur. Über einen längeren Zeitraum – die letzten 20 Jahre – können wir aber feststellen, dass die Beschäftigung von IT-Kräften gestiegen ist. Des Weiteren sind diese Fachkräfte nicht nur in der IT-Branche selbst tätig sind, sondern in vielen Branchen, und sie übernehmen auch in den anderen Branchen wichtige Funktionen, so zum Beispiel in Rechenzentren und in internen Dienstleistungen.<br /><br />
Unternehmen heute haben eine ganz andere Altersstruktur als Betriebe vor zehn Jahren. Das liegt unter anderem daran, dass deutlich weniger junge Menschen als Schulabsolventen nachrücken, somit ist es heute deutlich schwieriger, die Ausbildungsplätze zu besetzen, als früher. Gleichzeitig wollen die Unternehmen möglichst alles tun, um auszubilden. In Deutschland konnten wir beobachten, dass die Jugendarbeitslosigkeit in der Krise 2009 bei etwa 10 Prozent geblieben ist, weil die Ausbildung eben gerade nicht so zyklisch wie in anderen Ländern ist und demzufolge der Eintritt in den Arbeitsmarkt ebenfalls nicht so zyklisch wie beispielsweise in Frankreich oder Spanien ist. Diese beiden Länder haben zum Beispiel keine duale Ausbildung, sodass die Jugendarbeitslosigkeit auf 20 bis 40 Prozent angestiegen ist.<br /><br />
Deutschland wird deswegen derzeit um die duale Ausbildung beneidet, die sich als Zwischenschritt zwischen Schule und Berufsleben von der Konjunktur etwas abkoppeln kann und den Eintritt von jungen Menschen in den Arbeitsmarkt erleichtert.<br /><br />
<b>Dr. J. Klukas</b>: Ich möchte dazu gerne noch etwas ergänzen: Ich habe bei der T-Systems Multimedia Solutions GmbH gearbeitet. Das Unternehmen ist 1995 gegründet worden, hat mit interaktivem Fernsehen angefangen. Zwei Jahre später ist es in das Internetthema eingestiegen und hat diese Zeit im Jahr 2000 in der Blase genau mitgemacht. Die großen Wettbewerber wie Pixelpark und Co. haben damals gesagt: „Mein Gott, ihr wachst aber langsam!“ Letzten Endes sind solche Unternehmen allerdings geplatzt.<br /><br />
Wir haben uns immer gesagt, dass wir ein gesundes und profitables Wachstum haben und in jedem Jahr unseren Gewinn erwirtschaften wollen. Dabei haben wir sehr stark auf internes Qualitätsmanagement sowie auf Kundenorientierung gesetzt. Wir wollten unsere Kunden zufriedenstellen. Im Prinzip haben wir nur die klassischen Weisheiten aus der Betriebswirtschaft umgesetzt und eben nicht nur die Maximierung eines Shareholder-Values oder Ähnliches verfolgt. Dafür haben wir uns dann die richtigen Fachkräfte an Bord geholt.<br /><br />
Wir haben unsere Mitarbeiter immer handverlesen. Ich habe meine Rolle als Personalleiter nie darin gesehen, unbedingt jeden Personalplan zu erfüllen, sondern ich habe Mitarbeiter ausgewählt, bei denen ich mir vorstellen konnte, dass sie mit uns und wir mit ihnen auch fünf Jahre später noch Spaß daran haben würden, zusammenzuarbeiten, und dafür werden die richtigen Mitarbeiter gebraucht. <br /><br />
Wenn Sie sich beispielsweise bei den Mitgliedsunternehmen der Community ITmitte.de die Mitarbeiterfluktuationen anschauen, dann sehen Sie, dass die mit 1 Prozent sehr niedrig sind. Das Thema Fachkräftemangel macht auch deutlich, dass in die Mitarbeiterbindung investiert werden muss. Mittlerweile ist es bei den Unternehmen auch angekommen, dass die Mitarbeiter fair behandelt werden müssen, dass sie am Unternehmen beteiligt werden müssen, um ihnen das Gefühl zu geben, dass es auch ihr Unternehmen ist. Dafür werden Konzepte benötigt, die in der Betriebswirtschaft erarbeitet werden müssen und den Personaler mit neuen Methoden dabei unterstützen, Personal zu bekommen und die Mitarbeiterbindung an das Unternehmen zu stärken.</p><br />
<!--nextpage--><br />
<p class="blogfrage">Bei den neuen Methoden zur Behebung des Fachkräftemangels ist im Augenblick im Gespräch, internationale Bewerber stärker zu berücksichtigen, stärker ins Land zu locken und wie das erreicht werden soll. Dieses Thema mit der Greencard, wie es früher hieß, ist auch nicht wirklich neu. Was hat denn die Politik in dieser Hinsicht bisher falsch gemacht, oder was haben die Unternehmen bisher falsch gemacht? Warum trägt dieses Vorhaben noch nicht die Früchte, die es vielleicht tragen könnte?</p><p class="blogantwort"><b>Prof. Dr. A. Plünnecke</b>: Deutschland steht im Wettbewerb mit anderen Ländern. Wenn Sie beispielsweise ein großes Land wie Indien nehmen, wo viele junge Menschen auswandern, dann sind andere Länder für diese Menschen attraktiver: Die Inder sprechen sehr gut Englisch, und für sie sind natürlich angelsächsische Staaten wie Großbritannien und die USA wesentlich anziehender. Auch der Umgang mit der Einwanderung in den jeweiligen Ländern ist wichtig, und an dem Thema „Willkommenskultur für Ausländer“ kann Deutschland vorsichtig ausgedrückt sicherlich noch arbeiten, das birgt noch Potenzial, um attraktiver für Ausländer zu werden.<br /><br />
Aus meiner eigenen Familie ist meine Schwester mit meinem Schwager, der Physiker ist, in die USA ausgewandert. Dort, an der Ostküste, herrscht eine ganz andere Willkommenskultur für Einwanderer und Zuwanderer als hier. Man wird relativ schnell ein Bürger Amerikas, auch das ist eine ganz andere Einwanderungskultur. Daran muss Deutschland sicherlich noch arbeiten.<br /><br />
Der andere Aspekt, der in der Vergangenheit wenig berücksichtigt wurde und wo mittlerweile große Potenziale erkannt werden, bezieht sich auf die Absolventen innerhalb Deutschlands. Damit sind die Ausländer gemeint, die an deutschen Hochschulen studiert haben, die Sprache kennen, vor Ort sind, die Region kennen, die hier Freunde gewonnen haben und sich heimisch fühlen. Diesbezüglich wurde erst jüngst verbessert, dass diese Absolventen für drei Jahre in Deutschland bleiben können. In einem nächsten Schritt wäre es wichtig, diesen Fachkräften vielleicht auch eine generelle Bleibemöglichkeit zu eröffnen.<br /><br />
<b>Dr. J. Klukas</b>: Das kann ich aus meiner Erfahrung als Personalchef bestätigen: Für Ausländer ist es sehr attraktiv, in Deutschland zu studieren, und es gibt entsprechend viele Anfragen. Wir haben uns aber immer zu wenig darum gekümmert, diese Fachkräfte nach dem Studium bei uns zu halten, ihnen eine Perspektive in Deutschland zu eröffnen.</p><p class="blogfrage">Abschließend interessiert uns noch, was wir denn Ihren Meinungen nach sowohl kurz- als auch langfristig tun können, um dem Fachkräftemangel in Deutschland beizukommen?</p><p class="blogantwort"><b>Prof. Dr. A. Plünnecke</b>: Entscheidend ist es, die Potenziale innerhalb Deutschlands zu stärken. Die Durchlässigkeit an die Hochschulen sollte verbessert werden: Es gibt sehr viele sehr kompetente Menschen, die eine Berufsausbildung haben, aber nicht studiert haben. Diese Menschen könnten für ein Studium gewonnen werden, um künftig auftretenden Engpässen in akademischen Berufen zu begegnen. Daneben gibt es An- und Ungelernte in bestehenden Belegschaften. Auch in diesem Kreis sollte genau nachgesehen werden, ob es darin Gruppen gibt, die noch weiter qualifiziert werden können. Darüber hinaus ist natürlich im Bildungssystem wichtig, die gering Qualifizierten, die Migranten, deutlich besser zu fördern als bisher. In dieser Hinsicht können sich andere Bundesländer ein bisschen was von Sachsen abschauen, das im Bildungssystem etwas besser aufgestellt ist als manch andere Region in Deutschland.<br /><br />
<b>Dr. J. Klukas</b>: Aus Unternehmersicht möchte ich ergänzen, dass auch die Unternehmer umlernen müssen. Unternehmen sind eben nicht nur wirtschaftliche Organisationen, die Umsatz generieren, sondern wir haben gesellschaftliche Verantwortung in unseren jeweiligen Regionen. Das müssen wir verstärkt im Auge behalten. Auch wenn ich vielleicht einen Bewerber nicht einstellen kann, dann kann es vielleicht ein anderes Unternehmen in der Region. Warum empfiehlt man sich diese Fachkraft dann nicht gegenseitig? So tun wir es in der Community ITmitte.de.</p><p class="blogfrage">Das IT-Radar-Interview führten Vincent Wolff-Marting und Andreas Heinecke.</p><br />
 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>ausbildung</dc:subject>
<dc:subject>studium</dc:subject>

    </entry>
    <entry>
        <link href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/86-Fachkraeftemangel-Teil-I.html" rel="alternate" title="Fachkräftemangel - Teil I" />
        <author>
            <name>Katharina König</name>
            <email>Katharina.Koenig@paluno.uni-due.de</email>
        </author>
    
        <published>2010-12-23T10:39:34Z</published>
        <updated>2011-06-27T13:45:07Z</updated>
        <wfw:comment>http://www.it-radar.org/serendipity/wfwcomment.php?cid=86</wfw:comment>
    
        <slash:comments>0</slash:comments>
        <wfw:commentRss>http://www.it-radar.org/serendipity/rss.php?version=atom1.0&amp;type=comments&amp;cid=86</wfw:commentRss>
    
            <category scheme="http://www.it-radar.org/serendipity/categories/10-Interview" label="Interview" term="Interview" />
    
        <id>http://www.it-radar.org/serendipity/archives/86-guid.html</id>
        <title type="html">Fachkräftemangel - Teil I</title>
        <content type="xhtml" xml:base="http://www.it-radar.org/serendipity/">
            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <p>Das Thema <b>Fachkräftemangel</b> wird momentan viel und kontrovers diskutiert. Besonders die MINT-Bereiche - die auf Mathematik, Informatik sowie den Natur- und Technikwissenschaften  basieren - sind davon betroffen. Bewerber sind für Unternehmen schwer zu finden, insbesondere dann, wenn Firmen nicht in urbanen Ballungsgebieten ansässig sind. Noch schwieriger ist es für hochspezialisierte Unternehmen, die sich z. B. mit Suchmaschinen-Technologien auseinandersetzen. Meist sind diese Firmen wenig bekannt, weil Verbraucher nicht direkt mit ihnen in Kontakt kommen und haben daher mit einer gewissen Unsichtbarkeit auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen. Darüber hinaus tragen auch die viel zitierten demografischen und bildungspolitischen Aspekte zum Fachkräftemangel bei. Im ersten Teil des <a href="/index.php?/archives/37-IT-Radar-Interview,-Forscherprofil,-Video-Glossar...-Was-ist-das.html"  title="Was ist das?">IT-Radar-Interviews</a>  zu diesem Thema haben <a href="http://www.it-radar.org/serendipity/archives/67-Das-IT-Radar-Team.html"><em>Vincent Wolff-Marting</em></a>  und <a href="/index.php?/archives/67-Das-IT-Radar-Team.html"  title="Über Andreas Heinecke"><em>Andreas Heinecke</em></a>  mit <em>Dr. Jörg Klukas</em> und <em>Prof. Dr. Axel Plünnecke</em> über genau diese Aspekte gesprochen. Während <em>Dr. Klukas</em> von unternehmerischer Seite aus auf die Problematik schaut, steuert <em>Prof. Dr. Plünnecke</em> einschlägige Forschungserkenntnisse zum Gespräch bei. Dabei wird unter anderem deutlich, dass durchaus erste Lösungsansätze und Ideen vorhanden sind, um dem Fachkräftemangel beizukommen. Der zweite Teil des Interviews geht der Frage nach, wie Universitäten, Schulen und Ausbildungsbetriebe die Situation verbessern können.</p> <br /><br />
<!-- s9ymdb:116 --><img height="16" width="16" src="/uploads/pictures/icon_audio2.serendipityThumb.png" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/podcasts/Int-Pluennecke,Klukas_Teil_1-2.mp3']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/podcasts/Int-Pluennecke,Klukas_Teil_1-2.mp3" title="Int-Pluennecke,Klukas_Teil_1-2.mp3" target="_blank">Interview mit Prof. Dr. A. Plünnecke und Dr. Jörg Klukas - Teil I (MP3, 15 MIN)</a><br />
<br /><!-- s9ymdb:114 --><img height="16" width="16" src="/uploads/pictures/icon_pdf.serendipityThumb.png" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" /><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/download/serendipity/uploads/transkripte/Fachkraeftemangel_01.pdf.pdf']);"  href="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/transkripte/Fachkraeftemangel_01.pdf.pdf" title="Fachkraeftemangel_01.pdf" target="_blank">Transkript des Interviews mit Prof. Dr. A. Plünnecke und Dr. J. Klukas - Teil I (PDF)</a><br />
<br />
<img height="12" width="8" src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Info_Icon_02.png" alt="Info-Icon" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 9px; padding-right: 9px;"/><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/index.php?archives/86-Fachkraeftemangel.html&serendipity[entrypage]=4#pluennecke">Informationen zu Prof. Dr. Axel Plünnecke</a><br /><br />
<img height="12" width="8" src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Info_Icon_02.png" alt="Info-Icon" style="border: 0px none ; float: left; padding-left: 9px; padding-right: 9px;"/><a href="http://www.it-radar.org/serendipity/index.php?archives/86-Fachkraeftemangel.html&serendipity[entrypage]=5#klukas">Informationen zu Dr. Jörg Klukas</a><br />
<br /><br />
<h3>Das Interview zum Nachlesen:</h3><br />
<p class="blogfrage">Liebe Leserinnen und Leser, herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des IT-Radar-Interviews. Diesmal haben wir mit Prof. Dr. Axel Plünnecke und Dr. Jörg Klukas über das Thema Fachkräftemangel gesprochen. Prof.  Dr. Axel Plünnecke ist stellvertretender Leiter des Wissenschaftsbereichs Bildungspolitik und Arbeitsmarktpolitik des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Dr. Jörg Klukas ist Community-Manager der Job-Empfehlungs-Community <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.itmitte.de']);"  href="http://www.itmitte.de">ITmitte.de</a>.<br /><br />
Seit wir das Interview vor eineinhalb Monaten geplant haben, hat sich die Lage deutlich geändert und es gibt viele Veröffentlichungen zum Thema Fachkräftemangel. In diesem Zusammenhang ist uns ein Beitrag aufgefallen: Vor Kurzem erschien eine Veröffentlichung des DIW, des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, in der behauptet wurde, es gäbe gar keinen Fachkräftemangel und entsprechende Hinweise dafür seien auch vorhanden. Beispielsweise seien die Löhne kaum gestiegen, obwohl bei einer Knappheit an Fachkräften deutliche Steigerungen zu verzeichnen sein müssten. Daneben gäbe es auch sehr viele qualifizierte Arbeitslose, möglicherweise sogar mehr als offene Stellen, sowie mehr Studienabsolventen in den Technik- und Naturwissenschaften als noch vor einigen Jahren. Schlussendlich wird das Fazit gezogen, es seien nur bestimmte Regionen Deutschlands vom Fachkräftemangel betroffen, wozu insbesondere der Osten zähle.<br /><br />
Gibt es den Fachkräftemangel nun oder gibt es ihn nicht?</p><p class="blogantwort"><b>Prof. Dr. A. Plünnecke</b>: Es gibt in Deutschland keinen flächendeckenden Fachkräftemangel über alle Qualifikationen hinweg, aber wir können in einzelnen Bereichen, insbesondere in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) sehen, dass es dort aktuell mehr offene Stellen als Arbeitslose gibt. Im Moment gibt es 23 000 arbeitslose Ingenieure in Deutschland und etwa 70 000 offene Stellen. Als Vergleich: Vor vier, fünf Jahren gab es noch über 60 000 arbeitslose Ingenieure, das heißt, die Zahl der Arbeitslosen hat sich in diesem Bereich fast gedrittelt. Das ist darauf zurückzuführen, dass der Arbeitsmarkt für Ingenieure in den letzten Jahren sehr gut war, und aktuell nimmt die Zahl der offenen Stellen von Monat zu Monat zu.<br /><br />
Dass wir momentan wieder mehr Absolventen in den Ingenieurwissenschaften als noch vor drei, vier, fünf Jahren haben, ist korrekt, aber wir liegen immer noch hinter den Zahlen, die Anfang der 1990er Jahre erreicht wurden. Anfang der 1990er bis 2005 ist die Anzahl der Absolventen in diesem Bereich stark zurückgegangen. Dann wurde dieser Abwärtstrend jedoch umgekehrt, und in den letzten Jahren ist wieder eine leichte Zunahme der Absolventenzahlen zu verzeichnen.<br /><br />
Mittelfristig können wir sehen, dass die derzeitige Altersstruktur der Ingenieure den Arbeitsmarkt beeinflussen wird. Sehr viele Ingenieure sind bereits heute älter als 55 Jahre und werden demzufolge in den nächsten zehn Jahren aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. Die nachrückenden Jahrgänge werden aber nicht ausreichen, um den daraus resultierenden Bedarf an Fachkräften einschließlich der steigenden Nachfrage an Ingenieuren decken zu können, also laufen wir demografisch betrachtet in einen Engpass hinein. Wir haben bereits heute mehr offene Stellen als Arbeitslose, das führt dazu, dass es für Unternehmen auf jeden Fall schwieriger werden wird, die offenen Stellen zu besetzen. Punktuell, in bestimmten Regionen, ist es für Unternehmen schon sehr schwer, genügend Bewerber zu finden. In Süddeutschland beispielsweise hatten die Firmen direkt nach Anziehen der Konjunktur große Probleme, Bewerber für offene Stellen zu finden, und haben auch deutlich länger gebraucht, um diese Stellen zu besetzen, das heißt, die Vermittlungsdauer hat zugenommen. Die Bundesagentur für Arbeit hat festgestellt, dass es den Arbeitsagenturen in 80 Prozent der Fälle nicht möglich ist, ausgeschriebene Stellen für Ingenieure zu vermitteln und entsprechend zu besetzen.<br /><br />
<b>Dr. J. Klukas</b>: Ich möchte das auch gern noch aus meiner Sicht darstellen. Ich manage die Community <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.itmitte.de']);"  href="http://www.itmitte.de">ITmitte.de</a>. Darin sind ungefähr 40 IT-Organisationen aus dem Großraum Leipzig, Halle, Jena Mitglieder und verzeichnen für 2010 noch über 200 offene Stellen – nur für den IT-Bereich. Die Unternehmen bestätigen mir alle, dass der Bewerbermarkt wie leer gefegt ist und es sehr schwierig ist, gute Fachkräfte zu bekommen. Wir sind aber auch davon überzeugt, dass wir noch nicht alle Möglichkeiten oder Potenziale nutzen, um gute Fachkräfte zu finden. Ich sehe beispielsweise bei einigen Unternehmen, dass sie nicht genug in die Ausbildung investieren, auch die Kooperation von Hochschulen und Unternehmen ist in einigen Bereichen noch nicht optimal, so könnten zum Beispiel die Fächer an den Hochschulen noch stärker marktorientiert ausgerichtet werden. Wichtig in diesem Zusammenhang ist es auch, etwas dafür zu tun, dass eine Region als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Gerade in der Region Leipzig, Halle, Jena gibt es sehr gute Universitäten, die natürlich auch gute Fachkräfte hervorbringen. Wir stellen jedoch immer wieder fest, dass der Großteil davon einfach abwandert, und zwar nicht nur nach Hamburg oder München, sondern auch in die USA und andere Länder.<br /><br />
Darüber hinaus ist es auch für die Bewerber – die Fachkräfte – sehr schwierig, den richtigen Arbeitgeber zu finden, denn allein in unserer Region gibt es ungefähr 1000 IT-Organisationen. Man darf dabei Unternehmen wie die Sparkassen und Banken nicht vergessen, die große IT-Bereiche haben, in denen teilweise 50 Leute beschäftigt sind. Solche IT-Abteilungen haben nicht das Marketingbudget, um auf sich aufmerksam zu machen, und werden einfach als Arbeitgeber verkannt. An dieser Stelle ist es nötig Maßnahmen zu entwickeln, wie die Wahrnehmung der Region und der Unternehmen als attraktive Arbeitgeber gestärkt werden kann, und genau damit beschäftigen wir uns in der Community ITmitte.de.</p><br />
<br />
<!--nextpage--><br />
<p class="blogfrage">Tritt denn der Fachkräftemangel in Ostdeutschland, insbesondere Mitteldeutschland, verstärkt auf?</p><p class="blogantwort"><b>Dr. J. Klukas</b>: Ich habe den Eindruck, dass sich die Arbeitgeber damit beschäftigen müssen, wie sie auf sich aufmerksam machen können – meistens ist das mit Budget verbunden. Marketing und auch Präsenz zeigen sind notwendig; man kann sich auch in gewisser Weise ein Image kaufen. Wenn Sie sich die großen Firmen und deren Standorte ansehen, zum Beispiel von Microsoft, T-Systems, der Telekom, der SAP AG, dann sehen Sie, dass sie alle kaum in dieser Region angesiedelt sind. In Ost- und Mitteldeutschland, insbesondere auch in meiner Community, finden wir verstärkt KMUs (kleine und mittelständische Unternehmen). Von den über 1000 IT-Organisationen in Mitteldeutschland haben 95 Prozent zwischen 10 und 30 Mitarbeitern. Es gibt ein paar „Leuchttürme“ in der Region, die sich sehr gut entwickeln und auf die wir stolz sind, aber die meisten großen IT-Organisationen sind eben nicht hier zu finden. Um diese kleinen Unternehmen sichtbar zu machen, muss man andere Konzepte entwickeln, denn das Wachstum dieser Organisationen ist sehr stark, was man an deren Fachkräftebedarf sieht.<br /><br />
<b>Prof. Dr. Plünnecke</b>: Ich kann das aus vielen Regionen in Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen bestätigen. Diese stehen vor ähnlichen Problemen. Fachkräfteprobleme haben weniger Unternehmen wie Siemens, die Telekom oder andere große Firmen, die über ein Personalmarketingbudget verfügen und auch sehr hohe Löhne zahlen können. Dahin bewerben sich auch viele junge Menschen. Problematisch ist es in den Regionen, die teilweise nicht so bekannt sind, wie das Weserbergland in Niedersachsen oder das Sauerland. Dort gibt es beispielsweise sehr viele kleine und mittlere Firmen, die sehr erfolgreich und gut sind und die eine lange Tradition haben. Es ist jedoch schwer, junge Menschen aus München, Köln, Hamburg oder Berlin ins Weserbergland zu holen, sich als dortiger Arbeitgeber attraktiv zu zeigen und zu verdeutlichen: Wir haben gute Jobs, wir haben tolle Beschäftigungsmöglichkeiten, wir haben ein gutes Arbeitsklima. Es sind vor allem die Firmen in diesen Regionen, die es schwer haben, genügend Fachkräfte zu gewinnen.</p><p class="blogfrage">Haben wir es denn dabei wirklich mit einem Fachkräfteproblem zu tun oder ist das möglicherweise eher ein regionales Problem? Wir hören seit Längerem, dass es Regionen gibt, aus denen Leute aus allen Bereichen abwandern – nicht nur die Fachkräfte – und in solchen Regionen wird es natürlich besonders schwer sein, Personal zu finden. Ist das aber wirklich ein absolutes Fachkräfteproblem, oder hat die DIW-Studie vielleicht doch recht, dass es einfach lokale Schwerpunkte des Fachkräftemangels gibt?</p><p class="blogantwort">Prof. Dr. A. Plünnecke: Natürlich muss man fragen, wo offene Stellen unbesetzt bleiben, wenn insgesamt nicht genug junge Menschen von den Hochschulen kommen und diese Stellen besetzen können. In diesem Zusammenhang spielen dann natürlich die Regionen eine Rolle.<br /><br />
Es gibt große Studienorte – die großen Städte, wo junge Studierende Freunde finden, Partnerschaften haben und nach Studienabschluss auch für beide Partner in der Region einen Arbeitsplatz suchen. Standorte wie Hamburg, München, Köln sind dann natürlich attraktiv für junge Menschen, wenn sie sich frei entscheiden können, also wenn es mehr offene Stellen als Sucher gibt. Dann bleiben eben in bestimmten anderen Regionen offene Stellen unbesetzt. Für diese Regionen ist es schwer, junge Menschen, die schon zum Studium wegwandern, zurückzuholen. In den neuen Bundesländern ist es außerdem teilweise so, dass die Unternehmen dort noch nicht die Löhne zahlen können wie beispielsweise in München bei Siemens, sodass junge Menschen eben einfach nach München zu Siemens gehen und dort arbeiten.</p><br />
<br />
<!--nextpage--><br />
<p class ="blogfrage">Wie könnte man solchen regionalen Fachkräftesenken denn beikommen?</p><p class="blogantwort"><b>Dr. J. Klukas</b>: Ich denke, da müssen sich die Unternehmen in der Region zusammenschließen und zusammenarbeiten, zum Beispiel um sich gemeinsame Marketingaktionen zu leisten, um eine gemeinsame Marke aufrecht zu erhalten. Ich beziehe mich dabei auf die IT-Branche, und diese Unternehmen haben teilweise ein sehr starkes Wachstum, weil IT mittlerweile zu einem Kernthema geworden ist. In vielen Industrien sind Informatikdienstleistungen sehr stark nachgefragt, und entsprechende Unternehmen verdoppeln ihren Umsatz teilweise alle drei Jahre.<br /><br />
Zu der Antwort von Prof. Dr. Plünnecke möchte ich noch Folgendes ergänzen: Eine Analyse innerhalb unserer Community, die vorrangig aus KMUs besteht, hat gezeigt, dass die kleineren Unternehmen nicht wesentlich niedrigere Gehälter zahlen. Wichtiger scheint es zu sein, dass es sich oftmals um sehr spezialisierte Organisationen handelt, die sich zum Beispiel auf Suchmaschinen-Technologien spezialisiert haben oder Ähnliches. Diese Unternehmen haben ihren Kundenstamm, betreuen diesen und wachsen auch dementsprechend. Daneben verfügen sie auch über Hochschulkontakte, weil sie sich mit forschungsintensiven, neuen Themen auseinandersetzen. Allerdings werden die Organisationen nicht als Consumer-Marke bekannt, wie beispielsweise Microsoft. Microsoft oder Apple kennt jeder, denn damit arbeiten die Leute täglich. Aber was macht man mit einem Unternehmen, das sich auf Suchmaschinen und semantisches Suchen spezialisiert hat? Solche Firmen kennt kaum jemand, denn sie sind in der Öffentlichkeit kaum sichtbar, und entsprechende Fachkräfte zu finden ist für sie schwierig. Aus dieser Beobachtung heraus sowie der Tatsache, dass Bewerber, die ein Unternehmen abgelehnt hat, von einem anderen Unternehmen in der Region eingestellt wurden, ist 2007 mit sechs Partnern die Idee entstanden, einander gute Bewerber zuzuleiten, damit der Region deren Potenzial erhalten bleibt.<br /><br />
Es gibt manchmal ganz verschiedene Gründe für Absagen. Es kann beispielsweise sein, ein Unternehmen war in der glücklichen Lage, dass es drei Bewerber zur Auswahl hatte und sich für einen entscheiden konnte. Manchmal gibt es auch bestimmte Nebenbedingungen, zum Beispiel dass man reisebereit ist, und bei dem einen Unternehmen ist das entscheidend und bei dem anderen wäre es egal, weil der Arbeitnehmer an dem jeweiligen Ort arbeiten kann. In diesem Zusammenhang haben wir uns entschieden, gute Bewerber, die auch vom Geschäftsführer oder Personaler gesehen wurden, gegenseitig weiterzuleiten, obwohl wir auch alle Wettbewerber sind. Aber wir haben festgestellt, dass es uns lieber ist, wenn die Bewerber und ihr Potenzial, bei uns in der Region bleiben und hier auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, als wenn diese kompetenten Fachkräfte abwandern. Darauf aufbauend wurde diese Community entwickelt, in der wir uns gegenseitig durch einen strukturierten Prozess gute Kandidaten empfehlen, und jeder, der sich über die Community bewirbt, erhält durch das Empfehlungssystem automatisch eine zweite Chance in einem anderen Unternehmen in der Region.<br /><br />
Das ist ein Beispiel für eine Initiative, mit der meiner Meinung nach eine Region auf sich aufmerksam machen kann. Daneben kann auch klassisches Marketing dafür eingesetzt werden, so unterstützen wir zum Beispiel Hochschulen. Es gibt gute Hochschulen in der Region, und die möchten gerne Abschlussfeste für ihre Studenten veranstalten, verfügen dafür aber vielleicht nicht über genügend Geld. Die kleinen Unternehmen können zwar keine großen Sponsoring-Beträge dazu leisten, aber mithilfe der Community ist das möglich, indem wir uns die Kosten teilen und exklusiv als Community ITmitte.de eine bestimmte Veranstaltung sponsern. Eine andere Möglichkeit bieten Jobbörsen. Große Unternehmen bekommen bei denen super Rabatte, weil sie ihnen übers Jahr 100 Stellenanzeigen auf einmal bieten. Das schafft ein kleines Unternehmen nicht, denn das hat vielleicht zehn offene Stellen pro Jahr. Gemeinsam in der Community haben wir aber vielleicht fünfzig Stellenangebote und können ähnliche Rabatte aushandeln. Auch so haben wir einen Mehrwert für diese kleinen Unternehmen.<br /><br />
Weiterhin ist es wichtig, sich zu überlegen, wie Netzwerke die Fachkräftesuche unterstützen können. Dafür integrieren wir bewusst Hochschulen, wobei es uns wichtig ist, die Kooperation mit Hochschulen nicht als Einbahnstraße zu betrachteten. Wir verstehen die Hochschule nicht nur als „Produzent“ der Fachkräfte, sondern fragen uns, was wir dazu beitragen können, dass die Hochschule auch die richtigen Fachkräfte ausbildet. Das beinhaltet zum Beispiel Beiträge zur Lehre, indem wir die Mitglieder der Community unterstützen, an den Hochschulen Lehrveranstaltungen zu halten oder gemeinsam mit den Hochschulen Forschungsprojekte durchzuführen. Ich denke, es ist für eine Region, wie zum Beispiel Mitteldeutschland wichtig, so etwas zu etablieren.<br /><br />
<b>Prof. Dr. A. Plünnecke</b>: An diesen Beispielen sehen Sie, dass die Fachkräftedebatte keine akademische Diskussion ist. Sie ist in den einzelnen Regionen angekommen und diese machen sich Gedanken darüber, wie sie attraktiver sein können und wie sie sich im Wettbewerb um die knapper werdenden Fachkräfte gut positionieren können. Wir sehen in vielen Regionen, dass sie versuchen, Netzwerke zu bilden, Aufmerksamkeit zu gewinnen, Marketing für die Region zu betreiben, Mitarbeiter zu rekrutieren, Mitarbeiter zu binden. Dabei wird auch der Wettbewerb in der Region um die Fachkräfte härter, eben weil sie knapper werden.</p><br />
<br />
<br />
<img src="http://www.it-radar.org/serendipity/uploads/pictures/Interview_PluenneckeKlukas_01.png" alt="" /><br />
<p>Die Interviewteilnehmer v. l. n. r.: Prof. Dr. Axel Plünnecke, Andreas Heinecke, Dr. Jörg Klukas, Vincent Wolff-Marting<br />
<br />
<br />
<!--nextpage--><br />
<br /><br />
<h3 id="pluennecke">Nähere Informationen zu Prof. Dr. Axel Plünnecke</h3><h4>Beruf</h4><ul><li>Stellvertretender Leiter des Wissenschaftsbereichs Bildungspolitik und Arbeitsmarktpolitik am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln</li><br />
<li>Lehrtätigkeit an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken</li><br />
<li>zuvor auch Lehrtätigkeiten an verschiedenen anderen Hochschulen, wie zum Beispiel an PFH Göttingen, FH Holzminden/Hildesheim sowie der Welfenakademie</li></ul><h4>Studium</h4><ul><li>VWL-Studium an der Universität Göttingen</li><br />
<li>Promotion an der Technischen Universität Braunschweig</li></ul><h4>aktuelle Publikationen</h4><ul><li><b>Fachkräftebedarf und Bildung. Mehr Wachstum durch bessere Bildung.</b><br />
clavis Integrationsmagazin, 2010, 3, S. 4-5</li><br />
<li><b>Viele Hochkompetente trotz Akademikermangel – Deutschland und die USA im Vergleich.</b><br />
Wirtschaft und Berufserziehung, 61. Jg., 9, 2009, S. 21-24</li><br />
<li><b>MINT-Mangel – Ausmaß, Fortschreibung und Quantifizierung der gesamtwirtschaftlichen Effekte.</b><br />
Gutachten für Gesamtmetall, 2009</li></ul><p>Veröffentlichungen am IW Köln</p><ul><li>gemeinsam mit Christina Anger, Vera Erdmann und Ilona Riesen:<br />
<b>Integrationsrendite - Volkswirtschaftliche Effekte einer besseren Integration von Migranten.</b><br />
IW-Analysen – Forschungsberichte Nr. 66, Köln 2010</li><br />
<li>gemeinsam mit Christina Anger und Jörg Schmidt:<br />
<b>Bildungsrenditen in Deutschland - Einflussfaktoren, politische Optionen und ökonomische Effekte.</b><br />
IW-Analysen – Forschungsberichte Nr. 65, Köln 2010</li><br />
<li>gemeinsam mit Christina Anger:<br />
<b>Droht durch den künftigen Akademikermangel eine Abnahme der Konvergenzchancen Ostdeutschlands?</b><br />
in: IW-Trends, Nr. 2/2010</li><br />
</ul><a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.iwkoeln.de/DasInstitut/Expertenliste/tabid/250/ExpertID/34/Default.aspx']);"  href="http://www.iwkoeln.de/DasInstitut/Expertenliste/tabid/250/ExpertID/34/Default.aspx">Prof. Dr. Axel Plünnecke am IW in Köln: IW Köln Expertenliste</a><br />
<br />
<br />
<!--nextpage--><br />
<br /><br />
<h3 id="klukas">Nähere Informationen zu Dr. Jörg Klukas</h3><h4>Beruf</h4><ul><li>Betreiber und Inhaber der Communities <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.itmitte.de']);"  href="http://www.itmitte.de">ITmitte.de</a> und <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.ITsax.de']);"  href="http://www.ITsax.de">ITsax.de</a></li><br />
<li>Geschäftsführer der <a onclick="_gaq.push(['_trackPageview', '/extlink/www.pludoni.de']);"  href="http://www.pludoni.de">Pludoni GmbH</a></li><br />
<li>zuvor Leiter des Bereichs Personal, Einkauf, Business Excellence bei der T-Systems Multimedia Solitions GmbH</li><br />
</ul><h4>Ehrenamtliche Tätigkeiten</h4><ul><li>ehrenamtlicher Dozent für Internationales Personalmanagement an der HTW Dresden</li></ul><h4>Studium</h4><ul><li>Studium der Betriebswirtschaft am Collège des Ingénieurs (MBA) mit Schwerpunkt auf Human Resources Management Strategy</li><br />
<li>Promotion an der Technischen Universität Dresden in Informatik, Psychologie, Neuroanatomie mit Schwerpunkt auf künstlicher und natürlicher Intelligenz sowie künstlichen und natürlichen neuronalen Netzwerken</li><br />
<li>Studium der Informatik an der Technischen Universität Dresden mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz und Angewandter Informatik</li><br />
</ul><br />
<br />
<br />
<br />
<br />
 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>ausbildung</dc:subject>
<dc:subject>studium</dc:subject>

    </entry>

</feed>
